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Lübeck Projekt eins: Aja-Hotel
Lokales Lübeck Projekt eins: Aja-Hotel
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18:12 15.04.2017

Es ist nass, kalt, windig, und die Arbeiter auf der Baustelle am Fuße des Maritim-Hotels schauen nicht gerade gut gelaunt drein. Auf den ersten Blick sind an diesem Tag nicht viele auf der Baustelle für das Aja-Hotel mit öffentlichem Schwimmbad und das Apartmenthaus „High End“ zu sehen – zu unübersichtlich ist es auf dem 21000 Quadratmeter großen Grundstück am Leuchtenfeld. Die Bauarbeiter verteilen sich zwischen vier Kränen, unzähligen Baggern, Kreissägen und Materialien für die aktuell anstehenden Gründungsarbeiten.

Auf den zweiten Blick jedoch ist unschwer zu erkennen: Überall sind Männer tätig – insgesamt 40. Zum Beispiel Andrej Schreiber (56), Shqipdon Gajraku (21) und Alexander Schelewer (57) von der Firma Ammersbeker Landschaftsbau, die beim Verschweißen der knallgrünen Abwasserrohre für das „High End“-Apartmenthaus im trüben Grau einen Farbakzent setzen. Hoch über den Köpfen schwebt ein Bündel Stahlstreben, das sich in luftiger Höhe so verformt, dass es glatt als Skulptur durchgehen könnte, an anderer Stelle und an einem anderen Kran fliegt ein Stahl-Element für die Schalung an Projektleitern und Besuchern vorbei. „Wir sind gerade bei den Gründungsarbeiten für’s ,High End’“, erklärt Bauleiter Klaus Ebeling (60) vom Generalunternehmen Züblin. Viele Worte macht der Mann, der täglich auf der Baustelle ist, nicht. Aber er verrät, dass 1500 Tonnen Stahl und 12000 Kubikmeter Beton verarbeitet werden.

Drei Arbeitsbereiche gibt es auf der Baustelle: den fürs Apartmenthaus, das später von Novasol und Landal betrieben wird, den fürs Hotel und schließlich den für das öffentliche Schwimmbad und den Wellness-Bereich. Was wo entsteht, ist beim besten Willen ohne Bauplan nicht zu erkennen. „Hier“, sagt Projektleiterin Katrin Karnatz (29) von der Hamburger DSR Immobilien GmbH und zeigt auf den Boden zu ihren Füßen, „das ist der Riegel für das Apartmenthaus.“ Bereits im Frühsommer 2018 sollen hier insgesamt 108 Apartments in drei verschiedenen Größen – für zwei, für vier und für sechs Personen – bezogen werden könne. Bauleiter Ebeling und das Team gehen weiter. Außen am Bauzaun steht ein einsamer Radfahrer, der das Geschehen auf der Baustelle verfolgt. „Es bleiben öfter mal welche stehen und fragen, was wir hier bauen“, sagt Ebeling. Beschimpft worden wegen der nicht bei allen beliebten Bebauung der Fläche sei man aber bislang noch nicht. Ein Stückchen weiter Richtung Strandpromenade stehen zwei Bagger und eine Kreissäge mit einer Menge Bauholz auf dem matschigen Untergrund. „Hier ist später die Lobby des Aja-Resorts“, sagt Katrin Karnatz. Auch das kann sich der Betrachter noch nicht so richtig vorstellen, denn außer den Geräten ist hier noch nichts. In großen Behältern sind sie, ordentlich sortiert und gestapelt: zahllose Laststützen, Träger, Stützenköpfe, Verbindungsstücke und Schalungstafeln. Das sind die derzeit gefragtesten Hilfsmittel, denn ohne sie geht es nicht voran.

„Riecht es hier nicht schon wunderbar nach Espresso, Pizza und Pasta?“, fragt Projektleiter Knut Conrads (39) in die Runde. Schließlich soll hier, im Erdgeschoss des Hotelkomplexes und direkt an der Strandpromenade, das italienische Restaurant des Hotels entstehen. Eine Bar erstreckt sich später über Erd- und erstes Obergeschoss. Nein, ehrlich gesagt duftet es nicht nach Essen, ebenso wenig wie es nebenan, wo das öffentliche Schwimmbad entstehen soll, nach Chlor riecht.

Die Untergeschosse sind soweit gegossen – aus dem Beton ragen die Stahlstreben in die Höhe Richtung Erdgeschoss, ein wahrer Stangenwald – Stützpfeiler für die Kellerdecken – macht die Räume zu Labyrinthen. Die Kühlzellen und Lager fürs Restaurant, eine kleine Holzwerkstatt, die Wäscherei und Wäscheaufbewahrung für das Hotel sowie der ganze Technikbereich sind hier angesiedelt.

Und rechts daneben das Schwimmbad. Wer sich ein wenig reckt, kann vom Keller aus auf die Ostsee gucken. Später, eine Etage höher, wird das 25 mal zehn Meter große Innenbecken so erhöht, dass die Badenden auf Promenade und Ostsee hinunterschauen können. Dazu gibt es ein kleineres Kinder- und ein 20 mal acht Meter großes Außenbecken – alles ziemlich genau an der Stelle, an der einst das „Aqua Top“ stand. Ein Bereich, der eingeschossig errichtet und durch einen „Treatment“ (Wellness) -Bereich, Saunalandschaft und Fitnessbereich sowie Nivea-Shop ergänzt wird.

In diesen Tagen sind es etwa 40 Mitarbeiter auf der Großbaustelle am Fuße des Maritim Hotels, die von montags bis freitags arbeiten. Schon bald, so schätzt Bauleiter Ebeling, „werden wir wohl auch mal öfter sonnabends arbeiten müssen, wenn die ganzen kurzen Wochen mit den Feiertagen kommen.“ Während drüben auf der anderen Traveseite schon deutlich die Hochbauten zu erkennen sind, wächst das Aja-Hotel zunächst nur in die Erde hinein. „Bis man draußen was sieht“, so Ebeling, „wird es wohl Mai bis Juni werden.“ Mit der Fertigstellung des Rohbaus rechnet er im September oder Oktober. Und während drüben auf dem Priwall bereits ab Juli die ersten Gäste nächtigen sollen, geht es auf der Festlandseite etwas gemütlicher zu. Im Sommer 2018 soll das Projekt am Leuchtenfeld fertiggestellt sein, und bis dahin wird auch die Travepromenade anders aussehen als jetzt. Dann hat das Seebad sein Gesicht gewaltig geändert.

Sabine Risch

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