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Lübeck Roberto Rossi sagt dem Schabbelhaus „Arrivederci“
Lokales Lübeck Roberto Rossi sagt dem Schabbelhaus „Arrivederci“
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17:41 11.02.2019
Charmantes Lächeln: Spitzenkoch Roberto Rossi in seinem Restaurant. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Innenstadt

 Ein charmantes Lächeln, das bisweilen auch in wenig schüchtern wirkt: Das ist typisch für Roberto Rossi, Koch und langjähriger Pächter des altehrwürdigen Schabbelhauses. Mehr als zwei Jahrzehnte lang hat er – zunächst einige Jahre mit seiner Ehefrau Sigrid – in dem denkmalgeschützten Kaufmannshaus aus dem 16. Jahrhundert mediterrane, aber auch deutsche, gehobene Küche serviert und viele, teils sehr prominente, Gäste verwöhnt.

Das Schabbelhaus (l.) in der Mengstraße wird hübsch gemacht, bevor der neue Pächter einzieht. Quelle: Lutz Roeßler

So besuchte die italienische Rockröhre Gianna Nannini die Rossis im Jahr 2005 gleich zweimal. Anlass war eine Weinprobe mit edlen Tropfen vom toskanischen Weingut der Familie Nannini. Und im Sommer 2014 schauten Schwedens König Carl Gustaf und Königin Silvia überraschend in Lübeck vorbei. Im Schabbelhaus fielen Rossi und sein Team aus allen Wolken, als das Königspaar gegen 22 Uhr im Restaurant auftauchte. „Silvia habe ich gleich erkannt“, sagte Rossi damals, und berichtete, ebenso wie seine Mitarbeiter, von der Volksnähe und Großzügigkeit der schwedischen Monarchen.

Prominenter Besuch aus Italien: Roberto Rossi 2005 mit Gianna Nannini. Quelle: Privat

Jetzt ist in einem Schaukasten vor dem Eingang des Restaurants zu lesen: „Liebe Gäste, liebe Freunde, vielen herzlichen Dank für die letzten 22 Jahre und die großartige Unterstützung und das Vertrauen, das Sie uns entgegengebracht haben. Aber wo ein Ende ist, ist auch immer ein neuer Anfang.“ Im Namen seines Teams wünscht Rossi „alles, alles Liebe“, auf der Homepage des Schabbelhauses ist zu lesen: „Ich mache jetzt etwas Urlaub.“ Aber auch: „Heute ist nicht aller Tage, ich komm wieder, keine Frage . . .“ Auch den LN sagte er, ein Rentner-Dasein könne er sich nicht vorstellen, er mache garantiert etwas Neues.

Aktuell baut Rossi gerade die Küche im Erdgeschoss zurück und aus, die er vor 22 Jahren hatte einbauen lassen. Das Inventar versteigert er teils bei Ebay, teils über seine private Facebook-Seite, Interessenten sollten sich bei ihm unter Telefon 01 71/334 25 53 melden.

Museum und Weinschenke

Das ursprüngliche Schabbelhaus stand in der Mengstraße 36, ging auf eine Stiftung des Bäckers und Konditors Heinrich Schabbel (1861-1904) an die Stadt zurück und war ein 1908 eröffnetes Museum für Wohnkultur vom späten 17. bis zum 19. Jahrhundert. Im Erdgeschoss entstand eine Weinschenke.

1942, am Palmsonntag, wurde das Gebäude von britischen Bomben zerstört, Museum und Schenke siedelten in das Doppelhaus Mengstraße 48-50 über. Nach Sanierung durch die Kaufmannschaft 1954 übereignete die Stadt der Kaufmannschaft das Gebäude.

Die Kaufmannschaft zu Lübeck suchte in den vergangenen Monaten einen Nachfolger für Rossi – und wurde fündig. Ein Sternekoch aus Niedersachsen, der aber aktuell namentlich noch nicht genannt werden möchte, übernimmt das edle Restaurant im denkmalgeschützten Haus im Herzen der Altstadt.

Allerdings wird es noch eine Weile dauern, bis das Schabbelhaus seine Türen wieder öffnet. „Es ist eines der bekanntesten Denkmäler in der Hansestadt Lübeck, und wir wollen es in Abstimmung mit der Denkmalpflege wieder hübsch machen“, sagt Christian Diemer, Geschäftsführer der Kaufmannschaft. Nach 22 Jahren sei das dringend nötig. Vor allem stehen umfangreiche Maler- und Fußbodenarbeiten an.

„Wir werden in den nächsten Wochen beginnen“, so Diemer. Nebenbei stehen noch Abstimmungsgespräche mit dem Mieter, den Danziger Banken, sowie mit dem neuen Pächter an. Einen genauen Zeitpunkt für die Wiedereröffnung des Schabbelhauses vermag Diemer nicht zu nennen. „Es könnte September sein, vielleicht auch früher.“ Auf alle Fälle werde noch in diesem Jahr das Schabbelhaus in neuem Glanz erstrahlen und Gäste bewirten.

Sabine Risch

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