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Lübeck Diebstahl bei Pkws: Die Polizei klärt auf
Lokales Lübeck Diebstahl bei Pkws: Die Polizei klärt auf
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18:12 06.12.2018
Mit einer Taschenlampe durchleuchtet Polizist Stephan Löhndorf das Fahrzeug von Dietrich Janke und erklärt ihm, worauf er achten sollte. Quelle: Felix König
St. Jürgen

Der Parkplatz am Brink: Dreimal pro Woche verkaufen Händler hier ihre Waren auf dem Wochenmarkt. In der anderen Zeit ist es ein Parkplatz – zentral gelegen und leicht zu erreichen. Schwindet das Tageslicht, gibt es viele dunkle Ecken auf dem Platz. Ein Paradies für Einbrecher, die es auf die Wertsachen im Fahrzeug abgesehen haben. Leicht und ungestört ist die Scheibe eingeschlagen oder die Fahrzeugtür aufgehebelt. Und das, obwohl direkt daneben die viel befahrene Ratzeburger Allee liegt. Ob in der Nacht oder am helllichten Tag – Diebstähle aus Fahrzeugen sind ein ganzjähriges Problem.

Das geschlossene Auto ist kein Tresor

Stephan Löhndorf und seine Kollegin Silke Ziemann kennen die Tricks und Methoden der Diebe – aber auch die Leichtsinnigkeit der Fahrzeug-Besitzer. Viele würden sich keinen Kopf machen über Wertgegenstände, die im Auto liegen. „Sie denken, das abgeschlossene Auto ist wie ein Tresor“, sagt Löhndorf. Aber dem sei nicht so. Scheibe einschlagen, das Türschloss zerstören oder die Tür aufhebeln – „Das geht ruckzuck. Einmal reingegriffen, und innerhalb von 30 Sekunden ist der Dieb mit seiner Beute wieder weg.“ Dagegen wollen sie im Rahmen einer Präventionsmaßnahme mit Kollegen der Polizeistationen St. Jürgen und Hüxtertor etwas tun. Das Ziel der Aktion: das Bewusstsein der Pkw-Fahrer im Umgang mit ihren Wertsachen zu schärfen.

Einbrüche in Zahlen

In Lübeckkommt es häufig zu Einbrüchen in Autos. Laut der polizeilichen Kriminalstatistik kam es 2017 in der Hansestadt zu 1494 Diebstählen aus einem Pkw. Im Vorjahr waren es 174 weniger. Und die Aufklärungsquote ist sehr niedrig. 2017 konnten gerade einmal 6,5 Prozent der Diebstähle aufgeklärt werden. 29 der ermittelten Täter waren laut Kriminalstatistik Erwachsene – etwa 20 Personen waren unter 21 Jahre alt.

Am Eingang des Parkplatzes am Brink haben sie sich aufgestellt und fangen Passanten ab, die aus der Stadt zu ihrem Pkw zurückkehren. „Haben Sie schon einmal etwas mit Diebstahl aus einem Pkw zu tun gehabt“, fragt Löhndorf einen Herren, der gerade auf dem Weg zu seinem Wagen ist. „Ja, vor vielen Jahren, da wurde mal die Scheibe eingeschlagen und einiges geklaut“, sagt Dietrich Janke. Löhndorf nickt und sagt: „Darf ich mal in ihr Auto leuchten, und schauen, was ich Ihnen für die Zukunft raten kann?“

Gelegenheitsdiebe suchen nach offenen Autos

Unter dem prüfenden Blick der Polizeibeamten diskutieren sie potenzielle Anreize für Diebe. „Ich rate immer, alles aufzumachen – also Kofferraumabdeckung und Handschuhfach.“ Das zeige dem potenziellen Täter: „Hier gibt es nichts zu holen“, erklärt Silke Ziemann. Oft würden Pkw-Besitzer auch vergessen, ihr Fahrzeug abzuschließen. Das passiere öfter, als man denkt, und Gelegenheitsdiebe laufen gezielt über Parkplätze und suchen nach diesen Fahrzeugen.

Mit einer Taschenlampe leuchtet Stephan Löhndorf in die Autos und erklärt den Fahrzeugbesitzern, worauf sie in Zukunft achten sollten. Quelle: Felix König

„Es sind die Anreize, die man den Dieben gibt“, sagt Polizeibeamtin Silke Ziemann. Alles, was einen gewissen Wert hat, wird gestohlen. Fahrzeugpapiere, Hand- und Sporttaschen sowie Bargeld sind dann die häufigsten Diebesgüter – aber auch Pfandflaschen und Jacken wurden schon aus Fahrzeugen geklaut. Die Täter: Ein besonderes Klientel, sagt Ziemann. Viele Straftaten fallen unter die Beschaffungskriminalität. Es sind Personen, die zum Beispiel drogenabhängig sind, die schnellstmöglich an Geld kommen wollen.

Und obwohl Dietrich Janke stets bedacht ist, dass nichts im Auto liegt, wird auch er in Zukunft die Kofferraumabdeckung weglassen.

Fabian Boerger

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