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Lübeck Rettung für das Slawenhaus
Lokales Lübeck Rettung für das Slawenhaus
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21:42 07.12.2017
Am Slawenhaus (v. l.): Künstlerin Ingrid Schmeck, Frank Thomas, Martin Tank, Olaf Adler, hinten die Lions Ulrich Nieschalk, Kuno Dannien, Hartmut Richter und Henning Biermann. Vorn rechts Helfer Firouz. Quelle: Fotos: Felix König
Kücknitz

Eigentlich wollten sie nur eine Möglichkeit zur sinnvollen Freizeitgestaltung im Stadtteil geben. Als Jörn Puhle und Frank Thomas 1999 den Bauspielplatz Roter Hahn gründeten, ahnten sie nicht, was daraus einmal werden würde. „Wir haben damals zufällig das Thema Wikinger in den Vordergrund gestellt, es hätten genauso gut Astronauten sein können“, erzählt Thomas. Doch die Wikinger setzten den Startpunkt. Den Bauspielplatz gibt es immer noch, doch das Gelände am Pommernring in Kücknitz wurde zum Geschichtserlebnisraum, der offizieller Partner des Hansemuseums und Mitglied im Europäischen Dachverband der archäologischen Freilichtmuseen ist.

Schöne Unterstützung für den Geschichtserlebnisraum Lübeck: Zum Wiederaufbau des im Januar abgebrannten Slawischen Blockhauses in Kücknitz trägt der Lions Club Lübeck-Hanse satte 7900 Euro bei. Das Geld stammt aus dem Erlös des Kalender-Verkaufs.

Der Verein

Der gemeinnützige Verein Bauspielplatz Roter Hahn ist im Bereich der offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie in der Jugendhilfe für die Hansestadt Lübeck tätig.

Das Kernteam besteht aus 20 Leuten, darunter einige Ehrenamtler. Zwei Stellen für den offenen Bereich und drei für den Jugendhilfebereich finanziert die Hansestadt Lübeck.

Der Trägerverein bietet zum einen offene Kinder- und Jugendarbeit, wurde aber zum anderen in den vergangenen Jahren mehr und mehr zum außerschulischen Lernort, der vormittags Schulen und Kindertagesstätten aus dem gesamten Umland zu Besuch hat. Kinder und Jugendliche können hier das Leben im Mittelalter hautnah und aktiv nachvollziehen. „Allein in diesem Jahr hatten wir 200 außerschulische Angebote an den Vormittagen“, sagt Frank Thomas.

Die soziale, pädagogische und kulturelle Arbeit in Kücknitz blieb nicht unentdeckt. „Das ist eine sehr komplexe und interessante Einrichtung mit viel pädagogischer Arbeit vor Ort, die unterstützenswert ist“, sagt Olaf Adler, Vorsitzender des Fördervereins des Lions Clubs Lübeck-Hanse. Und da sich der von Künstlerin Ingrid Schmeck gestaltete Lions-Adventskalender in den letzten Jahren gut verkauft hat, bot es sich an, dem Geschichtserlebnisraum eine Spende zukommen zu lassen.

Dafür gab es einen traurigen Anlass: Das liebevoll von Kindern und Betreuern im Jahr 2001 errichte Slawische Blockbohlenhaus mit Reetdach fing im Januar dieses Jahres Feuer – vermutlich war es Brandstiftung. Teile blieben zwar erhalten, doch die Arbeit an dem Haus ging größtenteils von vorn los. „Es ist der Nachbau eines in Lübeck gefundenen, sogenannten Wipp- drechsler-Hauses“, sagt Archäologe Martin Tank, Vorsitzender des Vereins Bauspielplatz Roter Hahn. Das neue slawische Haus hat kein Reetdach, sondern ein Dach aus Holzschindeln. Es ist fast fertig, aber: „Die Ofenstelle, Regale, Truhen und Betten müssen noch eingebaut werden“, erklärt Frank Thomas. „Schließlich sollen alle Häuser lebendig sein und genutzt werden.“

Gestern loderte ein kleines, gemütliches Feuer in dem zunächst provisorischen Lehmofen, Kinder und Mitarbeiter des Geschichtserlebnisraumes gruppierten sich drum herum, bis eine mittelalterlich gewandete Maid Suppe zur Stärkung anbot.

Die Besucher zeigten sich beeindruckt von der Arbeit in Kücknitz. Lions-Mitglied Hartmut Richter meint gar: „Das hier hat zur Befriedung des Stadtteils beigetragen.“ Die Lions würden die Einrichtung gern weiter unterstützen.

 Sabine Risch

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