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Lokales Lübeck Lübecks Zweitfach-Pionier
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21:17 31.07.2018
„Das Zweitfach-Angebot könnte auf Informatik und Physik ausgeweitet werden.“ Prof. Enno Hartmann, Uni-Vizepräsident Lehre

Das Pärchen passt gut zusammen; schließlich geht es in beiden Fächern ums Strukturieren und Analysieren. Eine Behauptung, mit der sich Felix Lüttig nicht anfreunden kann. „Naja, zusammen mit Freunden habe ich mal versucht, Gemeinsamkeiten von Mathe und Musik zu finden, und natürlich kann man über ein paar Ecken argumentieren“, sagt er. „Aber ich finde es etwas konstruiert, und wenn man ehrlich ist, ist es ganz anders.“

Deshalb habe es eigentlich nicht nahegelegen, dass er dieses Duo studiert – „das Klavierspiel und damit die Musik waren immer mein Hauptding; Mathe ist dazugekommen, weil ich das Jonglieren mit Zahlen immer ganz spannend fand“, bekennt der gebürtige Hesse. Inzwischen hat er beide Studienfächer mit Erfolg in der Hansestadt abgeschlossen; und nach den Ferien startet er in den Lehrerberuf, mit einem Referendariat am Johanneum zu Lübeck.

Innerhalb der Landesgrenzen war eine solche Ausbildung jahrzehntelang nicht möglich – nur mit einem parallelen Studium in Hamburg. Das hat sich geändert. Die Musikhochschule und die Universität haben ein gemeinsames Modell entwickelt, das dann auch vom Bildungsministerium genehmigt worden ist, und Felix Lüttig ist der erste Absolvent. „Ich habe ganz normal mit dem ,Bachelor of arts’, also ,Musik vermitteln’ an der MHL begonnen, und parallel kam das Bachelor-Studium der Mathematik an der Uni Hamburg dazu“, erinnert sich der 28-Jährige.

Das Pendeln zwei- bis dreimal die Woche zu den Veranstaltungen in der Elbmetropole sei mitunter anstrengend gewesen. „Im ersten Semester hatte ich ein Seminar um 8.15 Uhr; da war ich kurz davor, wieder abzubrechen“, gesteht er rückblickend. Nach seinem Mathe-Bachelor-Abschluss ging er dann das kalkulierte Risiko ein, an der Lübecker Uni die Master-Veranstaltungen zu besuchen.

„Denn ich hatte zuvor von unserem MHL-Kanzler gehört, dass ein Master für Mathe als Zweitfach auf dem Weg sei. Es gab auch schon einen Verlaufsplan“, erklärt er, „zur Not hätte ich aber versucht, mir die Seminare in Hamburg anrechnen zu lassen.“ Doch sein Mut wurde belohnt – „denn während meines letzten Mastersemesters wurde der Studiengang akkreditiert.“

Ob das Fächerspektrum an der Uni Lübeck für angehende Lehrer noch ausgeweitet werden kann, ist offen. „Es wäre möglich, neben Mathematik auch Informatik und Physik anzubieten. Allerdings müssten dafür vom Land weitere finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden“, so Prof. Enno Hartmann, Uni-Vizepräsident und verantwortlich für die Lehre. Und Ministeriumssprecher Thomas Schunck betont:

„Gespräche dazu haben sicher Sinn, und gegebenenfalls gibt es später ein Konzept, das die Arbeit der Landesregierung für Lehrkräftegewinnung im Land unterstützen kann.“

Von Michael Hollinde

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