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Lübeck Querdenken über den Pfingstgeist
Lokales Lübeck Querdenken über den Pfingstgeist
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20:40 11.05.2016
Der „Abend über den Geist“ hat viele Mitwirkende. Franz Danksagmüller – am Klavier – hat die Pfingstmesse komponiert. Quelle: Wolfgang Maxwitat

. Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes. „Nur haben die Kirchen den Geist nicht für sich allein“, stellt Petri-Pastor Dr. Bernd Schwarze fest.

Philosophie, Natur- und Lebenswissenschaften, Kunst und Kultur beschäftigten sich ebenfalls eingehend mit der Phänomenologie des Geistes. „Deshalb ist in unserem Kuratorium, in dem drei der vier Lübecker Hochschulen personell vertreten sind, die Idee entstanden, einen Abend zum Pfingstfest in St. Petri zu gestalten, der einen umfassenderen Blick auf den Geist als den rein theologischen zulässt“, so Schwarze.

Herausgekommen ist dabei nun eine musikalisch komponierte „säkulare Pfingstmesse“, die mit dem Titel „Ein Abend über den Geist“ überschrieben ist und zu der übermorgen, am Sonnabend, ab 19 Uhr in die Kultur- und Universitätskirche eingeladen wird. Für die thematische Ausgestaltung haben sich Universität, Fachhochschule, Musikhochschule Lübeck (MHL), das Zentrum für Kulturwissenschaftliche Forschung Lübeck (ZKFL) sowie St. Petri erstmals zusammengetan. Lesungen, Gesänge, Statements und Debatten sollen anregend für den Geist in Szene gesetzt werden. „Es soll eine vielstimmige Betrachtung mit vielerlei Impulsen geben“, schaut Schwarze voraus.

So wird der Neurogenetiker Prof. Alexander Münchau von der Universität zu Lübeck die neurologische Dimension des Geist-Verständnisses beleuchten und sich mit der These auseinandersetzen, dass der Geist nichts anderes sei als eine Funktion unseres Gehirns. Über die Möglichkeiten und Grenzen von „Geist-Maschinen“ in der künstlichen Intelligenz referiert dann der Informatiker Prof. Stefan Krause von der FH. Und zum Geist in den Geisteswissenschaften, in Bildung und Erziehung trägt Erziehungswissenschaftlerin Prof. Gaja von Sychowski von der MHL vor.

„Die Essenz dieser Kurzbeiträge wollen wir dann miteinander diskutieren und ins Publikum geben“, sagen die Moderatoren Pastor Schwarze und Prof. Cornelius Borck vom ZKFL. Den musikalischen Faden während der insgesamt geplanten anderthalb Stunden hat MHL-Professor Franz Danksagmüller in der Hand. Er wird bei dem versprochenen Klangerlebnis im Kirchenraum von MHL-Solisten wie Vera Seedorf (Schlagzeug), Florian Luchterhand (Orgel und Klavier) sowie einem Chor der Studierenden unter der Leitung von Sebastian Borleis unterstützt.

„Wir hoffen jedenfalls, dass dieser Abend über den Geist mit reichlich Geist gefüllt wird und als Aufforderung zum Nachdenken gesehen wird“, sagt Uni-Anatom und Petri-Kuratoriumsmitglied Prof. Jürgen Westermann. Aus seiner Sicht wird es höchste Zeit, dass sich der Geist an den Hochschulen mal wieder mehr mit Erkenntnisgewinn beschäftigt als mit Drittmittelanträgen und Publikationen. „Und das Bulimie-Lernen der Studierenden – schnell viel rein und dann schnell wieder raus damit – kann es doch auch nicht sein“, bilanziert er nachdenklich. mho

LN

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