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Lübeck Possehlbrücke: Innensenator fordert Ampel für Rettungswagen
Lokales Lübeck Possehlbrücke: Innensenator fordert Ampel für Rettungswagen
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22:25 04.08.2016
Nur in eine Richtung: Auf der Possehlbrücke ist es eng – und es geht seit Ende März 2015 nur stadteinwärts. Wer stadtauswärts will, muss große Umwege fahren – auch Sanitäter, Notärzte und Feuerwehrleute. Eine Ampel für Rettungswagen soll das ändern. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat

Es ist eng. Wenn sie es eilig haben, kommen Sanitäter, Notärzte und Feuerwehrleute kaum noch durch den Verkehr. Denn Lübeck steht im Stau. Jetzt fordert Innensenator Ludger Hinsen (CDU) eine Ampel für die Rettungskräfte an der Possehlbrücke. Die Brücke ist nur stadteinwärts zu befahren, weil sie neu gebaut wird. „Ich würde so eine Ampel sehr begrüßen“, erklärt Hinsen auf LN-Anfrage. Damit könnten die Rettungswagen dann auch stadtauswärts düsen, um Uniklinikum und Sana-Klink zu erreichen. Die Bauverwaltung untersucht das Ansinnen derzeit, sie ist für Lübecks Ampeln zuständig. „Ich hoffe auf eine wohlwollende Prüfung“, so Hinsen. Feuerwehr-Chef Bernd Neumann stimmt zu: „Eine Feuerwehrampel an der Possehlbrücke würde sehr helfen.“ Gestern Abend haben sich Hinsen und Neumann getroffen, um das Thema zu besprechen.

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Unterstützung kommt vom Feuerwehr-Chef – Vorstoß wird von der Bauverwaltung geprüft – „Massive Beeinträchtigung“ der Rettungsdienste durch viele Baustellen in der Stadt.

Das Problem: Die Possehlbrücke ist zwar schon länger einseitig gesperrt – seit Ende März 2015. Doch jetzt sind etliche Baustellen dazugekommen. Der Koberg ist seit dem 25. Juli dicht, der Sandberg gesperrt, in der Hüxtertorallee geht es nur einspurig Richtung Mühlentorteller, und so weiter. Daher sind auch die Ausweichrouten für die Rettungswagen schwer passierbar.

„Natürlich werden durch die Verkehrssituation auch die Einsätze der Feuerwehr und des Rettungsdienstes massiv beeinträchtigt“, macht Neumann klar. Die Fahrer müssten sich immer neue Wege suchen.

„Daher ist die Belastung auf den Einsatzfahrten groß“, so Neumann. Glücklicherweise habe es aber keinen Einsatz gegeben, „bei dem die Baustellen-Situation wirklich zum Problem geworden ist“, erklärt Hinsen. Dennoch: Bereits 2015 haben es Rettungswagen und Notärzte nur bei 91 Prozent der 28

566 Einsätze geschafft, in zehn Minuten vor Ort zu sein. Angepeilt sind indes 95 Prozent. Der Grund dafür: „schwierige Verkehrssituationen zum Beispiel Baustellen“. So steht es in einem Bericht der Verwaltung. Daher sagt Hinsen: „Wenn jetzt noch viele unvorhergesehene Baustellen hinzukommen, haben wir ein Problem.“

Angestoßen hat die Debatte Heidi Menorca (CDU). Die Arbeiten an der Possehlbrücke dauern länger als geplant – zudem ist die City derzeit verstopft. „Ein Zeitverlust von drei Minuten für den Rettungswagen geht gar nicht“, macht sie klar. Oftmals versuchten diese durch Holsten- und Wahmstraße in Richtung Klinik zu rauschen. Denn über die Possehlbrücke kommen sie nicht stadtauswärts. Doch auch in der Altstadt gibt es kein Durchkommen. „Es gibt nur anderthalb Fahrspuren – und dort fahren viele Busse“, beschreibt Menorca die Situation. Daher ihr Vorschlag einer Ampel für Rettungswagen.

Sie soll technisch ähnlich funktionieren wie die Schranke zum Skandinavienkai – oder die am Mönkhofer Weg. Sie machte den Weg frei in den Hochschulstadtteil. Via eingebautem Chip können die Rettungswagen die Barriere öffnen.

„Wenn es technisch möglich ist, halte ich so eine Ampel für sinnvoll“, erklärt GAL-Fraktionschefin Antje Jansen. Denn bei einem Einsatz der Rettungswagen „geht es um Leben und Tod“. FDP-Vormann Thomas Rathcke nickt: „Einen Versuch ist es wert.“ Man müsse ausprobieren, ob eine Ampel funktioniere – oder für noch mehr Verkehrschaos sorge. „Es spricht nichts dagegen“, sagt auch Silke Mählenhoff (Grüne). Sie begrüßt den CDU-Vorstoß. Volker Zahn (SPD) ist überrascht: „Wenn es da ein Problem gibt, erwarte ich, dass man darüber redet.“ Sollte es aber Defizite für die Rettungswagen geben, „brauchen wir eine Regelung.“ CDU-Mann Jochen Mauritz fordert ein Gesamtkonzept, „um Hindernisse für die Rettungsdienste zu vermeiden“. Er will „Verkehrskonzepte und ein BaustellenManagement, die nicht zu Lasten der Rettungsdienste gehen“.

 Josephine von Zastrow

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