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Lübeck Quartier an der Hohelandstraße: 81 Parkplätze fallen weg
Lokales Lübeck Quartier an der Hohelandstraße: 81 Parkplätze fallen weg
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00:25 22.03.2016
Kein Durchkommen für Feuerwehrwagen: In der Klosterstraße ist die Situation nach Angaben der Stadt dramatisch. Die Bewohner parken zu beiden Seite der Straße. Künftig sollen sie nur noch auf einer Seite ihre Wagen abstellen dürfen. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
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St. Jürgen

Jetzt droht Parkplatz-Ärger: Die Stadt will im Wohnquartier rund um die Hohelandstraße Stellplätze streichen. Es sollen exakt 81 Parkplätze entfallen — voraussichtlich ab Sommer oder Herbst. Damit bleiben von den derzeit 1183 Stellflächen nur noch 1102 übrig. Das Quartier erstreckt sich zwischen Moltkestraße und Ratzeburger Allee sowie zwischen Wakenitz und Hüxtertorallee. „Das ist kein schönes Ergebnis“, sagt Verkehrsplaner Helmut Schünemann. Er gibt zu: „Wenn so viele Stellflächen wegfallen, ist das heftig.“ Aber: „Für den Brandschutz ist das notwendig.“ Denn derzeit wird in einigen Straßen in dem Quartier kreuz und quer geparkt. „Es gibt Straßen, die sind definitiv nicht mehr für die Feuerwehrleute anzufahren“, so Schünemann. Das Problem: Die Feuerwehr kommt mit ihren Wagen nicht durch, wenn sie zu einem Brand gerufen wird. Immerhin leben 3100 Menschen in dem Viertel.

Die Feuerwehrwagen kommen nicht durch das Wohnviertel — Stadt organisiert deshalb die Stellflächen neu — Derzeit gibt es fast 100 Falschparker im Viertel.

„Es gibt Straßen, die sind definitiv nicht mehr für die Feuerwehr anzufahren. Wir werden zum Parken eine Info-Veranstaltung machen.“ Verkehrsplaner Helmut Schünemann

Daher hat die Stadt das Quartier Straße für Straße unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Es gibt aktuell 1183 legale Parkplätzen, aber 95 Autos werden zudem auf illegalen Flächen abgestellt. Jetzt organisiert die Stadt die Stellflächen neu, dadurch werden zwar 78 neue Parkplätze geschaffen — aber satte 159 Flächen fallen weg. Denn die Fahrbahnen samt Gehwegen sind in vielen Straßen zu schmal.

Unterm Strich bleibt ein Minus von 81 Stellplätzen. Besonders betroffen sind Spiller-, Kloster- und Bismarckstraße. Dort fallen insgesamt 74 Parkplätze weg. Die Spillerstraße verliert 16 Stellflächen, in der Bismarckstraße sind es 24 und in der Klosterstraße sogar 34. „Dort ist die Situation dramatisch“, sagt Schünemann. „Dort kommt heute kein Feuerwehrwagen durch.“ In der Straße darf künftig nur noch auf einer Seite geparkt werden. „Wir müssen dort ein Halteverbot aussprechen“, so Schünemann. Voraussichtlich im Sommer oder Herbst sollen im Viertel Schilder aufgestellt und legale Stellflächen markiert werden. Schünemann kündigt an: „Wir werden vorher eine Info-Veranstaltung zum Parken in dem Quartier machen.“

Die Lösung für das Viertel ist die gleiche wie in dem Quartier Falkenwiese: Die Autos dürfen legal auf den Bürgersteigen parken — je nach Straße auf einer oder auf zwei Seiten. Die Gehwege werden entsprechend markiert. Es bleiben 1,30 bis 1,50 Meter Platz für die Fußgänger, damit auch Kinderwagen und Rollatoren durchkommen. Die Fahrbahn ist dann 3,05 Meter breit, so dass die dicken Feuerwehrautos hindurch passen. Zudem sind sogenannte Aufstellflächen für die Drehleitern markiert. Die brauchen mindestes 4,50 Meter mal 4,50 Meter Platz, damit sie bei einem Brand extra Stellfüße ausfahren können, um dann die Leiter auszufahren. An diesen Flächen darf gar nicht geparkt werden. Einige Kreuzungsbereiche werden mit Fahrradbügeln eingerahmt, so dass Autos dort nicht abgestellt werden — und Feuerwehrwagen genügend Platz haben, um in dem Quartier um die Kurven zu fahren.

Rückblick: Im Quartier Falkenwiese hatte es 2014 mächtig Streit gegeben. Innensenator Bernd Möller (Grüne) hatte dort Knöllchen verteilen lassen — zum Ärger der Bewohner. Denn das illegale Parken war jahrelang toleriert worden. Mit einer Bürgerinitiative hat die Stadt dann die Lösung mit den markierten Flächen auf den Bürgersteigen gefunden. Nach Schünemanns Aussagen klappt das Parken dort seither hervorragend. „Die Wagen parken aufgereiht wie auf einer Perlenschnur.“ Allerdings: An der Falkenwiese gab es nach der Neuordnung der Parkplätze mehr Stellflächen als vorher. Heute gibt es dort 782 Parkplätze. Die Stadt machte aus 207 illegalen Stellplätzen 153 legale. Zudem bot das Parkhaus an der Falkenstraße neue Dauerstellplätze an und direkt an der Falkenstraße richtete die Stadt ebenfalls neue Parkplätze ein.

Auf Druck der Feuerwehr prüft die Stadt 28 Wohnquartiere. Nach der Falkenwiese ist jetzt das Quartier an der Hohelandstraße dran. Dann folgt voraussichtlich das Viertel rund um die Friedenstraße.

Von Josephine von Zastrow

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