Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Restaurants und Hotels finden kaum noch Personal
Lokales Lübeck Restaurants und Hotels finden kaum noch Personal
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:22 05.11.2013

Das Hotel- und Gaststättengewerbe der Region Lübeck erlebt einen dramatischen Mangel an Fachkräften und Lehrlingen. „120 Lehrstellen waren Ende September nicht besetzt“, erklärte Wolfgang Werner, Leiter der Arbeitsagentur Lübeck, auf der Jahreshauptversammlung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Lübeck. „Das waren 58 mehr als im Vorjahr.“ Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen ist vor allem bei Köchen ein Riesenproblem. 39 Lehrstellen blieben in diesem Jahr unbesetzt, im Vorjahr waren es 25. Auch bei den ausgelernten Fachkräften sei der Markt in der Region extrem eng, berichtete Werner: „Wir brauchen drei Monate, um die Stelle einer Gastronomie-Fachkraft zu besetzen.“

Der Leiter der Arbeitsagentur forderte den Dehoga auf, eine Imagekampagne nach dem Vorbild der Handwerksbetriebe zu starten. „Wir können jungen Menschen diese Berufe empfehlen“, sagte Werner, „Hotels und Gastronomie sind eine Zukunftsbranche.“ Andere Regionen würden bereits kräftig um den Nachwuchs werben. Werner: „Dehoga Lübeck muss die Fahne hochhalten, damit Fachkräfte nicht nach Bamberg oder Kaiserslautern abwandern.“ Die Lübecker Gastronomen und Hoteliers befürchten derweil, dass die zunehmende Konkurrenz durch neue Restaurants und Hotels den Markt noch enger macht. Der Plan von Hansestadt und der Tourismusgesellschaft LTM, bis 2020 über 4000 neue Hotelbetten in Lübeck und Travemünde zu schaffen, werde den Arbeitskräftemangel weiter verschärfen, prophezeite der Lübecker Dehoga- Vorsitzende Jens Musche: „Je mehr Hotels entstehen, desto mehr Personal wird von uns abgeworben — das ist eine Art Kannibalismus.“

Die Auslastung bei den Beherbergungsbetrieben bezeichnete Musche als zufriedenstellend. Die ersten fünf Monate dieses Jahres seien zwar schwierig gewesen, aber der Sommer habe die Branche gerettet.

Die Auslastung der Hotelbetten bezifferte der Dehoga-Vorsitzende mit 47 bis 48 Prozent.

Nach wie vor hadert die Branche mit der Lübecker Bettensteuer. Musche bedauerte, dass das Oberverwaltungsgericht (OVG) Schleswig „die verfassungswidrige Abwälzung der Steuerschuld vom Gast auf den Hotelier“ nicht erkannt habe. Musche, der das Hotel Excelsior betreibt und gegen die Bettensteuer vergeblich klagte, setzt seine Hoffnung auf ein Urteil des OVG Münster. Das hat die Dortmunder Satzung für nichtig erklärt, weil die Steuerlast nicht den Hoteliers übertragen werden könne. Musche appellierte an seine Kollegen, die Lübecker Satzung nochmal gerichtlich anzufechten, wenn das Urteil schriftlich vorliege. „Ich kann es nicht mehr machen.“

dor

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit schwerem Gerät analysiert der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein zurzeit den A-20-Tunnel zwischen Kreuz Lübeck und Genin.

05.11.2013

Die Bürgerakademie präsentiert Konzerte, Workshops und Lesungen zur Ausstellung in St. Annen.

05.11.2013

Lehrer diskutierten mit Bildungsministerin über die Änderungen ab 2014/15.

05.11.2013
Anzeige