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Lübeck Protest der Selbsthilfegruppen
Lokales Lübeck Protest der Selbsthilfegruppen
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21:21 23.10.2013
Lübeck

Der Förderverein der Lübecker Selbsthilfegruppen, die Selbsthilfegruppe für Demenzkranke, die Regionalgruppe Sklerodermie und die Selbsthilfegruppe Lungenkrebs fordern in einem Brief an Senat und Politik, dass bei der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen („Kiss“) nicht weiter gekürzt wird. „25 000 Euro sollen dadurch eingespart werden“, berichtet Astrid Wörn von der Selbsthilfegruppe Demenz Prinz Eisenherz. Nach Informationen der zum Arbeitskreis „Pro Kiss“ zusammengeschlossenen Gruppen will die Stadt die Koordinierungsstelle an einen Wohlfahrtsverband abtreten.

Ein Wohlfahrtsverband werde sich mit dem „bestens aufgestellten Angebot von derzeit über 220 Selbsthilfegruppen schmücken, das die Stadt Lübeck in jahrelanger Arbeit aufgebaut und gepflegt hat“, sorgt sich der Arbeitskreis. Brigitte Schäfer-Reimers vom Förderverein der Lübecker Selbsthilfegruppen: „Wir befürchten, dass dann noch weiter an der Koordinierungsstelle gespart wird.“ Sie müsse beim Gesundheitsamt bleiben, fordert Astrid Wörn. An der Koordinierungsstelle sei in der Vergangenheit bereits drastisch gekürzt worden. Zwei Halbtagsstellen seien auf eine und die Öffnungs- und Sprechzeiten von drei Tagen auf zwei halbe Tage reduziert worden. Seit über 20 Jahren helfe „Kiss“ Menschen bei der Gründung von Selbsthilfegruppen. Die Stelle arbeite unabhängig von Verbandsinteressen und sei Interessenvertreter „für alle Menschen, die keine einflussreiche Lobby hinter sich haben“. Dazu würden ganz praktische Gründe für den Verbleib von „Kiss“ im Gesundheitsamt sprechen — Busse direkt vor der Tür, Parkplätze für Behinderte und barrierefreier Zugang sind vorhanden.

Alle freiwilligen Leistungen würden auf den Prüfstand gestellt, weil Lübeck die Vorgaben des Schuldenfonds erfüllen müsse, bestätigt Sozialsenator Sven Schindler (SPD). Kiel, Flensburg und Neumünster würden lediglich zwischen 2500 und 6500 Euro für die Koordinierung von Selbsthilfegruppen ausgeben. „Soll Lübeck weiterhin eine Sonderrolle spielen?“, fragt der Senator. Die Stelle sei wichtig, müsse aber nicht zwingend von der Kommune vorgehalten werden. Deshalb gebe es Überlegungen, die Aufgabe an einen Wohlfahrtsverband abzutreten.

Die Einsparung bei „Kiss“ soll Teil einer umfassenden Sparliste des Bürgermeisters sein, die die Politiker aber noch nicht kennen. SPD und Linke winken bereits ab. „Die Koordinierungsstelle kann man nicht abbauen“, sagt Antje Jansen (Linke). „Wir werden die Streichung der Stelle nicht unterstützen“, erklärt Jan Lindenau (SPD).

dor

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