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Lübeck Possehlbrücke: Jetzt kommt die Wechselampel
Lokales Lübeck Possehlbrücke: Jetzt kommt die Wechselampel
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11:18 10.01.2017
Seit Mitte 2015 können Autofahrer nur noch stadteinwärts über die Possehlbrücke fahren. Quelle: Holger Kröger
Lübeck

Sieg für die Firmenchefs: Ab April kriegt die Possehlbrücke eine Ampel. Sie soll den Verkehr so regeln, dass die Autos in beide Richtungen über die Querung rollen können, also abwechselnd stadteinwärts und stadtauswärts. Das ist das Ergebnis eines Runden Tischs. Mit dabei waren Unternehmenschefs aus Genin, Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) und Fachleute des Bauamtes.

Die Wechsel-Ampel ist als Test angelegt – auf vier Wochen. Der Versuch wird aber vorzeitig abgebrochen, wenn dadurch die Staus am Lindenteller oder Berliner Platz zunehmen. Das Problem: Seit März 2015 können die Autos nur stadteinwärts in Richtung Innenstadt über die Possehlbrücke fahren. Denn die alte Querung ist marode, wird neugebaut – ist aber schon zur Hälfte abgerissen. Doch der Neubau verzögert sich um anderthalb Jahre. Jetzt soll er erst im Juni 2018 fertig sein. Das hat die Unternehmer auf die Barrikaden getrieben. Denn ihre Mitarbeiter und Kunden müssen weite Umwege fahren: Das kostet Zeit und Geld. Im Gewerbegebiet Genin sind 3500 Jobs in Gefahr, so das Argument der Firmenchefs. Sie fordern während der Bauzeit der Possehlbrücke eine Behelfsbrücke, über die die Autos fahren können. Jetzt soll der Bauausschuss entscheiden, ob eine Machbarkeitsstudie für so eine Ersatzbrücke in Auftrag gegeben wird. Die Sitzung ist am Montag, 16. Januar.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis“, sagt Detlef Zielke, Sprecher der Geniner Unternehmer. Aber er macht klar: „Die Wechsel- Ampel ist nur eine kurzfristige Lösung.“ Die Firmenchefs wollen die Ersatzbrücke. „Das ist unser Ziel“, sagt Zielke. Er hatte Fachleute zu dem Treffen im Rathaus mitgebracht. Sie hätten dargelegt, dass eine Behelfsbrücke in weniger als zwölf Monaten errichtet werden könnte und weniger als 3,5 Millionen Euro kosten würde.

„Es ist machbar“, sagt Zielke. Denn er fürchtet, dass der Neubau der Possehlbrücke sich noch weiter verzögert. Nach seinen Angaben hat die Baustelle Possehlbrücke bereits zu einem volkswirtschaftlichen Schaden in Höhe von sechs Millionen Euro geführt. Im Juni 2018 sei er doppelt so hoch.

„Wir nehmen die Sorgen und Nöte sehr ernst“, sagt Bürgermeister Saxe. Selbstverständlich sei es sein Ziel, „die Verkehrsbehinderungen und die damit verbundenen wirtschaftlichen Einbußen möglichst gering zu halten“. Doch: „Bedauerlicherweise gibt es aber beim Neubau der Possehlbrücke kaum Handlungsoptionen.“ Die Stadt hatte bisher alle Vorschläge der Geniner abgelehnt. Bereichsleiter Verkehr Stefan Klotz hatte betont: „Es ist eine Situation, mit der wir leben müssen.“ Es gebe kaum Platz, um eine Ersatzquerung neben der Possehlbrücke zu errichten, der Bau würde mindestens zwölf Monate dauern und koste 3,5 Millionen Euro. Auch eine Wechselampel wurde bisher abgelehnt, weil sie zu mehr Stau in der Innenstadt führen würde.

Von Josephine von Zastrow

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