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Rettung in äußerster Not

Lübeck Rettung in äußerster Not

Das Lübecker Tierheim nimmt 70 herrenlose Kleintiere auf und sucht für sie nun ein neues Zuhause.

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Geborgenheit in einer friedlichen Umgebung: Tierpflegerin Julia Herklotz (26) und ihre Kollegen retteten über dreißig Kaninchen aus der Verwahrlosung. Im Lübecker Tierheim fühlen sich die Kleintiere endlich wieder wohl.

Quelle: Leo Bloom

Lübeck. Eilig springen drei Mitarbeiter des Tierheims in den Kleinbus und rasen los. Ein Anruf der Amtstierärzte versetzt das Team in Sorge. Die erschreckende Nachricht der Mediziner: Über 70 Enten, Hühner, Tauben, Meerschweinchen und Kaninchen leben herrenlos auf einem Hof in Lübeck – ohne eine Person, die sich um die Kleintiere kümmert. Der alleinstehende Besitzer war verstorben, die bunt gemischte Tierschar war sich selbst überlassen. „Wir fanden die Tiere in viel zu kleinen, dreckigen Käfigen vor“, beschreibt Tierheim-Mitarbeiterin Elisa Midleja den verwahrlosten Hof. Nicht einmal zu trinken hätte es gegeben, schildert sie. Erst Nachbarn wurden auf das Elend aufmerksam und informierten die Amtstierärzte.

Zum Glück kommen die Tierpfleger gerade noch rechtzeitig, um die Kleintiere zu retten. Ausgestattet mit über dreißig Transportkörben bringen sie die Vögel und Nagetiere in das Tierheim am Resebergweg nach Kücknitz, um ihnen Versorgung und Schutz zu bieten.

„So viele Tiere auf einmal haben wir noch nie aufgenommen“, sagt Nina Lübker, Teamleiterin Katzen und Kleintiere im Tierheim. Neun Warzenenten, vier Hühner und ein Hahn, acht Tauben, zehn Meerschweinchen sowie über dreißig Kaninchen – für sie alle bietet das Tierheim nun Asyl. „Bei der Aufnahme stießen wir an unsere Kapazitätsgrenzen“, sagt Lübker, „aber natürlich helfen wir den Tieren“.

Nach einer ersten tierärztlichen Untersuchung in der benachbarten Tierklinik wissen die Pfleger schnell, was den Kleinen fehlt. Der traurige Befund: Das Gros der Tiere ist mit Parasiten befallen – nicht wenige der Kaninchen plagen zudem Ohrenentzündungen, Schnupfen oder Probleme mit den Zähnen. Mehr als dreißig flauschige Hoppler, überwiegend Deutsche Riesen, werden zunächst auf der Quarantänestation aufgenommen. Erst nach einigen Tagen dürfen sie in ihre Gehege. Körbe und gepflegte Ställe zum Spielen, saubere Sägespäne und eine „Buddelkiste“ im Außenbereich – die großzügigen Gehege lassen ihnen genug Platz.

Nach rund einem Monat in ihrer neuen Umgebung geht es den Zwei- und Vierbeinern jetzt schon viel besser. Federn und Fell zeigen neuen Glanz, es wird geflattert, gegackert und gehoppelt. „Man spürt, dass die Tiere nun viel glücklicher sind“, sagt Midleja. Auch die Warzenenten schnattern in nun wieder schneeweißem Gefieder auf den grünen Wiesen des Tierheims. Sie fühlen sich geborgen, vertrauen sich den Pflegern wieder an. „Es macht Spaß zu sehen, wie sich die Tiere wieder annähern“, sagt Tierpflegerin Julia Herklotz. Das harmonische Leben im Tierheim soll für die Kleinen aber nur als Übergang dienen. Die zehn Meerschweinchen wurden bereits an ein Tierheim in Hamburg vermittelt. Für die übrigen Tiere hoffen die Pfleger des Tierheimes, in Lübeck ein neues Zuhause finden zu können.
Das Tierheim Lübeck freut sich auch über Heu und Futterspenden wie Obst und Gemüse An einem Haustier Interessierte können sich unter Telefon 04 51/30 69 11 oder info@tierheim-luebeck.de melden.

Christoph Brandt

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