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Lübeck Porno vor dem Schultor: Als die Innenstadt jugendgefährdend war
Lokales Lübeck Porno vor dem Schultor: Als die Innenstadt jugendgefährdend war
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16:07 12.07.2017
Es gab Ärger, als an der Königstraße ein „Sex-Schuppen“ genau gegenüber dem Katharineum aufmachte. Das Bild stammt aus dem Jahre 1983. Quelle: LN-Archiv
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Innenstadt

Die sexuelle Revolution hatte längst stattgefunden, und das Geschäft war legal. Aber eine Dienstleistung wie jede andere war eine Sex-Video- Show auch im Jahr 1983, als dieses Bild entstand, nicht. Kaum jemand mochte beim Betreten eines derartigen Ladens gesehen werden, und ein Viertel, in dem solche Reklameschilder zu sehen waren, galt wie eh und je als unfein.

Klicken Sie sich in dieser Galerie durch Fotos von Lübecker Straßen, Gebäuden und Plätzen aus dem LN-Archiv, die wir mit aktuellen Aufnahmen vergleichen.

Mehr historische Vergleiche aus Lübeck: Hier können Sie alle Teile unserer Rückblicksserie ansehen!

Kein Wunder also, dass es Ärger gab, als an der Königstraße ein „Sex-Schuppen“ genau gegenüber dem Katharineum aufmachte. Der Kinderschutzbund machte Front gegen das neue Geschäft: „Wir fordern (...), dass jugendgefährdende Einrichtungen ausschließlich an der Untertrave ihr Domizil finden“, hieß es.

Auch der Schulleiter des Katharineums, Hans Bode, war wenig begeistert: „Schule ist kein Schonraum. Aber wir sind so gedrängt von Spielhallen und jetzt der Sex-Show umgeben, dass es schon ein bisschen happig ist.“

Heute hat sich das Problem so gut wie erledigt. Verkäufer und Konsumenten von Pornografie brauchen, um zueinander zu finden, nicht mehr den öffentlichen Raum. Im Internet ist alles jederzeit verfügbar.

Ob Sex-Videos unsere Jugend gefährden, darüber streitet man auch heute noch. Aber den Schmuddelshop gegenüber dem Katharineum gibt es schon lange nicht mehr.

KABEL

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