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Lübeck Prozessauftakt: 69-Jähriger würgte Bekannte
Lokales Lübeck Prozessauftakt: 69-Jähriger würgte Bekannte
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22:15 05.11.2013
Lübeck

Was genau in der Nacht des 11. Mai dieses Jahres in der Wohnung von Werner B. geschehen ist, versuchte Richterin Helga von Lukowics, Vorsitzende der VII. Großen Strafkammer des Lübecker Landgerichts, gestern beim Prozessauftakt gegen den 69-jährigen Angeklagten vergeblich herauszukriegen. Angeklagt ist der Lübecker wegen sexueller Nötigung, gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen

Weisung während der Führungsaufsicht.

Fest steht, dass Werner B. seine Bekannte Ulrike R. in der Nacht über sein Handy anrief, um „zu reden“. Grund der Aussprache war ein kompliziertes Beziehungsgeflecht zwischen dem Angeklagten, dem Opfer und dem Lebensgefährten der 47-jährigen, der in direkter Nachbarschaft zum Angeklagten wohnt. Die Lübeckerin, die sich in einer nach eigenen Angaben nicht ganz klaren Beziehung mit ihrem Freund befand, hatte über Wochen auch ein loses Verhältnis mit dem Angeklagten. Dieser machte sich anscheinend Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft. Vorausgegangen war ein Abend voller Alkohol des Trios.

Wer wie viel getrunken hat, ließ sich nicht nachvollziehen, zu widersprüchlich waren die Aussagen. Nachdem der Lebensgefährte schlafen gegangen war, sah Ulrike R. noch fern, als Werner B. anrief. „Er war vorher am Abend gestürzt. Ich dachte, er bräuchte Hilfe“, sagte sie. Nur in Nachthemd, Hausschuhen und Strickjacke bekleidet, verließ sie die Wohnung ihres Lebensgefährten. Beim Angeklagten angekommen, wollte dieser sie plötzlich nicht mehr weglassen. Mit den Worten „Wenn ich dich nicht haben kann, soll dich keiner kriegen“, habe er sie aufs Bett geworfen, gewürgt und habe versuchte, sie zu entkleiden, schildert das Opfer. „Ich hatte Todesangst.“ Erst nach heftiger Gegenwehr habe sie sich losreißen und auf die Straße retten können. Mit Hilfeschreien habe sie Nachbarn und ihren Lebensgefährten geweckt, der die Polizei rief.

Der schmächtige Angeklagte hörte sich die fast dreistündige Aussage der Lübeckerin reglos und ohne eine Miene zu verziehen an. Eine eigene Aussage zum Tatgeschehen wollte er nicht abgeben. „Mein Mandant will lieber schweigen“, sagt der Verteidiger. Der Prozess, für den fünf Verhandlungstage festgesetzt sind, geht am Montag, 11. November, weiter.

mg

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