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Lübeck Private Sammler stellen Kurioses im St.-Annen-Museum aus
Lokales Lübeck Private Sammler stellen Kurioses im St.-Annen-Museum aus
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22:25 20.01.2017
Vielfache Begegnung mit Donald: Museumspädagogin Irena Trivonoff zu Besuch bei Klaus Lange, der selbstverständlich zur Feier des Tages eine Donald-Krawatte trägt. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat
Lübeck

Schon erstaunlich, was Lübecker so alles sammeln: Mumifizierte Tiere, Kreisel in allen Variationen, Nähnadel-Mappen, Funde aus dem Garten, Wüstensand, Zirkusplakate und vieles mehr. Die Lübecker Museen hatten – quasi parallel zur Kunst-Sammelaktion – dazu aufgerufen, eigene, private Sammelleidenschaften zu präsentieren. „Ich hätte nie mit einer solchen Resonanz gerechnet“, sagt Museumspädagogin Irena Trivonoff (30), die sich die Aktion ausgedacht hat und sie betreut. 26 Sammlerinnen und Sammler meldeten sich binnen weniger Tage bei ihr.

An zwei Tagen im Frühjahr stellen Lübecker Sammler Kurioses und Besonderes im St.-Annen- Museum aus.

Jede Sammlung schaut sie sich an, entweder auf Fotos, die per E-Mail bei ihr auflaufen, oder aber direkt vor Ort – wie gestern bei dem Donaldisten Klaus Lange.

Wohin man auch im ehemaligen Kinderzimmer des Einfamilienhauses im Heiweg blickt, findet man Donald oder seine Verwandten. Ob als Fußmatte, Tasse, Serviette, Shirt, Bettwäsche, Spiel oder Schwimmente zum Aufziehen: Es gibt beinahe nichts, was es im Sammelraum des Informatikers nicht gibt. Von Heften und Büchern einmal ganz abgesehen. „Das hat irgendwie während meines Studiums angefangen“, sagt der 62-Jährige. Wie so viele spätere Donaldisten hatte er das Buch „Die Ducks“ eines gewissen Grobian Gans aus dem Jahr 1972 gelesen, ein Psychogramm der Sippe Donalds. Fortan sammelte Lange – nicht fieberhaft, „sondern immer dann, wenn ich zufällig irgendetwas sah“. Was er als echter Donaldist kategorisch ausschließt: „Das Sammeln der italienischen Hefte, denn die sind schlecht übersetzt.“

Natürlich bekam Lange im Laufe der Jahre immer wieder etwas geschenkt. Vor nicht allzu langer Zeit hat ihm eine seiner Töchter einen Lego-Donald aus Thailand mitgebracht. Noch während seines Studiums hatte er vorübergehend einen Lehrauftrag für Mathematik und Physik. „Am Ende des Kurses bauten mir die Studenten eine Donald-Marionette.“ Die hängt bei Langes am Schrank und hat zwar für eine Ente einen etwas zu spitzen Schnabel, ist aber ein schönes Erinnerungsstück. Ebenso wie die Donald-Bilder, die seine drei Kinder ihm gemalt haben.

Ehefrau Helga (56) räumt ein, dass der Donald-Tick ihres Mannes „erst etwas befremdlich für mich war, als ich Klaus kennenlernte“. Aber im Laufe der Jahre habe sie sich daran gewöhnt. Und inzwischen ist sie diejenige, die die große Sammlung im Obergeschoss regelmäßig abstaubt.

Eigentlich, sagt Lange, sei er nicht der Ober-Donaldist aus Lübeck. Den Titel hätten eher die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Thomas Rother und Wolfgang Baasch verdient. Doch die haben sich bislang nicht bei Irena Trivonoff gemeldet. Die sucht „eine möglichst große Bandbreite“ an Sammelgegenständen und ist derzeit aufgrund der bereits eingegangenen Meldungen optimistisch, dass sie im April und Mai eine Vielfalt präsentieren kann.

Interessant ist auch das Hobby des Travemünder Neuropsychologen Prof. Dr. Erich Kasten (63). Der nämlich erwirbt seit rund 20 Jahren alte Mikroskope und restauriert sie in liebevoller Kleinarbeit.

„Am Restaurieren habe ich am meisten Spaß“, sagt Kasten. In seinem Beruf müsse er den ganzen Tag denken, da sei das Handwerkliche ein schöner Ausgleich. Etwa 100 Exemplare hat er inzwischen beisammen, die meisten stammen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Warum ausgerechnet Mikroskope? „Weil sie für mich der Inbegriff der Wissenschaft sind, denn sie ermöglichen, kleine Dinge groß

zu sehen.“

Wertvolles und Kurioses

Wer seine Sammlung präsentieren möchte, kann sich bei Irena Trivonoff unter der Telefonnummer 0451/ 1224273 oder per E-Mail an irena.trivonoff@luebeck.de melden.

Gezeigt werden die Auszüge aus den Sammlungen dann am 1. April oder 6. Mai im St.-Annen-Museum. Dabei haben Sammler dann auch Gelegenheit, sich mit anderen auszutauschen. Vom 5.

Februar an werden hier zunächst einmal die kostbaren Kunstwerke von Lübecker Sammlern gezeigt.

 Sabine Risch

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