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Lübeck Possehl-Stiftung hilft St. Petri mit 500 000 Euro
Lokales Lübeck Possehl-Stiftung hilft St. Petri mit 500 000 Euro
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15:07 13.11.2013
Bernd Leinert, Chef der Kirchenbauhütte, baut mit seinem Team am Petri-Turm gerade ein Schutz- und Sicherungsgerüst auf. Fotos (2): Maxwitat
Lübeck

Anfang April, genau zu Ostern, wurde die Spendenkampagne zugunsten der maroden Kirche St. Petri gestartet. Und das Ziel, 2,8 Millionen Euro für die Sanierung zu sammeln, schien gefühlte Lichtjahre entfernt. Doch seit gestern hat der Kontostand des Kirchenkreises schon fast die Eine-Million-Euro- Marke erreicht. Dank der Possehl- Stiftung, die für die Turm-Sanierung auf einen Schlag 500 000 Euro zur Verfügung gestellt hat. „Das ist eine großartige Nachricht und mehr, als wir zu hoffen gewagt hätten“, freut sich dann auch Pröpstin Petra Kallies vom Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg.

Sie ist nun umso optimistischer, dass die Kulturkirche wie geplant ab 2014 saniert werden kann und es keine Verzögerung aus finanziellen Gründen gibt. „Ich danke jedenfalls der Possehl-Stiftung sehr herzlich für diese großzügige Unterstützung.“ Die Stiftungsvorsitzende Renate Menken betont, dass die Geldzuwendung genau der satzungsgemäßen Aufgabe entspricht. „Der Erhalt des schönen Stadtbildes ist uns bis heute eine besondere Pflicht. Die Kirchbauten auf der Altstadtinsel genießen oberste Priorität, und daher freuen wir uns, in den nächsten Jahren mithelfen zu können, St. Petri zu sichern.“

Der aktuelle Spendenstand beträgt nun vier Monate nach dem Start exakt 981 853,11 Euro. „Das ist ein beeindruckendes Ergebnis“, sagt Fundraiserin Hella Backhaus vom Kirchenkreis. Neben Großspendern wie der Possehl-Stiftung, der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung und einer großzügigen Privatspende der Familie Dräger sind es vor allem die vielen Einzelspenden, die am Ende eine große Summe ergeben. „Etliche Menschen haben bei Geburtstagen und Trauerfeiern für uns gesammelt“, berichtet sie. Und weiter sagt Backhaus: „Lübeck ohne sieben Türme — das ist für viele einfach nicht vorstellbar.“

Unterdessen schreitet die Instandsetzung des Gewölbes im Kirchenschiff über dem Petri-Café voran. Diese Baumaßnahme war schon vor dem geplanten Sanierungsbeginn nötig gewesen, da Voruntersuchungen eine Absackung des Gewölbes im Bereich der Nordkapelle aufgezeigt hatten. Vor dem Einsturz habe das Café- Gewölbe zwar noch nicht gestanden, doch Sicherungsmaßnahmen seien dringend erforderlich, hatte die Leiterin der Kirchenbauabteilung des Kirchenkreises, Liane Kreuzer, zu Beginn der Arbeiten vor sechs Wochen gesagt (die LN berichteten).

Nach der Einrüstung Ende Juli konnte das Café inzwischen seinen Betrieb auch schon wieder aufnehmen. „Viele Gäste finden es sogar besonders spannend, in einem eingerüsteten Milieu zu sitzen. Das ist dann auch Ausgangspunkt für zahlreiche Gespräche über die Notwendigkeit der Erhaltung historischer Gebäude“, hat Anika Stender-Sornik, Veranstaltungsorganisatorin in St. Petri, beobachtet. „Ich freue mich jedenfalls täglich, dass unsere Kirche wieder schön wird“, ergänzt sie. Und so eine Riesen-Spende von Possehl sei natürlich fantastisch.

Bis Ende Oktober soll die Gewölbe-Stabilisierung im Innenraum nun abgeschlossen sein. „Wir liegen im Zeitplan“, erklärt Bernd Leinert, Leiter der Kirchenbauhütte, während er zusammen mit seinem Team bereits an der Außenseite des Turmes ein weiteres Gerüst aufbaut. „Dies ist aber lediglich ein Schutz- und Sicherungsgerüst, um zu sehen, ob die Bohrungen der Zuganker für das Innengewölbe im Café

richtig herauskommen“, so der Experte. So richtig los geht es dann mit dem Petri-Turm im Frühjahr 2014. Der Rettungsplan steht.

Turm-Sanierung ab 2014
Der Petri-Kirchturm mit seinen 108 Metern Höhe ist einer der sieben Türme Lübecks. Und wie schon an den Türmen von Marien und Jakobi ist nun auch hier die generationsmäßige Instandsetzung der Backsteinfassade nötig. Denn unter anderem ist das äußere Mauerwerk durch eintretende Feuchtigkeit erheblich beschädigt. Insgesamt schätzen die Bau-Experten, dass rund 40 000 Klosterformatsteine und 4500 Formsteine verbaut werden müssen; dabei werden über 2000 Quadratmeter Fugen erneuert.

Michael Hollinde

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