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Lübeck Possehl-Stiftung gibt weiteres Geld für Synagoge
Lokales Lübeck Possehl-Stiftung gibt weiteres Geld für Synagoge
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17:36 13.11.2016
Die Sanierung der Lübecker Synagoge ist gesichert. Quelle: Lutz Roeßler
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Innenstadt

Verrückte Welt: Noch vor einem halben Jahr musste die Sanierung der Synagoge in der St.-Annen-Straße wegen Geldmangels gestoppt werden, und jetzt überschlagen sich die Fördergeber mit ihren Zuwendungen.

Erst beschloss der Haushaltsausschuss des Bundestages, nun doch 2,5 Millionen Euro für die weitere Instandsetzung zuzuschießen (die LN berichteten). Dann kündigte das Kieler Kulturministerium eine weitere Charge von 1,2 Millionen Euro an. Und jetzt erklärte die Possehl-Stiftung, bis zu einer Million Euro zu den anstehenden Baumaßnahmen beizusteuern. Das hat der Stiftungsvorstand in seiner Sitzung am Freitag beschlossen. Stiftungsvorsitzender Max Schön: „Wir freuen uns außerordentlich, dass Bund und Land mit ihrer Förderung die Voraussetzung geschaffen haben, dass die Jüdische Gemeinde ihre Synagoge bald wieder nutzen kann.“ Insbesondere das „große Engagement des Landes hat uns die Entscheidung zu einer weiteren Förderung leicht gemacht.“ Insgesamt finanziert die Possehl-Stiftung die Synagogen-Sanierung mit rund 2,5 Millionen Euro.

Die jetzt von Bund, Land und Stiftung zugesagten Mittel sollten reichen, um die aufwendige Instandsetzung abzuschließen. Nach Schätzung der Baufachleute müssen alles in allem gut 6,3 Millionen Euro aufgewendet werden. 2,8 Millionen Euro sind nach Angaben des Landes bereits in die Trockenlegung des Gebäudes und die Instandsetzung des Mauerwerks sowie in die statische Sicherung der Frauenempore im Gebetssaal geflossen.

563000 Euro wenden Bund, Land und Stiftung derzeit auf, um das Gotteshaus winterfest zu machen. Dazu zählen vor allem die Erneuerung des Dachs sowie der Einbau von neuen Fenstern und Türen. Der gesamte Innenausbau mit Fahrstuhl, koscherer Küche, Verwaltungs- und Veranstaltungsräumen sowie neuen Sanitärräumen kann durch die nun zugesagten Millionen in Angriff genommen werden. Vor allem kann der Gebetssaal, das Herzstück der Synagoge, fertiggestellt werden. Die Jüdische Gemeinde hofft, dass sie Ende nächsten Jahres dort wieder ihre Versammlungen abhalten kann.

 dor

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