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Lübeck „Lübeck Air“: So soll der Flughafen jetzt wiederbelebt werden
Lokales Lübeck „Lübeck Air“: So soll der Flughafen jetzt wiederbelebt werden
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08:01 09.03.2019
Mit kleinen Maschinen wie dieser Dassault Falcon 7X, die der strategische Partner Air Alsie mitbringt, will der Flughafen in den Linienbetrieb einsteigen. Quelle: 54° / Felix König
Lübeck

Am 15. April 2016 endete die Geschichte des Linienflugs auf dem Airport in Blankensee. An dem Tag hob die letzte Wizzair-Maschine gen Sofia ab. Im April 2020 soll das Kapitel Linienflug wieder aufgenommen werden. Flughafen-Geschäftsführer Prof. Jürgen Friedel bestätigte den LN entsprechende Medienberichte. Dabei geht es sowohl um Linienflug von großen Fluggesellschaften als auch einen Streckendienst mit der eigenen Fluggesellschaft „Lübeck Air“, die vor einem Jahr gegründet wurde.

„Der Flughafen Lübeck macht sich startklar“, heißt es in einer Presseeinladung von Airport-Sprecherin Stefanie Eggers. Am Montag bringt der Kieler Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) ein Zertifikat der Europäischen Agentur für Luftsicherheit (EASA) vorbei. Eggers: „Für die Wiederaufnahme des Passagierverkehrs von und in die Hansestadt wurden alle luftseitigen Infrastruktureinrichtungen, Schulungs- und Betriebsverfahren zur Einhaltung eines sicheren Flughafenbetriebs nach internationalen Vorgaben überprüft.“

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Flughafen Lübeck soll langsam wachsen

Die Wiederbelebung des Airports soll behutsam und Schritt für Schritt angepackt werden. Derzeit ist Lübeck Air mit einem Business-Jet unterwegs. Damit „Lübeck Air“ weiter wachsen kann, tut sich der Flughafen mit dem dänischen Anbieter von Charterflügen Air Alsie zusammen. Der strategische Partner mit Sitz in Sonderburg betreibt derzeit 19 Flugzeuge, die zwischen fünf und 64 Sitzen zählen. Im April 2020 sollen die ersten Flüge mit den Air-Alsie-Maschinen aufgenommen werden.

Wie groß die Flotte der „Lübeck Air“ wird, hängt von den Zielen ab. Im Gespräch sind eine Route nach Stockholm. Aber auch Zürich, Wien und München werden LN-Informationen zufolge untersucht. Und die Führungscrew in Blankensee weiß auch, dass eine Verbindung nach Mallorca im Sommer hohe Nachfrage bei den Lübeckern finden würde.

Prof. Jürgen Friedel, Geschäftsführer des Flughafens, will den Airport behutsam wieder an das Liniengeschäft heranführen. Quelle: dpa

Lübecker Flughafen soll ausgebaut werden

Dass die Führungscrew in Blankensee es ernst meint, zeigen die für dieses Jahr geplanten Baumaßnahmen. Die neun Millionen Euro teure Entwässerung des Flughafengeländes wurde in Auftrag gegeben. 30 Millionen Euro sollen in den Bau eines neuen Hangars investiert werden. Die Flugzeughalle soll 80 Meter lang, 50 Meter breit und 20 Meter hoch werden. Noch ist der Bauantrag bei der Stadt nicht gestellt. Außerdem plant der Airport einen Anbau an das bestehende Terminal, um zwei parallele Flüge großer Maschinen abwickeln zu können.

Eckhard Graf, Bürgermeister von Groß Grönau, nimmt die Ankündigungen durchaus ernst. „Das klingt nicht nach Hirngespinsten“, sagt der Verwaltungschef der Gemeinde, die jahrelang gegen den Flughafen-Ausbau gekämpft hat. „Ich wünsche mir, dass der Flughafen die Wünsche der Nachbarn in Sachen Lärmschutz beachtet“, sagt Graf. Auf juristischem Weg konnte die Gemeinde die Ausbaugenehmigung durch das Land, die zehn Jahre alt ist, nicht zu Fall bringen. Derzeit gebe es in Blankensee Flugverkehr auf niedrigem Niveau, berichtet der Bürgermeister: „Die weit überwiegende Zahl der Grönauer nimmt den gelassen, aber alle sind neugierig, was dort passiert.“

Klicken Sie hier, um weitere Bilder von Hund „Teddy“ zu sehen, der den Flughafen Lübeck-Blankensee bewacht.

Kieler Verkehrsminister glaubt an Airport-Betreiber

Der Kieler Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) ist überzeugt, dass der jetzige Airport-Betreiber den Flughafen zum Erfolg führen wird: „Mit dem Unternehmer Winfried Stöcker hat der Flughafen nun endlich einen Investor, wie er ihn verdient.“ Stöcker habe mit dem Aufbau der weltweit erfolgreichen Firma Euroimmun gezeigt, dass er ein überaus geschickter Geschäftsmann mit Durchsetzungskraft und innovativen Ideen sei. „Ich bin überzeugt, dass er diese Stärken auch zum Gelingen seiner Flughafenpläne ausspielen wird“, sagt Buchholz.

Die Industrie- und Handelskammer zu Lübeck (IHK) hat den Airport stets unterstützt. Die Kammer geht davon aus, dass der Airport mit kleinen Schritten zurück ins Geschäft findet. IHK-Sprecher Can Özren: „Prof. Friedel weiß, was er tut.“

Wirtschaftssenator freut sich über Entwicklung

Wirtschaftssenator Sven Schindler (SPD) ist überzeugt, dass der Flughafen-Geschäftsführer und der Airport-Betreiber Prof. Winfried Stöcker die Umsetzung ihrer Pläne sorgfältig vorbereiten. „Ich gehe fest davon aus, dass die Ankündigungen auch umgesetzt werden“, sagt Schindler. Blankensee könne im Konzert der Flughäfen mit einer hervorragenden Erreichbarkeit über A 1 und A 20 sowie dem speziellen Service eines kleines Airports punkten. „Ich freue mich darüber, was sich am Flughafen tut“, erklärt der Wirtschaftssenator.

Thorsten Fürter von den Grünen: „Ankündigungen gab es immer wieder, aber nie wurde was draus. Positiv ist nur eins: Die Versprechungen werden jedes Jahr kleiner. Für die Kleinstmaschinen des Charter-Anbieter brauchen wir jedenfalls keinen Flughafenausbau. Darauf sollte Herr Stöcker aus meiner Sicht verzichten. Das schont nicht nur sein Portemonnaie, sondern auch den Haushalt der Stadt."

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