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Lübeck HiMate in Lübeck: Integration durch Begegnungen
Lokales Lübeck HiMate in Lübeck: Integration durch Begegnungen
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14:07 20.11.2018
Start des HiMate-Projekts: Sven Schindler (hinten, v. l.), Philipp Köhler, Mustafa Kurtoglu und Tolga Tanriverdi. Unten (v. l.) Ziad Al Sayed und Thomas Noppen. Quelle: Rüdiger Jacob
St. Lorenz Nord

Das Projekt klingt simpel: An Orten der persönlichen Begegnung sollen integrative Freundschaften entstehen. Die Berliner Initiative HiMate will helfen, dass Geflüchtete, aber auch Einheimische neue Freunde finden. Außerdem sollen sie kostenlose Angebote für Kinos, Theater, Konzerte und Sportevents nutzen. In Lübeck kooperiert der Turn- und Sportbund (TSB) mit der deutschlandweiten Initiative. Diese sucht weitere Orte der Begegnung.

Schindler macht den Auftakt

Lübeck ist die erste norddeutsche Stadt, die bei der Aktion mitmacht. Jetzt hat sich Sozialsenator Sven Schindler (SPD) über die Inhalte der Initiative informiert. Er war als erster Tandempartner auserkoren und wird zusammen mit Ziad Al Sayed, einem Flüchtling aus Syrien, dabei sein, wenn die Kicker des heimischen VfB am 16. Dezember gegen Holstein Kiel antreten. „Den Aufschlag für diese tolle Aktion mache ich sehr gerne“, sagte Schindler.

Der Senator zog sich aber erstmal testweise die Boxhandschuhe an. Denn der Boxclub Lübeck war als Ort der Begegnung mit HiMate-Geschäftsführer Thomas Noppen nicht zufällig gewählt worden. „Der Boxclub nimmt in Sachen Integration eine ausgesprochene Paraderolle ein“, lobten Joachim Giesenberg und Pinot Bernet vom TSB. „Wir sind hier an einem Ort, an dem nicht nur Sport betrieben wird“, sagte Philipp Köhler, städtischer Koordinator für Flüchtlingsarbeit. „Es ist eine Adresse, an der Integration gelebt und praktiziert wird“, so Köhler. Die neue Aktion mache die besondere Begegnung, an der Gesellschaft teilzuhaben, möglich. „Es ist einfach eine andere, unbürokratische Struktur, mit der HiMate arbeitet“, so Köhler.

Projekt auch für Einheimische

„Hi, Mate!“ (übersetzt etwa: „Moin, Kumpel“) stehe für ein lockeres, positives „Hallo!“ zwischen zwei Menschen. „Es ist der Start eines Dialogs, ein Kennenlernen und vielleicht sogar eine längere Bindung zu Anbietern und anderen Nutzern“, erklärte HiMate-Gründer Noppen. „Wir wollen Momente schaffen, in denen sich Geflüchtete und Einheimische ungezwungen und auf Augenhöhe begegnen und kennenlernen können“, sagte Noppen.

Gutscheinspenden für Sportangebote

Und so funktioniert das Projekt: Unternehmen spenden Gutscheine für Kultur-, Freizeit- und Sportangebote. HiMate knüpft an bestehende Netzwerke an. In Lübeck ist der TSB der erste Partner. „Damit schaffen wir einen Rahmen für ein gegenseitiges Kennenlernen. Und wenn daraus Freundschaften entstehen, haben wir ein großes Ziel erreicht“, sagte Noppen. Seine Initiative sehe sich ausdrücklich nicht als Flüchtlingshilfe. „Wir sind ein Integrationsprojekt, das sich auch an jene Menschen wendet, die kein Geld haben, um beispielsweise ein Konzert zu besuchen.“ Auch diese Menschen wolle HiMate in das gesellschaftlliche Leben integrieren.

Mit Mustafa Kurtoglu, dem Sportcoach des TSB, war sofort ein erster Projektpartner gefunden. „Denn das vom Landessportverband geförderte Projekt Sportcoaches hat sich ebenso dem Ziel verschrieben, die gesellschaftliche Teilhabe und die Integration zu stärken“, sagte Kurtoglu. „Der Fokus liegt dabei auf Integration durch Sport. Der schafft Verbindungen zwischen Menschen und wird somit ein wichtiger Bestandteil einer gelingenden Integration.“

Näheres unter www.himate.org/de

Rüdiger Jacob

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