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Lübeck Rohrbruch setzt Ampel "unter Wasser"
Lokales Lübeck Rohrbruch setzt Ampel "unter Wasser"
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17:38 19.01.2017
Leserfoto von André Fromm
Lübeck

In hohem Bogen spritzt das Wasser aus dem Ampelmast. Es sucht sich seinen Weg durch jede Öffnung und verwandelt die Fahrbahn in eine Seenplatte. Mitten im Berufsverkehr staunen Autofahrer und Passanten an der Lohmühle, gleich vor der Hansehalle: Das Verkehrssignal als Wasserspiel – was ist denn hier los?

Quelle: Holger Kröger

                                                                                                                                  Quelle: Holger Kröger

Die Ursache war ein Rohrbruch direkt unter der Ampelanlage: Eine Versorgungsleitung, ein altes Gussrohr mit einem Durchmesser von 15 Zentimetern, war geplatzt. „Das Wasser sucht sich dann den Weg des geringsten Widerstands“, erklärte Lars Hertrampf, Sprecher der Stadtwerke Lübeck. In diesem Fall war das eben der hohle Ampelmast.

Als die Lübecker Polizei um 7.50 Uhr vor der Hansehalle eintraf, stand das Wasser schon mehrere Zentimeter hoch auf der Fahrbahn, berichtete Polizeisprecher Dierk Dürbrook. Die Beamten verständigten umgehend den Netzbetreiber, der sofort Ampelanlage und Wasser abschaltete. Die Straße „Bei der Lohmühle“ musste nicht gesperrt werden.

Quelle: Holger Kröger

                                                                                                                                   Quelle: Holger Kröger

Mitarbeiter der Stadtwerke Lübeck rückten an, um die defekte Leitung zu reparieren. Die Arbeiten gestalteten sich jedoch aufwendiger als gedacht. „Die betroffene Leitung liegt unterhalb weiterer Versorgungsleitungen“, sagte Hertrampf. „Die Reparaturen können erst im Laufe des Freitags abgeschlossen werden.“ In Abstimmung mit der Polizei wurde deswegen die Straße „An der Hansehalle“ gesperrt.

Quelle: Holger Kröger

                                                                                                                                  Quelle: Holger Kröger

Die Mitarbeiter ermittelten vor Ort ein Schadensbild und prüften, ob beim Wasseraustritt Fahrbahn oder Fußgängerweg unterspült wurden. Beides war nicht der Fall. Gleichzeitig wurde auf der Straße Sand gestreut, um die Rutschgefahr zu mindern.
„Haushalte sind von der Störung nicht betroffen“, betonte Hertrampf. Allerdings hatte die Hansehalle infolge des Rohrbruchs kein fließendes Wasser. „Der Hausmeister hat uns informiert, dass die Schüler nicht duschen konnten“, sagte er. Die Halle wurde jedoch vorübergehend mit Wasser aus Kanistern versorgt.
Mitarbeiter der Stadt reparierten unterdessen die Ampel. Bisher sei an ihr ein Schaden von rund 500 Euro entstanden, der bereits gestern repariert worden sei. erklärte eine Stadtsprecherin. Der genaue Schadensumfang sei noch nicht bekannt. Die Ampel funktioniere jedoch wieder vollständig.
„Es ist typisch, dass der Rohrbruch in einem vielbefahrenen Kreuzungsbereich passiert ist“, sagte Stadtwerke-Sprecher Hertrampf. „Die Rohre reagieren auf die Erschütterungen von Autos und Lastwagen.“ Gerade im Winter komme es immer wieder zu Rohrbrüchen: „Bei Frost verhärtet der Boden. Dann ist die Dämpfung durch die Straßenoberfläche nicht mehr so hoch, und die Erschütterungen werden stärker auf die Rohre übertragen“, erklärte Hertrampf.
Bei Facebook wurde die Fontänen-Ampel schnell zum Stadtgespräch. Leser André Fromm schickte der Redaktion ein Video, das auf der LN-Facebook-Seite durch die Decke ging: Es wurde bis gestern Abend mehr als 1600 Mal mit „Gefällt mir“ markiert und mehr als 1100 Mal geteilt. „Ist das die neue mit Wasserkraft betriebene Ampel? Sehr umweltbewusst“, lobte die Leserin Angi Kaminski. Danica Schroeder freute sich über die – wenn auch ungewollte – Aufwertung des Quartiers: „Endlich: Ein Springbrunnen für die Lohmühle.“

Von Jan Dresing

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