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Lübeck Rätselraten im Labor oder Hotelzimmer
Lokales Lübeck Rätselraten im Labor oder Hotelzimmer
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12:54 04.09.2017
Was hat es mit den Symbolen auf dem Teegeschirr von Mr. Wig auf sich? Benjamin (v. l.), Catarina und Jan-Philipp inspizieren alles im Wohnzimmer des neuen Arbeitskollegen ganz genau. Finden sie rechtzeitig heraus, was für ein Typ er ist und warum er sie eingeschlossen hat? Quelle: Fotos: Lutz Roessler

Die Wände im Flur des Mehrfamilienhauses in der Beckergrube sind übersät mit Team-Namen und Zeitangaben: 58:53 – ziemlich knapp – oder 47:25 – ziemlich gut.

Live Escape Games sind angesagt: Statt am PC oder beim Brettspiel müssen Teams im Wettlauf gegen die Zeit in lebensnah gestalteten Räumen knifflige Fälle lösen – „Keyzone“ auf der Erfolgsspur.

Preise

Die „Keyzone“ befindet sich in der Beckergrube 43-47. Zwei bis maximal sieben Spieler ab 16 Jahren können sich hier betätigen, ideal sind vier Spieler. Kosten: je nach Gruppenstärke. Zwei Spieler zahlen 60 Euro, vier 88 Euro. In jedem Raum gibt es einen Notfallschlüssel.

Näheres unter www.key-zone.de oder Telefon 0451/58666101, www.Escape-Game.org 

Absoluter Rekord: etwas mehr als 35 Minuten. Hier an den Wänden haben sich die Spieler verewigt, die es geschafft haben, in weniger als einer Stunde die vielen Rätsel zu lösen und den rettenden Schlüssel zu finden, um dem Raum zu entkommen.

Die Brüder Jan-Niklas (25) und Benjamin Prahl (27) und ihre Freundinnen, die Schwestern Catarina (24) und Christina Krause (25), sind ebenfalls auf einer der Wände verewigt. Die vier Lübecker sind fast schon Profis, spielen an diesem Tag im verregneten August den inzwischen dritten Raum, „Tea Time“. Sie seien es leid, erklärt Jan-Niklas, „die normalen Freizeitsachen zu machen.“ Das Prinzip des Kombinierens und Tüftelns gebe es auch als Brettspiel. Da konnten sie ihre Sinne schärfen. „Und als wir dann hörten, dass es das auch als Real-Life-Variante in Lübeck gibt, haben wir das ausprobiert.“

Game-Master Tjorven Stamer (24) erzählt den vier Spürnasen kurz die Geschichte zum Raum: Sie sind von einem merkwürdigen neuen Arbeitskollegen zum Tee eingeladen worden – zu dumm nur, dass er die Gäste schnell alleine lässt und einschließt! 60 Minuten haben sie Zeit, den Raum von Mr. Wig zu erkunden und sich zu befreien. Was sich zunächst lang anhört, ist, wie die vier wissen, verdammt kurz.

Kaum ist die Tür geschlossen, teilen sie sich deshalb in alle vier Ecken des Raumes auf. In Windeseile werden Tassen und Teller umgedreht, und während Christine den anderen mitteilt, dass alle Zahlenschlösser Dreier- oder Viererkombinationen sind, räumt Catarina weiteres Geschirr aus dem Schrank auf den Tisch und untersucht Jan-Philipp eine Porzellanpuppe. Benjamin leuchtet mit einer Taschenlampe hinter den Kaminsims. Alles wirkt systematisch, gezielt und superschnell, die Spieler tragen immer mehr Funde zusammen. Doch was gehört wohin? Wie und wo finden sie den Schlüssel, um zu entkommen?

Nach 28 Minuten gibt Tjorven, der die Gruppe am Bildschirm beobachtet, den ersten Tipp. „Die Hinweise dürfen aber nicht zu konkret sein“, sagt der Student, der beobachtet hat, „dass alle Spieler, wenn sie aus dem Raum kommen, euphorisch sind – ganz gleich, ob sie es geschafft haben oder nicht.“

Die Brüder und Schwestern schaffen es. 49:42 Minuten zeigt die Uhr an. „Puh, das war stressig, ich würde sagen, der Raum ist am schwierigsten“, sagt Jan-Philipp, und Christine findet: „Das mit dem Schachbrett war cool!“ Für die vier jungen Lübecker ist „Keyzone“ Lübeck damit erst einmal erledigt, denn alle drei Räume – „Lost in Lübeck“, „Secret Science“ und „Tea Time“ – sind gespielt.

„Ich hätte nie damit gerechnet, dass es so schnell geht“, sagt Jana Löwe (39), die vor anderthalb Jahren mit ihrem Mann Thomas sowie dem befreundeten Paar Patrick und Nadine Reiher den ersten Raum „Lost in Lübeck“ eröffnet hat und eigentlich Biologin ist. Inzwischen gibt es neben den drei Räumen auch eine Bollerwagen- Variante für Junggesellen-Abschiede sowie die mobile „Brain Box“ für Veranstaltungen außer Haus. Rund 30 Gruppen pro Woche suchen die „Keyzone“ auf, an Wochenenden wird es oft richtig voll in der Beckergrube.

Sich schlüssige Geschichten auszudenken, sei kein Problem. „Am schwierigsten ist es, das Zubehör zu besorgen und die Sachen technisch umzusetzen.“ Umso stolzer ist Jana Löwe darauf, dass das Lübecker Team gerade einen Escape-Room auf einem Schiff im Ferienzentrum Damp gestalten darf. Da wird es wohl noch ein Weilchen dauern, bis in der Beckergrube der vierte Raum entsteht.

 Sabine Risch

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