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Lübeck Rad-Test: Schneidet Lübeck besser ab?
Lokales Lübeck Rad-Test: Schneidet Lübeck besser ab?
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10:22 20.10.2016
Der Umbau an der Kreuzung Hüxtertorallee, Moltkestraße und Rehderbrücke ist auf das Frühjahr 2017 verschoben worden. Quelle: Fotos: Neelsen (2)/hoffmann
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Lübeck

2012 gab es eine Vier, 2014 ebenfalls ein Ausreichend: Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) befragt alle zwei Jahre bundesweit die Bürger, wie fahrradfreundlich ihre Kommunen sind. Die Hansestadt landete jeweils im Mittelfeld. 2014 machten bundesweit 100 000 Bürger aus 468 Kommunen mit. In Lübeck beteiligten sich 748. Der Fahrradklima-Test startete am 1. September und läuft noch bis zum 30. November. 482 Lübecker machten bis zum 12. Oktober mit. Der Lübecker ADFC erhofft sich eine deutlich höhere Beteiligung.

482 Lübecker haben bislang an der Online-Befragung teilgenommen – ADFC: Kaum Verbesserungen.

Von einem deutlich besseren Abschneiden der Fahrradstadt Lübeck als 2012 und 2014 gehen die Experten nicht aus.

„Mittel- bis langfristig müsste Platz 13 von 39 Städten mit mehr als 200000 Einwohnern drin sein“, erklärt der Fahrradbeauftragte Nils Weiland. Weil mehrere Umbauten und Sanierungen verschoben werden mussten, erwartet Weiland 2016 aber keine große Verbesserung. Der Ausbau der Radwege an der Schwartauer Allee und an der Mecklenburger Straße zwischen Schlutup und Israelsdorf wird ins Frühjahr 2017 verschoben. Der Umbau der Kreuzung Hüxtertorallee, Moltkestraße und Rehderbrücke ebenfalls. Auch die vom Land geplanten Bike-and-Ride-Stationen am Hafenbahnhof und am Bahnhaltepunkt Skandinavienkai sind erst im nächsten Jahr an der Reihe. Mal wurde lange Zeit um Fördergelder gerungen, ein andernmal fehlte Personal für die Umsetzung der Maßnahmen. Weiland: „Die personellen Kapazitäten in der Bauverwaltung sind knapp.“ Immerhin sei die Radwegweisung stark verbessert worden.

„Es hat sich nicht viel zum Besseren bewegt“, lautet das Urteil des Lübecker ADFC-Vorsitzenden Rolf Hagen. Die Radfahrstreifen an der Untertrave und der Neubau des zwei Kilometer langen Radwegs an der Travemünder Landstraße seien Fortschritte. „Aber das war es dann schon fast“, meint Hagen, „grundsätzlich hat sich nicht viel getan.“ Die Hansestadt tue sich schwer, die Benutzungspflicht maroder Radwege aufzuheben. Die an der Ratzeburger Allee geplante Kommunalspur verzögere sich immer mehr. Die Sanierung des Radwegs an der Roeckstraße komme seit Jahrzehnten nicht voran. Die Baustellen-Beschilderung bleibe ein Problem. Nur auf Drängen würden Umleitungsstrecken ausgewiesen. Hagen: „Andere Städte haben nicht nur Konzepte für mehr Fahrradfreundlichkeit, sie setzen diese auch um.“

Ein Thema der Umfrage ist auch das Angebot an Rad-Stellplätzen. Die Verwaltung arbeitet an einer neuen Satzung. Beim Runden Tisch Radverkehr wurde ein erster Entwurf diskutiert. Die FDP warnt vor einer Überregulierung. Rolf Müller, Mitglied im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung: „Eine Stellplatzsatzung könnte regeln, dass pro Wohnung zwingend ein Fahrradstellplatz vorhanden sein muss.“ Aus Sicht des ADFC muss bei der Ausweisung von Stellplätzen wesentlich mehr getan werden. Anfang November will der Fahrradbeauftragte den Satzungsentwurf im nicht-öffentlichen Teil des Bauausschusses vorstellen.

 Kai Dordowsky

Zur Umfrage geht es hier.

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