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Lübeck Richter: Handystrahlung ließ Tumor wachsen
Lokales Lübeck Richter: Handystrahlung ließ Tumor wachsen
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21:18 21.04.2017
3D-Darstellung von Krebszellen. Quelle: Fotolia
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Berlin/Lübeck

„Es gibt keinen Beweis dafür, dass das Handy die Ursache für den Tumor war.“ Nach seinen Untersuchungen stellt WLan ein weitaus größeres Problem für die Gesundheit dar.

Der Italiener Roberto Romeo gilt Kritikern der Handynutzung als lebender Beweis dafür, dass es einen Zusammenhang zwischen Handystrahlung und Tumorerkrankung gibt. Der inzwischen 57-Jährige telefonierte nach eigenen Angaben 15<TH>Jahre lang täglich drei bis vier Stunden mit dem Mobiltelefon. Er arbeitete laut der Zeitung „La Stampa“ für Telecom Italia. 2010 wurde bei ihm ein Tumor im Gehirn festgestellt. „Zum Glück war er gutartig, aber ich kann nicht mehr hören, weil sie meinen Hörnerv entfernt haben“, wird Romeo bei „Spiegel Online“ zitiert.

Wegen seines dauerhaften Hörschadens soll Romeo monatlich 500 Euro von der Unfallversicherung bekommen. „Weltweit zum ersten Mal hat ein Gericht die unsachgemäße Verwendung eines Handys als Ursache für einen Gehirntumor anerkannt“, erklärten die Anwälte Stefano Bertone und Renato Ambrosio.

Auswirkungen in Deutschland wird das Urteil jedoch nicht haben. „Als Berufskrankheiten kommen nur Erkrankungen in Frage, die nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft durch besondere Einwirkungen verursacht sind, denen bestimmte Personengruppen durch ihre Arbeit in erheblich höherem Grade als die übrige Bevölkerung ausgesetzt sind“, erklärt Elke Biesel, Sprecherin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Der Spitzenverband vertritt die gewerblichen Berufsgenossenschaften und die Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand.

Was eine Berufskrankheit ist, entscheidet die Bundesregierung – in Abstimmung mit dem „Ärztlichen Sachverständigenbeirat“ im Bundesarbeitsministerium. Derzeit werden in der Berufskrankheiten-Liste 77 Erkrankungen geführt, darunter Lärmschwerhörigkeit, Meniskusschäden nach die Kniegelenke belastenden Tätigkeiten sowie Hautkrebs durch Ruß, Rohparaffin oder Teer. „Tumore durch Handystrahlung sind nicht als Berufskrankheit aufgeführt“, sagt Biesel.

Wie groß die Gesundheitsgefahren durch Handys sind, ist nicht eindeutig belegt. Erst im vergangenen Jahr hatte eine Studie aus den USA Anzeichen für ein leicht erhöhtes Krebsrisiko im Tierversuch geliefert. Fast zeitgleich bot eine Langzeitstudie aus Australien keinen Nachweis für erhöhte Krebszahlen in der Bevölkerung.

Experte von Klitzing, der 28 Jahre am Uniklinikum Lübeck tätig war, macht sich vielmehr Sorgen um die Auswirkungen von WLan. „Das liegt an der niederfrequenten Taktung“, erklärt er. Der Organismus reagiere darauf mit Funktionsstörungen, vor allem das Herz sei empfindlich dafür. Die Folgen: Schlaflosigkeit, Tinnitus und Herzrhythmusstörungen.

Von Julia Paulat

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