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Lübeck Prozessbeginn nach Mord an Joggerin - Angeklagter schweigt
Lokales Lübeck Prozessbeginn nach Mord an Joggerin - Angeklagter schweigt
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17:30 22.10.2013
Der 45 Jahre alte Angeklagte Norman L. schaut am 22.10.2013 im Landgericht Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) über einen Aktenordner, hinter dem er sich versteckt.  Quelle: dpa
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Lübeck/Schwerin

Der gewaltsame Tod der Joggerin aus Lübeck hat in ganz Norddeutschland Entsetzen hervorgerufen. Entsprechend groß war der Andrang, als am Dienstag im Schweriner Landgericht der Prozess gegen ihren mutmaßlichen Mörder begann. Dem 45-jährigen ebenfalls aus Lübeck stammenden Angeklagten werden Mord, versuchte sexuelle Nötigung und Verstoß gegen das Waffengesetz zur Last gelegt. DNA-Spuren an einem Messer, das in Tatortnähe gefunden worden war, hatten auf die Spur des Mannes geführt.

Nach Verlesen der Anklage lehnte er es ab, Angaben zur Person zu machen. Auch zum Tathergang hüllte sich der unter anderem wegen versuchter Vergewaltigung vorbestrafte Mann weiter in Schweigen. Die junge Mutter war Anfang Juli zu Besuch bei ihren Eltern und wollte den Tag mit einem Lauf beginnen, als es zu der folgenschweren Begegnung in einem Wald zwischen Lübeck und der westmecklenburgischen Gemeinde Herrnburg kam.

Das Gericht, das sich nun unter anderem auf die Aussagen zahlreicher Zeugen und von Sachverständigen stützen muss, begann am Vortag mit der Beweisaufnahme. Die DNA-Spuren des Angeklagten waren auf einem Messer sichergestellt worden, das den Ermittlungen zufolge am Tag nach der Tat von einem siebenjährigen Jungen in Tatortnähe entdeckt worden war. An der mutmaßlichen Tatwaffe fanden sich laut Anklage Spuren des Mannes und der getöteten Frau.

Der Angeklagte soll die 29-Jährige am ehemaligen Grenzstreifen überfallen haben, um sich an ihr zu vergehen. Als die Läuferin sich gegen den Angriff wehrte, hat sie der Angeklagte nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft aus Frust über den missglückten Übergriff und Angst vor Entdeckung erstochen. Die Anklagebehörde geht von niedrigen Beweggründen aus. Das Gesetz sieht dafür lebenslange Haft vor. Bislang hat das Gericht noch neun Verhandlungstage bis Anfang Januar geplant.

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