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Lübeck Polizei zu stinkendem Baum gerufen
Lokales Lübeck Polizei zu stinkendem Baum gerufen
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10:18 05.07.2013
Harmlos sieht der Esskastanienbaum aus, doch seine männlichen Blüten stinken. Quelle: Foto: evo
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Lübeck

Auf einem Grundstück in St. Lorenz Nord stinkt es gewaltig: Eine Frau in der Triftstraße bemerkte einen starken und unangenehmen Geruch vom Nachbargrundstück, den sie als Verwesungsgeruch wahrnahm.

Sie machte sich Sorgen, weil sie die vierköpfige Familie schon länger nicht gesehen hatte und alarmierte am Mittwochnachmittag die Polizei.

Zwei Polizisten des 2. Lübecker Polizeireviers fuhren sofort in das Wohngebiet. Die Beamten trafen die Familie aber wohlbehalten an. „Als die Polizei vor der Tür stand, habe ich mich fürchterlich erschreckt“, sagt die Bewohnerin des Grundstücks, die ihren Namen nicht nennen will. Ihr Mann sei gerade mit dem Auto unterwegs gewesen, da habe sie Angst gehabt, ihm sei etwas zugestoßen. Der Übeltäter war leicht ausgemacht: Eine etwa sieben Meter hohe Esskastanie (Castanea sativa) steht im Vorgarten des Hauses. Seit mehreren Tagen trägt sie weiße Blüten. Die männlichen Rispen verbreiten den übelriechenden Geruch.

„Dieses Jahr ist der Gestank besonders stark“, sagt die Tochter der Familie. „Es ist furchtbar, wenn er blüht“, fügt die Mutter hinzu. Als sie vor elf Jahren in das Haus einzog, habe die Edelkastanie dort schon gestanden. Jedes Jahr blühe der Baum ein bis zwei Wochen. Nur starker Regen schaffe Abhilfe. Über die Aufmerksamkeit ihrer Nachbarin hat sich die Baumbesitzerin gefreut. Zwar hätte sie auch selbst herüberkommen können. Aber vielleicht habe sie der Gestank und die Angst vor einem Familiendrama abgehalten.

In wenigen Tagen ist die „Belästigung der Blüten“ vorbei. Dann freut sich die Familie wieder über den Baum. Denn im Herbst trägt er Maronen. „Wenn man ihre Schale abmacht und sie in der Pfanne brät, schmecken sie sehr gut“, empfiehlt die Tochter.

evo

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