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Lübeck Projekt Flow: Filmpremiere bei der Gemeindediakonie
Lokales Lübeck Projekt Flow: Filmpremiere bei der Gemeindediakonie
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20:14 29.06.2016

„Lübeck ist jetzt meine Heimat“, sagt Ahmad Hassoun mit direktem Blick in die Kamera. Dass das so ist, liege auch an Stephan Warnke. Denn als Hassoun vor drei Jahren aus Syrien floh, hatte er niemanden. Doch der 25-jährige Syrer fand in dem 34-jährigen Grundschullehrer einen Freund und Mentor, der ihm beim Lernen und der Wohnungssuche unterstützt. Ihre innige Freundschaft haben die beiden vor allem „Flow“ zu verdanken.

Vor etwa eineinhalb Jahren startete das Projekt „Flow – Für Flüchtlinge! Orientierung und Willkommenskultur“ der Gemeindediakonie Lübeck. Es wendet sich vor allem an junge Geflüchtete zwischen 16 und 25 Jahren. Ziel ist die Verbesserung der in vielen Bereichen schwierigen Lebenssituationen der jungen Menschen. Der Berliner Filmemacher Tim Hamelberg begleitete das Projekt mit der Kamera. Am Dienstag wurden die acht Kurzfilme in der Gemeinnützigen aufgeführt.

Das Mentoringprogramm sei die Seele von „Flow“, sagen die Projektleiterinnen Gabriele Sester und Maryam Gardisi. „Dabei bilden je ein Ehrenamtler und ein Flüchtling ein Tandem, um so die verschiedenen Hürden der Integration zu überwinden“, erklären sie. Wohin die Reise geht, entscheidet jedes Team selbst: Ob Hilfe beim Erlernen der Sprache, gemeinsame Freizeitaktivitäten oder die Suche nach einem Praktikumsplatz. Daneben bieten einzelne Mentoren ohne Tandem je nach Bedarf Unterstützung bei Behördengängen oder Nachhilfe. „Im Laufe der Zeit hat sich eine richtige „Flow-Familie“ entwickelt, sagt Gardisi. Durch zahlreiche Schulungen erlangen die Mentoren die interkulturelle Kompetenz, um den Flüchtlingen eine Stütze sein zu können. Die Freundschaft zwischen Ahmad Hassoun und Stephan Warnke wäre ein gutes Beispiel für gelungenes Mentoring.

Neben dem Tandem-Programm sei es „Flow“ ein großes Anliegen, die Willkommenskultur in Lübeck zu fördern, erklärt Sester. „Sport, Musik, Kunst und Kultur sind ideale Möglichkeiten der Begegnung.“

Finanziert wird das Projekt maßgeblich von der Possehl-Stiftung. Aber auch Einnahmen aus der 1. Lübecker Spendengala des Vereins „Lübsches Blech“, der Mariengemeinde und weiteren Institutionen unterstützen das Projekt, so die Projektleiterinnen.„Diese breite Unterstützung für Flow und die gute Entwicklung zeigen uns täglich, dass wir auf einem guten Weg sind. Integration kann gelingen – auf Augenhöhe.“

Elisabeth Riedel

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