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Lübeck Raser, Unfälle, Pöbeleien: Wohnstraße als A-1-Zubringer
Lokales Lübeck Raser, Unfälle, Pöbeleien: Wohnstraße als A-1-Zubringer
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21:22 21.04.2016
Der Zaunpfahl ihres Nachbarn wurde schon umgefahren. Jetzt sorgen sich Benjamin (v. l.) und Richard Ullmann, Christiane Stauch und Marcus Straßburg um die Kinder in der Waisenhofstraße, weil viele Autos und Lkw auf den Gehweg ausweichen. Quelle: Felix König

„Die Zustände in der Waisenhofstraße sind unerträglich“, das haben Anwohner schon vor geraumer Zeit an die Verkehrsplanung der Stadt geschrieben. Mehrfach seien sie schon vertröstet worden, nichts sei passiert, sagen jetzt Marcus Straßburg (48) und Christiane Stauch (58), die für ihre Nachbarschaft sprechen.

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Die Waisenhofstraße wird von Autofahrern als Schleichweg zur Autobahn genutzt — Verkehrschaos und hohe Unfallgefahr für Kinder — Anwohner fühlen sich allein gelassen.

„Das Problem ist bekannt.“ Nicole Dorel, Stadt

Das Problem: Seit die Friedenstraße keine Durchfahrtstraße mehr zur Schwartauer Allee und die Reiferstraße nach Bürgerprotesten 2013 keine Abkürzung mehr zur Autobahn ist, quält sich laut den Anwohnern „alles hier durch, was zur Autobahn will und meint, das hier sei eine Abkürzung“. Die Waisenhofstraße jedoch ist eine relativ enge Straße. Im ersten Abschnitt, von der Fackenburger Allee aus gesehen, stehen viele kleine Reihenhäuser, weiter in Richtung Schwartauer Allee Mehrfamilienhäuser. Auf einer Straßenseite wird geparkt. Begegnen sich auf der verbleibenden Straßenfläche zwei Autos, wird es eng — einer muss warten, zurückfahren oder ausweichen. „Dabei kommt es regelmäßig zu Pöbeleien, aber auch zu Androhungen von Prügeleien“, schildert Stauch.

Was für sie und ihre Nachbarn jedoch am Schlimmsten ist: Obwohl in der Waisenhofstraße Tempo 30 ausgewiesen ist, rasen viele Pkw und immer mehr Lkw durch die schmale Straße, in der viele Kinder wohnen — und weichen gerne mal mit kaum reduziertem Tempo über den Gehweg aus. „Meine Sorge sind die Kinder“, sagt Christiane Stauch, die auf dem zum Gehweg offenen Spielplatz schon heikle Situationen erlebt hat. Dass regelmäßig parkende Autos der Anwohner angefahren werden, dass der Holzpfahl an der Vorgartengrenze von Physiotherapeut Jilani Sillini „umgenietet“ wurde, sind nur weitere Belege dafür, wie der Gehweg von Autofahrern missbraucht wird. „Die fahren alle viel zu schnell, hier wurde schon fast ein Kind überfahren“, sagt Sillini.

Seit zwei Jahren, so Marcus Straßburg, laufe nun schon der Schriftverkehr mit der Verkehrsplanung, „aber wir werden immer wieder vertröstet.“ Eine Verkehrszählung wurde terminlich immer weiter nach hinten geschoben. „Vor einiger Zeit sind angrenzende Straßen gesperrt worden, leider haben wir dabei in der Waisenhofstraße das Nachsehen“, heißt es in einem Schreiben an Andreas Krause von der Verkehrsplanung. Gern sei man zum persönlichen Gespräch bereit, ebenso gerne wolle man Einblick in die Planung erhalten.

„Das Problem ist bekannt“, sagt Stadtsprecherin Nicole Dorel, es sei ähnlich gelagert wie an der Falkenwiese. Der Arbeitskreis Verkehr, der drei- bis viermal im Jahr tagt, habe erst kürzlich eine neue Erhebung in dem Wohnviertel gemacht, „aber eine Auswertung liegt noch nicht vor“. Vielleicht, so Dorel, könne man die Fußwege abpollern. Allerdings: Vor einiger Zeit hatte man Poller vor den Spielplatz gesetzt. „Die wurden umgefahren und mussten entfernt werden.“ Eigentlich, meint die Stadtsprecherin, dürfte es keine Probleme geben, „wenn sich alle an die Verkehrsregeln halten.“ Über deren Einhaltung jedoch wacht die Polizei — und bei der war die Waisenhofstraße bislang noch kein Thema.

Von Sabine Risch

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