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Lübeck Kohlenhof-Bebauung: Keine Einigung im Ortsrat
Lokales Lübeck Kohlenhof-Bebauung: Keine Einigung im Ortsrat
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16:09 13.09.2018
Begehrt: Die Kohlenhofspitze ist eines der letzten Filet-Stücke auf dem Priwall. Quelle: FOTO: Krohn
Travemünde

Das Thema soll im Oktober erneut auf der Tagesordnung stehen. Soll auf dem Priwall an der Kohlenhofspitze ein weiteres Hotel gebaut werden? Steht die Stadt in der Pflicht, den Vertrag mit Waterfront-Investor Sven Hollesen über den zweiten Bauabschnitt einzuhalten? Hat Wohnungsbau Vorrang vor neuen touristischen Betten?

Über diese und andere Fragen hat der Travemünder Ortsrat während seiner jüngsten Sitzung ausgiebig debattiert. Dabei wurde deutlich: Die Meinungen über eine Bebauung des Kohlenhof-Geländes gehen weit auseinander.

Erster Entwurf sah Hotel und drei Gebäude vor

Worum geht es? Investor Hollesen gehört bereits ein Teil des Areals zwischen Passathafen und Fähranleger, die sogenannte Kohlenhofspitze. Das Gelände am Kohlenhofkai hat Hollesen von der Stadt vorerst gepachtet.

In einem ersten Entwurf, den der Investor vor zehn Jahren vorlegte, sollen auf den Flächen ein Hotel sowie drei Gebäude mit Eigentumswohnungen gebaut werden. Einen Bebauungsplan für das gesamte Areal gibt es noch nicht, auch keine Bauvoranfrage von Hollesen, wie Ortsratschef Gerd Schröder (CDU) mitteilte.

Wie weit soll der Priwall noch bebaut werden?

„Es reicht, was bisher auf dem Priwall gebaut wurde. Irgendwann ist mal Schluss. Ein weiteres Hotel wäre eine Nummer zu groß für Travemünde“, verdeutlichte Schröder während der Sitzung. Und: „Wir brauchen günstigen Wohnraum für junge Familien.“

Das Kohlenhof-Areal von Travemünde aus gesehen. Die Umweltbehörde prüft, ob es sich um ein schützenswertes Gelände handelt. Quelle: Thomas Krohn

Der Verkauf der Kohlenhofspitze an Hollesen sei im Nachhinein falsch gewesen. „Jeder macht mal Fehler, man muss sie sich aber auch eingestehen können.“

Verprellt die Stadt mit der Ablehnung Investoren?

Bürgerschaftsmitglied Ulrich Krause (CDU) hielt dagegen. Die Stadt habe einen klaren Vertrag mit Hollesen, nach dem dieser auf dem Kohlenhof bauen dürfe. „Ich halte mich daran. Es gehört sich nicht, eine 180-Grad-Wende zu machen. So kann man nachhaltig Investoren verprellen“, sagte Krause.

Sein Parteifreund aus Travemünde, CDU-Ortsverbandvorsitzender Thomas Thalau, sieht es anders: „Unser Vorstand hat sich gegen eine Bebauung auf dem Kohlenhof ausgesprochen.“

Umweltbehörde prüft den Fall auch noch

Bürgerschaftsmitglied Thomas-Markus Leber (FDP) berichtete, dass laut Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) der Ball in Sachen Kohlenhof zurzeit nicht bei der Politik im Feld liege, sondern bei der Umweltbehörde. Diese habe den Auftrag, zu prüfen, ob es sich bei der Fläche um ein schützenswertes Gebiet handele. Sollte dies der Fall sein, habe es sich mit einer Bebauung erledigt.

Nach Aussage des Verwaltungschefs müsse irgendwann die Bürgerschaft entscheiden, ob die Stadt den Vertrag mit Hollesen erfüllt oder viel Geld in die Hand nehmen muss, um den Investor zu entschädigen.

Beschluss: Das Thema wird vertagt

Sabine Haltern (FDP) sprach sich dafür aus, über eine Positionierung des Ortsrats abzustimmen: „Das wäre gegenüber dem Investor nur fair, dann weiß er, woran er ist.“ Damit wollte sich eine Mehrheit im Ortsrat nicht anfreunden.

Bei drei Gegenstimmen wurde beschlossen, das Thema für die nächste Sitzung im Oktober erneut auf die Tagesordnung zu setzen. Eckhard Erdmann, Ortsratsmitglied und Vorsitzender der Gemeinschaft der Priwallbewohner, kündigte an, einen Antrag vorzulegen, nach dem die Bebauung des Kohlenhofs abgelehnt werden soll.

Thomas Krohn

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