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Lübeck Polizei kontrolliert vor Kitas und Schulen
Lokales Lübeck Polizei kontrolliert vor Kitas und Schulen
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11:48 07.06.2018
Polizeikommissar Rudolf Schreiber hält in der Maria-Goeppert-Straße die Kelle hoch. So signalisiert er einem Autofahrer, dass er anhalten soll. Auch an zwei weiteren Standorten waren die Beamten im Einsatz. Quelle: Fotos: Cosima Künzel
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St. Jürgen

„Die bisherigen Geschwindigkeitskontrollen sind aus polizeilicher Sicht sehr positiv verlaufen“, betont Carsten Stier. Der Leiter der Polizeistation St. Jürgen steht mit seinen Kollegen in der Maria-Goeppert-Straße bereit, um die Verkehrssünder herauszuwinken. Gemeldet werden diese per Funk von den Einsatzkräften, die ein paar hundert Meter entfernt die Messungen durchführen. Dort stehen die Beamten hinter parkenden Autos, tragen zivil und ein kleines Gerät in den Händen. Der „Laser Patrol“ ist etwa halb so groß wie ein Schuhkarton und kann 50 Messungen in einer halben Sekunde vornehmen.

St. Jürgen. Die Polizei hat Geschwindigkeitskontrollen vor Grundschulen und Kitas durchgeführt. Alle Standorte befanden sich in Tempo-30-Zonen. Gemessen wurde in Wulfsdorf, in der Friedrichstraße und zuletzt in der Maria- Goeppert-Straße. Insgesamt waren nur vier Autofahrer zu schnell.

Ein langer Piepton ertönt, als einer der Beamten einen herannahenden Pkw ins Visier nimmt. Das Piepen verändert sich. Kurz darauf erscheint im oberen Bereich des Gerätes die Zahl 29. Alles okay. Auch die nächsten Wagen halten sich an Tempo 30. Aufgebaut haben die insgesamt sieben Beamten ihre Kontrollstelle im Hochschulstadtteil (Maria-Goeppert-Straße) vor einem Kindergarten und einer nahe gelegenen Schule. Es ist bereits die dritte Geschwindigkeitskontrolle innerhalb von zwei Wochen. Gemessen wurde auch vor der Wulfsdorfer Grundschule und einem Kindergarten in der Friedrichstraße (St. Jürgen).

„Insgesamt wurden nur vier Verstöße aufgrund gering überhöhter Geschwindigkeit und sechs Fälle verbotener Handynutzung festgestellt“, resümiert Stier. „Wir sind erfreut über das insgesamt sehr korrekte und disziplinierte Fahren vor den Schulen und den Kitas.“

Laut Polizeisprecher Ulli Fritz Gerlach gab es keinen besonderen Anlass für die Maßnahmen. Die Kontrollen werden vor dem Hintergrund der regelmäßigen Verkehrsüberwachung durchgeführt. „Geschützt werden sollen dadurch insbesondere unsere schwächsten Verkehrsteilnehmer, Kindergarten- und Schulkinder“, betont er. Denn die Verkehrsanfänger könnten Situationen nicht immer richtig einschätzen, und auch die motorischen und geistigen Fähigkeiten seien noch nicht so weit ausgeprägt wie bei Erwachsenen. Gerlach betont: „Deswegen ist die Einhaltung der Geschwindigkeit in verkehrsberuhigten Straßen umso wichtiger.“ Bei einer Geschwindigkeit von 40 Kilometern pro Stunde statt Tempo 30 erhöhe sich der Bremsweg bei einer Vollbremsung von 13,5 auf 20 Meter, bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h sogar auf 27,5 Meter.

„Neben der Ahndung der Geschwindigkeitsverstöße stehen daher besonders und vielmehr die Aufklärung und die Sensibilisierung hinsichtlich des Fehlverhaltens im Vordergrund“, sagt der Polizeisprecher.

In diesem Sinne haben die Beamten unmittelbar nach den Verstößen auch auf die Gefahren hingewiesen. Sie zeigten den Autofahrern unter anderem ein Video, in dem der ungebremste Aufprall eines Fahrzeugs bei geringer Geschwindigkeit auf eine präparierte Puppe demonstriert wird. Die Puppe hat Größe und Gewicht eines Kindes. Die Folgen des Zusammenpralls sind gravierend.

Laut Bußgeldkatalog 30er-Zone (Pkw, innerorts) werden bis 10 km/h zu schnell 15 Euro fällig. Bei 11 bis 15 km/h sind 25 Euro zu zahlen. Von 16 bis 20 km/h fallen 35 Euro an. Ab 21 km/h kommt zu den 80 Euro noch ein Punkt hinzu. Ab 26 km/h sind es 100 Euro und ein Punkt. Ab 31 km/h schon 160 Euro, ein Monat Fahrverbot und zwei Punkte. Alle Bußgelder unter www.bussgeldkatalog.org.

 Von Cosima Künzel

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