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Lübeck Possehlbrücke: Ab Ende des Jahres wieder befahrbar
Lokales Lübeck Possehlbrücke: Ab Ende des Jahres wieder befahrbar
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23:19 20.03.2017
Baustelle Possehlbrücke: Seit März 2015 ist ein Teil der alten Brücke abgerissen. Noch ist nichts von der neuen Querung zu sehen. Quelle: Holger Kröger
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Genin

Betroffen sind täglich 32500 Autofahrer und 3200 Radler. Das Tempolimit beträgt 20 Kilometer pro Stunde. Für Fußgänger soll eine kleine Behelfsbrücke angehängt werden. Kosten: 450000 Euro. Einzig: Nur Wagen mit 2,30 Meter und weniger als 3,5 Tonnen Gewicht können über die Brücke fahren. Für Wohnmobile und Lastwagen sind die Fahrspuren zu schmal. Sie müssen weiter Umwege nehmen, die dann aber nicht mehr so stark befahren sind, da die Autos über die Possehlbrücke rollen. Der Bauausschuss hat dieser Lösung zugestimmt. Nächste Woche muss der Hauptausschuss sie absegnen.

Lösung kostet 450 000 Euro – Zum Weihnachtsgeschäft steht der erste Teil der neuen Querung – Ab 24. April wird Baustellen-Ampel getestet.

32500 Autofahrer und 3200 Radler sind täglich von der Baustelle Possehlbrücke betroffen.

„Das ist eine raffinierte und überzeugende Lösung“, lobt Bausenator Franz-Peter Boden (SPD). Aktuell geht es nur stadteinwärts über die marode Querung – und das schon seit zwei Jahren. Eine erste, kleine Lösung soll es bereits in einem Monat geben. Am 24. April wird eine Baustellen-Ampel an der Brücke aufgebaut. Dann können die Autos im Wechsel die Brücke nutzen und somit die Querung in beide Richtungen befahren. Die Stadt will diese Variante testen. Wenn dadurch aber zu viele Staus entstehen, vor allem am Berliner Platz, baut die Verwaltung die Ampel wieder ab. „Wir werden beobachten, wie das läuft“, so Matthias Drever, Bereichschef Verkehr.

Die große Lösung ist aber viel wichtiger: Bis zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft soll der erste Teil der Querung stehen – mit gut fünf Metern Breite. Darüber fahren dann die Wagen. Dafür wird dieser Teil der Brücke extra mit Stahl verstärkt – denn er ist eigentlich Fußgängern und Radfahrern vorbehalten, wenn der komplette Neubau steht. Außerdem wird dort nun eine Mini-Behelfsbrücke angehängt.

Sie sollte ursprünglich nur knapp einen Meter breit sein – und die großen Versorgungsleitungen für den Süden der Stadt tragen. Jetzt wird sie auf 1,65 Meter verbreitert, so dass darüber dann auch Fußgänger gehen können. Diese kleine Behelfsbrücke wird wieder abgerissen, wenn der Neubau der Possehlbrücke komplett steht.

Warum hat die Stadt diese Variante nicht von Anfang an vorgesehen? „Zu dieser Lösung konnten die Ingenieure erst kommen, nachdem die Brücke weiter geplant wurde“, sagt Boden. Außerdem: Ursprünglich sollte die neue Possehlbrücke jetzt schon fertig sein. Im März 2015 wurde bereits ein Teil der alten Querung abgerissen, der zweite Teil steht noch. Doch die Arbeiten an der neuen Brücken kommen nur zäh voran. Derzeit geht die Stadt davon aus, dass die neue Brücke Mitte 2018 fertig ist. „Ich kann nicht ausschließen, dass es auch länger dauert“, sagt Drever. Denn es gibt immer wieder Verzögerungen. Diese Woche sollte ein Bohrgerät kommen. Das sei aber kaputt. Die Kosten für den Neubau der Possehlbrücke liegen zwischen 12,5 und 15,1 Millionen Euro. Ursprünglich vorgesehen waren zwölf Millionen Euro. Der Hintergrund: Stadt und Baufirma Wayss & Freytag streiten darüber, wie die neue Possehlbrücke errichtet werden soll und was sie genau kostet.

Zufrieden mit der Possehlbrücken-Lösung sind die Unternehmenschefs in Genin. „Besser spät als nie“, sagt Sprecher Detlef Zielke vom Verein der Gewerbetreibenden. Erst massiver Protest der Geniner Firmeninhaber hat diese Lösung ermöglicht. Denn das Gewerbegebiet im Süden der Stadt ist seit der halbseitigen Sperrung der Possehlbrücke abgehängt. Dort stünden 3500 Jobs auf dem Spiel, sagt Zielke.

Daraufhin hat die Stadt eine Machbarkeitsstudie für eine Behelfsbrücke erstellen lassen. Das Ergebnis: Sie würde zwischen 2,1 und 2,5 Millionen Euro kosten. Der Bau könnte erst Ende 2017 starten.

„Das rechnet sich nicht im Verhältnis zur Zeit“, sagt Boden. Doch jetzt steht die neue Lösung, so dass die Possehlbrücke Ende 2017 wieder frei befahrbar ist.

 Josephine von Zastrow

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