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Lübeck Possehlbrücken-Ampel: Test geht noch weiter
Lokales Lübeck Possehlbrücken-Ampel: Test geht noch weiter
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22:14 16.05.2017
„Jetzt ist es ganz okay, vor Kurzem wartete man ewig.“ Benjamin Schoeneck (29)

Es geht weiter. Der Test für die Ampel an der Possehlbrücke wird noch zwei Wochen laufen. Das erklärt Senatorin Joanna Glogau (parteilos) im Bauausschuss. „Es ist legitim, solche Maßnahmen auszuprobieren“, sagt sie. Ob aus dem Ampel-Versuch an der Baustelle Possehlbrücke eine dauerhafte Lösung wird, werde der Senat entscheiden. Das bisherige Test-Ergebnis: „Es gibt keine Staureduzierung, sondern eine Verlagerung“, sagt Matthias Drever, stellvertretender Bereichleiter Verkehr. Vor allem am Berliner Platz staut es sich – morgens, doch vor allem abends. „Die Busse haben bis zu 35 Minuten Verspätung am Abend“, berichtet Drever. Morgens indes habe sich die Sache eingependelt.

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„Ohne Ampel ist es besser, abends steht man zu lange.“ Susanne Pichler (34)

Viel befahren

Die Possehlbrücke von 1956 ist marode und wird durch einen Neubau ersetzt. Die Querung ist aber eine der Hauptverkehrsadern. Betroffen von der Baustelle sind täglich 32500 Wagen und 3200 Radfahrer.

Daher gibt es reichlich Lob. „Der Verkehr fließt“, freut sich Detlef Zielke, Sprecher des Gewerbevereins Genin. Das sei das Ziel der Unternehmer gewesen. „Ich glaube, es wäre sinnvoll, die Ampel dauerhaft zu installieren“, so Zielke. „Die Situation hat sich erheblich verbessert“, sagt auch Olivia Kempke, Chefin des Lübeck-Managements. Vor allem habe sich auch der Schleichverkehr durch die Innenstadt reduziert. „Das ist eine deutliche Entlastung.“ Die Grünen sind ebenfalls zufrieden. „Es gibt eine erhebliche Verbesserung in der Wallstraße“, sagt Arne-Matz Ramcke.

Vor zwei Wochen sah es noch ganz anders aus: Beim Teststart der Baustellen-Ampel war der Berliner Platz komplett dicht. Vor einer Woche hat die Stadt jetzt die Ampelschaltung geändert. „Das hatte ich angemahnt“, sagt Genin-Sprecher Zielke. Nun gibt es in Richtung Innenstadt eine längere Grünphase, in Richtung stadtauswärts ist sie dafür kürzer. Das Verhältnis: Dreiviertel zu einem Viertel. „Mehr geht nicht“, sagt Drever. Sonst würden die anderen Ampelphasen in der Stadt in Mitleidenschaft gezogen, es würde keine grüne Welle mehr geben. Und: Eine Ampelschaltung, die sich je nach Verkehrsaufkommen ändert, würde mehr Geld kosten. Bisher hat der Test die Stadt 30000 Euro gekostet. Außerdem: „Wir haben viel Kritik von Radfahrern bekommen“, sagt Drever. Denn die dürfen nun nicht mehr über die Straße fahren, sondern müssen ihr Rad auf dem Gehweg schieben.

Da widerspricht Rolf Hagen vom ADFC: „Das Fahrverbot für Radfahrer ist rechtlich gar nicht zulässig.“ Er zitiert die Straßenverkehrsordnung: „Nur wenn eine Gefahr droht, darf man das Fahren von Radfahrern verbieten.“ An der Possehlbrücke gebe es aber keine Gefahr. „Die Autos dürfen Tempo 20 fahren – das ist ein adäquates Tempo für Radfahrer.“ Außerdem habe die Stadt gar keine Verbotsschilder aufgestellt. Er ärgert sich: „Wir wollen fahrradfreundliche Stadt werden – und dann das.“

Die Experten der Bauverwaltung stehen dem Ampel-Versuch eigentlich ablehnend gegenüber. Nur auf Druck der Unternehmer in Genin haben sie dem Test zugestimmt. Die hatten massiv bei Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) protestiert, weil ihr Gewerbegebiet seit zwei Jahren schwer zu erreichen ist. Denn seit März 2015 ist die Possehlbrücke zur Hälfte abgerissen, Autos durften nur noch stadteinwärts rollen.

Doch der Neubau der maroden Possehlbrücke dauert länger als erwartet. Geplant war, dass der Neubau schon steht. Aktueller Zeitplan: Mitte 2018 soll die Brücke fertig sein. Allerdings ist von der neuen Querung noch nichts zu sehen.

Josephine von Zastrow

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