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Lübeck Risse in der Decke: Klassenräume in der Trave-Schule gesperrt
Lokales Lübeck Risse in der Decke: Klassenräume in der Trave-Schule gesperrt
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00:08 17.03.2016
Neue Hiobsbotschaft an Kücknitzer Trave-Schule. Vier Klassenzimmer wurden sicherheitshalber geräumt. Quelle: Felix König

Nach alarmierenden Baumängeln in der Stadtschule Travemünde, in der Oberschule zum Dom und im Johanneum gibt es nun eine Hiobsbotschaft für die Trave-Grund- und Gemeinschaftsschule am Kücknitzer Kirchplatz. In den Decken des Altbaus aus dem Jahr 1910 und des Anbaus, der Ende der 1920er-Jahre entstand, wurden Risse festgestellt. Vorsorglich mussten vier Klassenräume im Obergeschoss geräumt werden. 80 Schüler zogen innerhalb der Schule in andere Klassenräume um.

 

Hochbautechniker Ayhan Bunge (l.) und Maurer Frederik Schröder kontrollieren in einem Klassenzimmer im Obergeschoss der Schule die Decke.

Eine akute Gefahr besteht nicht, aber „bei Kindern kann man gar nicht vorsichtig genug sein“, begründete gestern Schulleiter Albrecht Dudy die Räumung der vier Klassenzimmer. Er betonte aber, dass es „zur Zeit keine Befürchtungen gibt, dass Deckenteile herunterplatzen können“.

Albrecht Dudy, Schulleiter der Trave-Grund- und Gemeinschaftsschule, neben einem aufgestemmten Deckenbereich auf dem Dachboden. Dort wird die Statik der Gebäudedecke überprüft.

Friedrich Thorn, Bereichsleiter Schule und Sport, ließ keinen Zweifel daran, dass alle erdenklichen Sicherheitsüberprüfungen eingeleitet werden: „Alle Schulräume und alle Decken des Schulgebäudes werden überprüft.“ Im Deckenbereich der vier Klassenräume im Obergeschoss hätten Fachleute eine „Durchbiegung der Stahl-Stein- Decken“ festgestellt.

Die Schäden an den Decken sind von den Klassenräumen aus nicht zu erkennen. Bauarbeiter hatten bei Arbeiten am Dach Risse im Beton festgestellt, als sie die alte Dämmung entfernten. Auch wurden Mängel an der Dachkonstruktion gesichtet. Dort fügen sich Hölzer nicht mehr so zusammen, wie sie sollten. Das Dach des Altbaus soll im kommenden Jahr neu eingedeckt werden.

Gestern begannen Mitarbeiter des Hochbauamtes in der Schule mit der Überprüfung der Deckenkonstruktion. Auch Experten der Fachhochschule Lübeck werden den Deckenbeton unter die Lupe nehmen. Dennis Bunk, Leiter des Gebäudemanagements: „Wir stehen unter hohem zeitlichen Druck. Bis Ostern werden die Ergebnisse vorliegen.“ Die Tragfähigkeit aller Decken werde mit „Druck- und Zugversuchen“ sowie Probebohrungen getestet. Bunk gestand ein, dass das Gebäudemanagement von den Deckenschäden der Trave-Schule „kalt erwischt wurde“. Er erinnerte an „ähnliche Probleme bei der Stadtschule Travemünde“.

Dort habe man alle Decken sanieren müssen.

Wie groß der Sanierungsaufwand bei der Trave-Schule ist, kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden. Albrecht Dudy und Dennis Bunk verwiesen auf ein Problem: Von den alten Decken gebe es keine Konstruktionszeichnungen. Deshalb wisse man noch nicht, wie sie aufgebaut seien.

Große organisatorische Probleme für den Schulalltag gibt es nach Aussage von Schulleiter Dudy zur Zeit noch nicht. Der Schulbetrieb laufe normal weiter. „Doch was in Zukunft auf uns zukommt, weiß ich nicht. Es ist jetzt natürlich sinnvoll, sich alle Decken anzusehen,“ erklärte der Rektor. Auf die Trave- Schule gehen 126 Grundschüler und 120 Gemeinschaftsschüler der Klassenstufen 5 und 6.

Marode Schulen

Die Stadtschule Travemünde wird seit 2013 saniert. Dort wurden damals schwere Deckenschäden festgestellt. Die Statik war nicht mehr sicher. Alle Decken wurden erneuert. Die Arbeiten sind nach Aussage des Gebäudemanagements nahezu abgeschlossen.

Die Oberschule zum Dom (OzD) hat ebenfalls Mängel — in ihrer Aula. Seit 65 Jahren wird die Decke dort von sogenannten Rödeldrähten getragen. Jetzt gibt es statische Probleme.

Das Johanneum hat große Sorgen mit dem Fußboden seiner Aula, unter dem sich ein knapp 80 Zentimeter hoher Kriechkeller befindet. Der Boden befindet sich auf wackeligem Grund.

„Da kriegen wir irgendwann ein statisches Problem“, warnt das Gebäudemanagement. Mittelfristig muss die Aula komplett saniert werden.

Von Torsten Teichmann

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