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Lübeck Possehlbrücke wieder Einbahnstraße
Lokales Lübeck Possehlbrücke wieder Einbahnstraße
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15:56 09.01.2018
Über die Possehlbrücke geht es ab Sommer wieder nur noch stadteinwärts. Quelle: Holger Kröger
Lübeck

Eine Brücke nach der anderen bröckelt. Jetzt ist die Lachswehrbrücke dran, sie liegt direkt vor der Possehlbrücke, wenn man stadtauswärts fährt. Vom Lindenteller geht es über Moislinger Allee und Lachswehrallee über die gleichnamige Brücke bis zur Possehlbrücke. Die Lachswehr-Querung von 1968 ist marode und muss erneuert werden. Die Bauverwaltung macht Druck. „Wenn eine Sanierung des Bauwerks zum jetzigen Zeitpunkt erfolgt, ist eine Erhaltung für weitere 30 bis 40 Jahre zu erwarten“, heißt es in ihrem Bericht. Ein Neubau würde wesentlich teurer. Kosten: satte zwölf Millionen Euro.

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Das Problem: Wenn die Lachswehr-Querung saniert wird, dann ist auch die Baustelle Possehlbrücke betroffen. An dieser maroden Querung wird seit März 2015 gearbeitet. Sie ist zur Hälfte abgerissen und soll durch einen Neubau ersetzt werden. Der sollte schon längst fertig sein, doch es geht nicht voran, weil Stadt und Baufirma miteinander im Clinch liegen.

Wird jetzt die Lachswehr-Querung saniert, muss die Possehlbrücke wieder gesperrt werden – in Richtung stadtauswärts. Denn: Über die Lachswehrallee können die Autos während der Bauzeit weiter fahren – in jede Richtung auf einer Spur. Wer über die Lachswehrallee stadtauswärts fährt und dann vor der Possehlbrücke links in die Possehlstraße einbiegen will, hat während der Bauzeit freie Fahrt. Für diesen Linksabbieger gibt es Platz. Doch für eine weitere Spur über die Possehlbrücke ist der Abschnitt zu schmal. Daher muss die Possehlbrücke gesperrt werden, so die Bauverwaltung. Wenn nicht, gibt es Stau. Prognostiziert ist eine Länge von bis zu einem Kilometer und einer Wartezeit von 40 Minuten. Das haben die Bauleute der Stadt errechnet. Daher wird die Baustellen-Ampel an der Possehlbrücke wieder abgebaut – und die Possehlbrücke erneut zur Einbahnstraße in Richtung stadteinwärts.

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Das indes lehnt der Gewerbeverein Genin ab. „Das finde ich falsch“, macht Vorsitzender Detlef Zielke klar. „Die Menschen haben sich an die Baustellen-Ampel gewöhnt.“ Die wurde auf Initiative der Unternehmer aufgebaut. Sie hatten massiv bei der Stadt protestiert, weil ihr Gewerbegebiet seit der Baustelle Possehlbrücke kaum erreichbar ist. Denn seit März 2015 ist die marode Querung zur Hälfte abgerissen, Autos durften nur noch stadteinwärts rollen. Im April 2017 setzen die Unternehmer die Baustellen-Ampel durch.

„Aber wir fordern weiterhin, dass die Possehlbrücke zweispurig befahrbar ist“, sagt Zielke. „Dann würde es weniger Verkehrsprobleme in Lübeck geben.“ Die Bauverwaltung hatte sogar eine Lösung präsentiert. Kosten: 450 000 Euro. An die fertige Brückenhälfte sollte eine provisorische Fahrbahn angehängt werden. Doch die Baufirma wollte nach LN-Informationen ganze zwei Millionen Euro dafür haben. Also lehnte die Stadt ab. Sie und die Baufirma streiten sich immer noch über Baukosten und Fertigstellung der neuen Possehlbrücke.

Immerhin: Wenn die Possehlbrücke wieder zur Einbahnstraße wird, will die Bauverwaltung den Stau im Süden der Stadt verhindern. Dafür wird ein provisorischer Bypass am Mühlentorteller eingerichtet. Er ist für die Autofahrer gedacht, die von der Mühlentorbrücke in die Kronsforder Allee einbiegen wollen. In dieser Straße sollen die Ampeln zudem besser geschaltet werden. Und: Es soll ein zweispuriger Linksabbieger von der Kronsforder Allee in die Berliner Allee eingerichtet werden.

Von Josephine von Zastrow

Die ersten Teile für den Neubau der Possehlbrücke sind an der Baustelle eingetroffen. Einen Eindruck davon erhalten Sie in  unserer Bildergalerie.
Heute morgen begann der Abbruch der Possehlbrücke.
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