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Lübeck Riesenschritt in die Zukunft: Diakonie baut Birkenhof neu
Lokales Lübeck Riesenschritt in die Zukunft: Diakonie baut Birkenhof neu
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08:42 20.09.2013
Die kupferne Hülse wurde mit dem Grundstein im Bau versenkt. Senator Sven Schindler (v. l.) freut sich mit Hans-Uwe Rehse, Peter Petereit und Fred Mente von der Vorwerker Diakonie. Quelle: Fotos: Rüdiger Jacob
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„Dass Sie Richtfest und Grundsteinlegung auf einen Termin legen, zeugt von gekonnter Kosteneinsparung“, scherzte Sozialsenator Sven Schindler. Die Vorwerker Diakonie hatte zur Feier auf dem Rohbau des neuen Birkenhofs geladen. Für sieben Millionen Euro baut sie ihre sozialpsychiatrische Einrichtung in Steinrade komplett neu. Dort werden 48 Menschen mit psychischen Störungen untergebracht. 2014 soll alles fertig sein.

„Die fachlich-inhaltliche Arbeit der Einrichtung haben wir immer wieder dem Bedarf der Klienten angepasst“, sagt der zuständige Geschäftsbereichsleiter der Diakonie, Peter Petereit. „Dabei zeichnete sich schon länger ab, dass die Infrastruktur von Grund auf neu konzipiert werden muss.“ Die Bauten seien nicht mehr zeitgemäß, ergänzte Architekt Norbert Hochgürtel. „Sie sind strukturell nicht mehr geeignet.“ Konventionell, also Stein auf Stein, entstehen vier verklinkerte Häuser und ein kleines Verwaltungsgebäude auf dem weiträumigen Gelände. Insgesamt werden 2600 Quadratmeter Nutzfläche geschaffen. 1,4 Millionen Euro der Bausumme hat die Vorwerker Diakonie aus Eigenmitteln aufgebracht, der Rest wird finanziert. Mit 100 000 Euro unterstützt die Ulrich-Gabler-Stiftung das Projekt.

„Wir haben festgestellt, dass die Massivität psychischer Störungen jener Menschen, die zu uns kommen, immer ausgeprägter ist“, sagte Fred Mente, Geschäftsführer der Vorwerker Diakonie. „Die betroffenen Menschen werden immer jünger.“ Dem muss der neue Birkenhof Rechnung tragen. „Die Anforderungen an die Sicherheit sind groß“, sagte Hochgürtel. Untergebracht würden unter anderem suizidgefährdete Personen. Die Diakonie habe bewusst am Standort investiert, weil es sich um ein besonders großes Grundstück handele. So können sich die Bewohner innerhalb des Geländes weitestgehend frei bewegen, ohne auf eine Umzäunung zu stoßen.

Aber es wurde auch gefeiert auf dem Richtfest mit Grundsteinlegung. Die kupferne Hülse, die in den Bau versenkt wurde, enthält Bilder von Bewohnern, eine Ausgabe der LN, ein Gedicht, Münzen und einen gebastelten Stern. „Der steht symbolisch für jeden einzelnen, der hier im Birkenhof wohnt“, sagte Diakonie-Pastor und Geschäftsführer Hans-Uwe Rehse. Mit einem Gedicht als Richtspruch leitete schließlich Zimmermann Uwe Wellner zum Festschmaus über.

„Seien Sie sich meines allergrößten Respektes sicher“, lobte Senator Schindler die Bautätigkeit. „Auf dem Weg in die Zukunft machen Sie Riesenschritte.“

Für Menschen mit Störung
Im Birkenhof werden Menschen begleitet, die unter Störungen leiden wie Psychosen, Schizophrenien, Persönlichkeitsstörungen, Depressionen oder Borderline-Störungen. Hinter vielen Nutzern der Einrichtung liegt ein langjähriger Suchtmittelmissbrauch sowie gescheiterte Therapien oder Wohnformen. Die Mehrzahl der Personen befindet sich in einem sogenannten Maßregelvollzug, das heißt, sie müssen in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden.

Rüdiger Jacob

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