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Lübeck Gewaltprävention für Drittklässler
Lokales Lübeck Gewaltprävention für Drittklässler
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17:46 05.11.2018
Trainer Manfred Eisenblätter (r.) stürmt auf Nanahal, Baris, Lea und Abdul (v. l.) zu, die rufen: „Hau ab, lass mich in Ruhe!“ Quelle:  
St. Lorenz Nord

Vorne sitzt ein Busfahrer, in den Zweier-Stuhlreihen dahinter sitzen die jungen Fahrgäste. Nur der Platz neben Maysam ist noch frei. Bis sich ein Mann neben sie setzt, sie anquatscht und – als die Neunjährige sagt „Lass mich in Ruhe“ – sie auch noch an der Schulter anfasst. Sofort springt das Mädchen auf, läuft zum Busfahrer und sagt ihm: „Der Mann in der zweiten Reihe hat mich angefasst!“

Prompt ertönt Applaus von Mitschülern der Gotthard-Kühl-Schule (und Erwachsenen im Raum), denn Maysam hat eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie eine wichtige Lektion nicht nur gelernt, sondern auch behalten hat.

Training ein ganzes Schuljahr lang

Seit Beginn dieses Schuljahres läuft an der Gotthard-Kühl-Schule in allen dritten Klassen das Projekt „Selbstbehauptung und Selbstverteidigung für Schulkinder“. Kai Voß und Manfred Eisenblätter von der WingTsun-Akademie Lübeck trainieren mit jeder dritten Klasse einmal wöchentlich 90 Minuten lang, wie sie Konflikte gewaltfrei lösen und sich in kritischen Situationen selbst behaupten können.

Es geht um Respekt und Toleranz

Initiiert hat Tina Stute, Klassenlehrerin der 3a, das Projekt. Es baut auf die „Woche der Toleranz“ auf, die die GKS auch mit der WingTsun-Akademie veranstaltet hatte. Die GKS wird übrigens von einer sehr gemischten Schülerschaft besucht, aktuell gibt es 51 Herkunftssprachen. „Damit gemeinsames Lernen und Leben von Schülerinnen und Schülern aus unterschiedlichen Kulturen und Prägungen gelingt, gehört es zu den täglichen Aufgaben der Lehrkräfte, die sozialen Fähigkeiten sowie gegenseitigen Respekt und Toleranz zu trainieren und zu vertiefen“, so die Pressebeauftragte der Schule, Simone Becker.

Großzügige Spende

Möglich wurde das regelmäßige Selbstverteidigungs- und -behauptungstraining durch eine Spende von 11 000 Euro des Rotary Clubs Lübeck. „Wir sind sehr dankbar, dass wir diese Unterstützung bekommen haben“, sagt die kommissarische Schulleiterin Christiane Petersen. So zahlen die Eltern nur 15 Euro je Kind – fürs gesamte Schuljahr.

Verlängerung ist möglich

Auch Kai Riemann, Projektpate des Rotary Clubs Lübeck, ist angetan von dem Kursus für Drittklässler, den er am Montag besuchte. Er hoffe, nicht nur für ein Schuljahr, sondern für weitere Jahre, Spenden von den Clubmitgliedern einsammeln zu können, zum Beispiel über die bald anstehende Weihnachtsspende. Riemann: „Wir freuen uns, wenn wir die gesteckten Ziele erreichen und die Kids dazu auch noch Spaß haben.“

Angreifer abwehren, Streit schlichten

Den haben die Drittklässler allemal, wie man sieht. Lea (9) und Abdul (9) führen nur zu gern vor, was sie zur Abwehr potenzieller Angreifer gelernt haben und wie man sich aus einer Umklammerung seines Gegenübers befreit. Zudem absolvieren sie, wie Lea erzählt, noch nebenbei eine Ausbildung zu Streitschlichtern.

Messbare Erfolge

Übrigens werden Qualität und Erfolg des Projektes über ein begleitendes Beurteilungssystem gemessen. Schon jetzt sei ein messbarer Lernerfolg eingetreten, von dem letztlich nicht nur die einzelnen Kinder, Schule und Familie, sondern auch die Gesellschaft profitierten.

Sabine Risch

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