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Lübeck Roter Hahn: Alles neu macht die Trave
Lokales Lübeck Roter Hahn: Alles neu macht die Trave
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00:21 19.12.2015
Vor dem Gemeinschaftshaus „Mittenmang“: Franz-Peter Boden und Matthias Rasch (v. l.) begehen das Gelände. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat

Kücknitz Der rote Hahn putzt sein Gefieder: „Mittenmang“ lautet der Name des gerade fertiggestellten Quartierhauses in der Tannenbergstraße 5. Das plattdeutsche Wort für „mittendrin“ drückt sowohl geographische Lage, als auch Funktion des hellgelben Klinkergebäudes aus: „Dieses Haus steht mitten zwischen den Wohngebäuden, und wir wünschen uns, dass es eine Verbindung zwischen den Generationen herstellen und vertiefen wird“, sagte Dr. Matthias Rasch, Geschäftsführer der Grundstücksgesellschaft „Trave“ bei der Eröffnungsfeier gestern Vormittag.

Zeitgleich mit dem 205 Quadratmeter großen Quartierhaus sind auch 38 seniorengerechte Wohnungen in der Tannenbergstraße 7 fertiggestellt worden. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft hat damit einen weiteren und besonders wichtigen Schritt in Richtung Abschluss des Projektes „Wohnen für Generationen“ getan. Begonnen hat die Wandlung des Quartiers Roter Hahn 2008 mit dem Abriss von 314 Wohnungen aus den frühen 1960er Jahren. Nach und nach wurden sie mit familienfreundlichen Wohnungen in der Tilsitstraße und seniorengerechtem Wohnraum in der Tannenbergstraße ersetzt. Bisher hat das Projekt rund 70 Millionen Euro gekostet, 20 Prozent davon finanziert die Baugesellschaft selbst, der große Rest setzt sich aus Fördermitteln zusammen.

„Generationenübergreifendes Wohnen ist selbstverständlich keine neue Idee, aber ganz ehrlich: Wo findet es wirklich statt?“, fragte Rasch seine Gäste aus Stadt, Wirtschaft und Verbänden. In der Realität wüchsen doch in den meisten Städten homogene Wohnviertel für junge Familien, während ältere Menschen in Stadtteilen verblieben, deren Infrastruktur sich nach und nach verschlechtere, so Rasch. Das Quartier Roter Hahn soll sich ganz gegenteilig entwickeln: 144 barrierefreie Wohnungen und 92 Familienwohnungen in sandfarbenen Klinkerbauten mit bodentiefen Fenstern wurden mittlerweile gebaut und vermietet. Pro Quadratmeter liegt der Preis bei vergleichsweise günstigen fünf Euro. Für die Zukunft sind jetzt noch 17 Reihenhäuser in der Tannenbergstraße geplant.

Doch auch jetzt leben schon genug Menschen im Quartier, um „Mittenmang“ mit Leben zu füllen: Damit das vom Kieler Architektenbüro Zastrow und Zastrow geplante Gebäude seine Funktion erfüllen kann, beschäftigt die „Trave“ sogar einen Quartiermanager: Sebastian Schneider (54) wird sich vor Ort darum bemühen, dass das fast vollkommen eckenfreie Gebäude ein Ort der Begegnung werden wird. „Ich werde eigene Projekte durchführen, aber auch Mieterinitiativen unterstützen und externe Vereine einladen, Veranstaltungen anzubieten“, erklärt der in der Quartierarbeit erfahrene WahlKücknitzer. Für den Januar sind die Wochenpläne sogar schon gefüllt: Einen Englischkursus für Senioren wird es geben, einen Deutschkursus für Flüchtlinge und ein Malatelier. „Oftmals betreiben soziale Vereine Quartierhäuser, aber dass sich ein Wirtschaftsunternehmen dieser Aufgabe widmet, ist in Lübeck einzigartig“, so Schneider. Dass das Projekt die Attraktivität des Stadtteils enorm steigern wird, davon ist auch Bausenator Franz-Peter Boden (SPD) überzeugt: „Das Quartier bietet eine neue Wohnqualität und wird auf die Umgebung ausstrahlen.“ Ganz viel buntes Leben und reges Treiben wünschte Boden dem Roten Hahn.

Das Quartier

314 Wohnungen hat die Baugesellschaft Trave mbH seit Beginn des Projektes „Wohnen für Generationen“ 2008 abgerissen.



2011 waren die ersten 96 seniorengerechten Wohnungen in der Tannenbergstraße bezugsfertig.

66 familienfreundliche Wohnungen und eine Kindertagesstätte kamen 2013 in der Tilsitstraße hinzu.

Um 38 neue barrierefreie Wohnungen und das Quartierhaus wurde das Viertel im Kücknitzer Roten Hahn jetzt erweitert.

Vo N Luisa Jacobsen

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