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Lübeck Sicherer Schulweg: Polizei gibt Tipps
Lokales Lübeck Sicherer Schulweg: Polizei gibt Tipps
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18:48 02.11.2018
Polizeihauptkommissar Cay Fischer steht vorm Behördenhochhaus in der Possehlstraße. Als Präventionsbeamter der Polizeidirektion Lübeck ist er auch für das Thema Verkehrserziehung an Schulen zuständig. Quelle: Cosima Künzel
Lübeck

Wenn Polizeihauptkommissar Cay Fischer den Eltern von Schulkindern einen Tipp geben soll, sagt er: „Den Schulweg üben, üben und nochmals üben.“ Fischer ist einer von acht Präventionsbeamten der Polizeidirektion Lübeck, die unter anderem für die Verkehrserziehung zuständig sind. Gerade im Herbst ist das ein wichtiges Thema.

„Mein Fahrrad ist ein wildes Pferd“

„Die meisten Eltern wissen nicht, dass Kinder erst im Alter von acht Jahren anfangen, ein vorausschauendes Bewusstsein für Gefahren zu entwickeln“, sagt Fischer. Erst ab diesem Alter seien sie in der Lage, sich über längere Zeit im Straßenverkehr zu konzentrieren. „Voll ausgebildet ist diese Fähigkeit erst mit etwa 14 Jahren“, sagt der Beamte, der sich stetig weiterbildet, auch Vorträge hält. Er empfiehlt Eltern die Veröffentlichung „Mein Fahrrad ist ein wildes Pferd“ von Prof. Maria Limbourg und Dr. Karl Reiter (Essen) im Deutschen Polizeiblatt 1/02 .

Laut Fischer reicht es nicht, mit Erstklässlern den Schulweg ein paar Mal abzugehen. „Auch wenn es die Kinder theoretisch verstanden haben, sind sie noch lange nicht dazu in der Lage.“ Das sei ein langer Prozess, der ständiges Wiederholen erfordere, so der Polizist. „Alleine zur Schule gehen sollten besser erst Zweitklässler“, sagt er und rät, auch diese immer wieder mal zu begleiten. „Dabei sollten die Kinder die Entscheidungen treffen und Eltern nur korrigierend eingreifen.“

Die psychomotorischen Fähigkeiten, die für das Radfahren nötig sind (Bremsen, Lenken, Spurhalten etc.), können Kinder erst ab acht bis zehn Jahren erbringen, betont Fischer. „Zu diesen motorischen Leistungen müssen die geistigen noch hinzukommen und nicht zuletzt das Begreifen der Verkehrsregeln.“ Die Entwicklung dauere bis zum Alter von zwölf bis 14 Jahren.

Ausrüstung

Der Gesetzgeber schreibt für Fahrräder folgende Ausrüstungsgegenstände vor: 1. weißer Scheinwerfer vorn und rote Schlussleuchte hinten (dynamobetrieben oder als zugelassene Steckbeleuchtung für Fahrräder), 2. roter Großflächenrückstrahler. 3. eventuell einen extra Rückstrahler (je nach Größe und Gestaltung der Schlussleuchte, bei Polizei oder beim Händler nachfragen) 4. weißer Frontrückstrahler, 5. je zwei gelbe Pedalrückstrahler, 6. pro Laufrad zwei gelbe Speichenrückstrahler oder seitlich weiß reflektierende Reifen an beiden Laufrädern, 7. zwei voneinander unabhängige Bremsen, eine für das Vorderrad, eine für das Hinterrad, 8. eine hell tönende Glocke.

Das richtige Verhalten im Straßenverkehr unterrichten Fischer und Kollegen an allen Lübecker Grundschulen. Außerdem nehmen sie in Klassenstufe vier die theoretische und die praktische Fahrradprüfung ab. Fischer: „Aber auch danach heißt es für die Eltern: üben, üben üben.“

In der dunklen Jahreszeit raten die Beamten dringend zu auffälliger Kleidung und zu Warnwesten. Das weiß auch Helena (8), die mit dem Rad zur Kaland-Schule fährt und von ihrer Mama gebracht wird. An der Schule wird das Thema „sicherer Schulweg“ groß geschrieben, betont Schulleiter Ulf-Michael Cosmus. Zur Einschulung erhalten alle Kinder eine Sicherheitsweste. Später kommt ein „Verkehrspolizist“ für verschiedene Aktionen in die Schule.

Verkehrserziehung auch im Unterricht

„Jetzt im November steht für die ersten Klassen Sicherheit im Straßenverkehr auf dem Programm“, sagt Monika Schröder vom Betreuungsband. Außerdem werden im vierten Schuljahr die Fahrradprüfungen von der Polizei abgenommen. Und auch im Unterricht wird Verkehrserziehung thematisiert. „All das ist wichtig, weil viele Kinder mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Schule kommen“, ergänzt Schröder und hebt das positiv hervor. Es entlaste die Verkehrs- und Parkplatzsituation rund um die Schule und mache den Schulweg für alle sicherer, sagt sie.

Nicht zuletzt gibt es eine schriftliche Fahrrad-Benutzungserlaubnis, die von den Kaland-Eltern unterschrieben wird. Darin ist unter anderem festgehalten, dass die Schüler der ersten und zweiten Klassenstufen nur in Begleitung der Eltern mit dem Rad zur Schule fahren dürfen.

Cosima Künzel

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