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Lübeck Regensatter Sommer: Aus allen Wolken gefallen
Lokales Lübeck Regensatter Sommer: Aus allen Wolken gefallen
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10:13 23.07.2011
Auf der Flucht vor dem Schlamm: Camper in Bad Doberan nahmen gestern reißaus. Das Searock-Festival wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Fotos: Söllner, dpa (2)
Lübeck

Lübeck/Rostock – Land unter in Mecklenburg: Im Osten hat der Wind Bäume entwurzelt, Campingplätze wurden überflutet. Bei Böen der Stärke 9 und 10 konnten zwei Kreuzfahrer nicht in Rostock einlaufen. Der Juli präsentiert sich derzeit mit Dauerregen und lausigen 15 Grad.

Selbst große Schiffe hatten Schwierigkeiten: Die „Eurodam“ mit rund 2000 Passagieren habe zunächst versucht, in den Hafen zu kommen, konnte aber dem Wind nicht standhalten, sagte Christian Hardt, Sprecher der Hafen-Entwicklungsgesellschaft. Für die 2000 Passagiere der „Empress“ fiel der Landausflug in Rostock ebenfalls aus. „Das hat zwar wirtschaftliche Ausfälle für den Hafen, doch die Sicherheit geht vor“, betonte Hardt. Bis Windstärke 6 sei das Einlaufen problemlos möglich.

Auf Rügen stürzten bei Prora und an der alten Bäderstraße mehrere Bäume um. In Neubrandenburg musste die Feuerwehr Wasser aus einem Baumarkt pumpen. Die für gestern Nachmittag geplante Eröffnung des Searock-Festivals in Bad Doberan, bei dem unter anderem die „Fantastischen Vier“ auftreten sollten, wurde wegen des schlechten Wetters verschoben – auf unbestimmte Zeit. 30 Stunden Starkregen und Sturmböen machten das Festival unmöglich, hieß es. In Waren fiel gestern die Open-Air-Vorstellung der Müritz-Saga dem Regen zum Opfer, in Wismar die Aufführungen des Folklorefestivals und in Nienhagen der Sommerjazz.

Nach Auskunft des Wetterdienstes Meteomedia gingen vor allem in Vorpommern überdurchschnittliche Regenfälle nieder. In Zinnowitz (Usedom) und in Groß Kiesow bei Greifswald wurden mehr als 60 Liter Regen je Quadratmeter gemessen. Das sei mehr als die halbe Monatsmenge, so Meteorologe Uwe Ulbrich. In Greifswald waren zeitweise acht Straßen und eine Unterführung unpassierbar.

Schleswig-Holstein bekam diesmal keinen Starkregen ab. „Über die Zeit hinweg kann sich das aber auch summieren“, warnt Diplom-Meteorologe Sven Taxwedel von der „WetterWelt GmbH“ in Kiel. Bis zum Sonntag sei insgesamt eine Menge von bis zu 30 Liter pro Quadratmeter zu erwarten. Lokal könne es aber auch mehr werden. Grund für das miese Wetter ist Tief „Otto“. „Es dreht eine Pirouette über uns“, so Taxwedel. Das Tief zieht nach Auskunft des Meteorologen derzeit von Polen Richtung Dänemark – und schließlich wieder gen Osten zurück. „Richtiger Hochsommer ist noch nicht in Sicht.“ Ende nächster Woche sei allerdings wieder besseres Wetter mit Sonne zu erwarten.

Die Urlauber kommen trotzdem – seit gestern steuern auch die Nordrhein-Westfalen den Norden an. Sie machen an der Lübecker Bucht bis zu 40 Prozent am Gesamtaufkommen aus. „Bei uns herrscht seit dem 9. Juli Hochsaison-Feeling, doch die Nordrhein-Westfalen setzen das Sahnehäubchen drauf“, sagt Olaf Dose-Miekley, Tourismusdirektor von Grömitz. Die Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein erwartet zwei Prozent mehr Gäste und Übernachtungen als im ohnehin guten Vorjahr. „Wer Urlaub bei uns im Norden macht, packt in der Regel wetterfeste Kleidung ein“, sagt Sprecherin Sabine Natebus.

Auf den Campingplätzen ist allerdings zurzeit ein Minus von einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. „Wir kommen ja von einem Regengebiet ins nächste, das lässt die Gäste zögerlich werden“, erklärt Gert Petzold, Vorsitzender des Verbandes der Campingunternehmer Schleswig-Holstein.

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