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Lübeck Pro Bahn: Haltestellen verlegen
Lokales Lübeck Pro Bahn: Haltestellen verlegen
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20:48 09.02.2018
Eine Bushaltestelle mit direkter Zuwegung zu den Bahnsteigen auf der künftigen Bahnhofsbrücke schlägt Pro Bahn vor. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Stefan Barkleit, Landesvorsitzender von Pro Bahn Hamburg/Schleswig-Holstein, regte bei einer öffentlichen Fraktionssitzung der Grünen die Verlagerung von Bushaltestellen an. So sollte eine Haltestation auf der neuen Bahnhofsbrücke angelegt werden – inklusive einer Verbindung zu den Bahnsteigen. Außerdem könnte die Haltestelle Linden Arcaden direkt an den Hauptbahnhof verlegt werden.

Bisher müssen Reisende, die mit dem Bus zum Hauptbahnhof fahren, entweder am Zob oder an den Linden Arcaden aussteigen. Barkleit sprach sich auch für einen Nachtbusverkehr aus. Fahrgäste, die nach Mitternacht per Zug aus Hamburg am Lübecker Hauptbahnhof ankommen, müssten die Möglichkeit haben, mit dem Bus nach Hause zu fahren.

Der Landesvorsitzende von Pro Bahn bewertete auch die neuen Pläne für die Zugstrecke Hamburg–Lübeck. Ab 2022 soll der Halbstundentakt ausgedehnt und auch an Wochenenden angeboten werden, außerdem mehr Sprinter- und Nachtzüge eingesetzt werden. Neue Waggons würden die Sitzplatzzahl zwar von 828 auf 800 verringern, aber dafür würden die Züge häufiger fahren. Dennoch ist Pro Bahn nicht zufrieden mit der Ausweitung. „Wir gehen davon aus, dass das Fahrgastaufkommen deutlich stärker zulegen wird“, sagte Barkleit, „tendenziell wird es enger in den Zügen.“

Skeptisch zeigte sich Barkleit beim Thema Lübeck in den HVV. Der Hamburger Verkehrsverbund habe einen hohen Zuschussbedarf, „die Erlöse sind überschaubar“, sagte der Landesvorsitzende. Pro Bahn setze eher auf die Verbesserung des Services und mehr Züge, als auf günstigere Fahrpreise.

„Die Anbindung Lübecks an den HVV wird kommen“, hielt Grünen-Kreisvorsitzender Thorsten Fürter entgegen. Ende September hat die Bürgerschaft einen entsprechenden Prüfauftrag beschlossen. „Der Stadtverkehr hat nichts dagegen“, erklärte Unternehmenssprecherin Gerlinde Zielke, „aber wenn wir dadurch weniger Einnahmen haben, muss irgendjemand das bezahlen.“ Zielke musste sich in der öffentlichen Fraktionssitzung viel Kritik über den Stadtverkehr anhören. Der sei zu teuer, zu umständlich und oft nicht attraktiv. „Ich habe elf Jahre in Hamburg gelebt und den HVV erlebt“, berichtete Arne-Matz Ramcke, „der Stadtverkehr in Lübeck ist dagegen eher zum Abgewöhnen.“ Zielke erinnerte daran, dass der Stadtverkehr früher viel öfter gefahren sei, auch nachts und in den Randbezirken. „Da fahren nicht die Massen.“ Das Defizit habe damals 24 Millionen Euro betragen, jetzt sei es bei 15 Millionen Euro gedeckelt. Zielke: „Ich habe den Glauben daran verloren, dass Bürger auf den Bus umsteigen, wenn der billiger ist und öfter fährt.“

Kreisvorsitzender Fürter forderte den Stadtverkehr auf, sich zur Lobby der Fahrgäste aufzuschwingen. Die Grünen seien jedenfalls bereit, mehr städtisches Geld in den Nahverkehr zu stecken.

 dor

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