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Lübeck Remondis will Schadenersatz von Ukraine für Giftmüll
Lokales Lübeck Remondis will Schadenersatz von Ukraine für Giftmüll
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15:02 14.04.2011
Lübeck

Einige der Fässer mit Pestizidrückständen, die in der Sonderabfallverbrennungsanlage (SAVA) in Brunsbüttel vernichtet werden sollen, hätten offenbar nicht deklarierte Stoffe enthalten, sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag. Er bestätigte, dass es stichprobenartige Untersuchungen des Inhalts gegeben habe. Das sei aber Routine, sagte er. Die „Dithmarscher Landeszeitung“ hatte am Donnerstag berichtet, der Inhalt solle untersucht werden, nachdem dreimal Giftmüllfässer durch Selbstentzündung in Brand geraten waren.

Der Sprecher des schleswig-holsteinischen Umweltministeriums, Christian Seyfert, bestätigte, dass zurzeit noch Untersuchungen liefen, die von Remondis auf Veranlassung des Umweltministeriums in Auftrag gegeben worden seien. Die Ergebnisse würden für Ende April erwartet. Untersuchungen der von den Bränden betroffenen Fässer hätten ergeben, dass mindestens einer der Behälter Natriumperoxid enthielt, das nicht deklariert war. In anderen seien Quecksilber und ein zu hoher Schwefelgehalt festgestellt worden. „Fest steht in jedem Fall, dass die Ukraine auch Stoffe geliefert hat, die nicht vereinbart waren“, sagte Seyfert.

Das Land hat mit dem Umweltministerium in Kiew ein Abkommen über die Entsorgung von insgesamt 1200 Tonnen Pestizidabfällen geschlossen. Anders als geplant, hatte die Ukraine jedoch die gesamte Menge auf einmal nach Deutschland geschickt. Weil die Lagerkapazität bei der SAVA in Brunsbüttel nicht ausreichte, wurden rund 100 Behälter auf dem Gelände der Remondis-Niederlassung in Lübeck zwischengelagert. Dort gerieten im Januar und Anfang April einige Behälter mit dem zweifelhaften Giftcocktail in Brand.

Dabei wurde niemand verletzt, nach Angaben der Feuerwehr wurden auch keine erhöhten Schadstoffwerte gemessen. Auch in Brunsbüttel, wo nach Angaben von Remondis derzeit noch 279 Behälter lagern, hatte es zuvor einen solchen Brand gegeben. Die Lübecker Fässer sind inzwischen in Stahlbehälter verpackt worden und werden rund um die Uhr mit Wärmebildkameras überwacht. Sie sollen nach Brunsbüttel gebracht werden, sobald die dort lagernden Fässer verbrannt sind. „Wir rechnen damit, dass die gesamte Aktion spätestens Ende Mai abgeschlossen ist“, sagte Remondis-Sprecher Michael Schneider.

LN

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