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Lübeck SPD kommt wieder nach oben
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18:27 24.11.2018
Die SPD-Jubliare wurden im Audienzsaal des Lübecker Rathauses empfangen. Quelle: 54° / John Garve
Lübeck

1953 trat Rosemarie Graap in die SPD ein. Da war sie schon sechs Jahre lang bei der Jugendorganisation „Die Falken“. Ihre Eltern waren Sozialdemokraten, ihre Kinder sind es und ihr Enkel Jörn Puhle sitzt sogar für die SPD in der Bürgerschaft. 65 Jahre ist Rosemarie Graap, die im „roten Moisling“ geboren wurde und im „roten Rangenberg“ wohnt, in der Partei, hat als Delegierte zahlreiche Parteitage bestritten, die Ehrennadel des Landes bekommen und sie backt bei Stadtteilfesten die besten Waffeln. Die 85-Jährige ist überzeugt, dass die Koalitionen mit Angela Merkel der SPD nachhaltig geschadet haben. Aber Rosemarie Graap ist auch überzeugt: „Hohe Prozentzahlen für die SPD kommen wieder.“

Optimismus für die Zukunft der Partei

Daran glaubt auch Gerhard Burmester, auch wenn der engagierte Streiter für seinen Stadtteil Buntekuh Prozentzahlen von 40 Prozent und mehr für CDU und SPD nicht mehr sieht. Burmester trat 1968 in die Partei ein und bekleidete zahlreiche Ämter im Kreisvorstand und im Ortsverein. „Du schreibst gerne lange Briefe an die Zeitung und den Kreisvorstand“, berichtete Conja Grau, die stellvertretende Parteivorsitzende. Der 81-Jährige ist ebenfalls überzeugt, dass die Bundespartei unter den vier Koalitionen mit Angela Merkel gelitten hat. Die Partei erscheine gesichtslos. Schwere Fehler habe der frühere Kanzler Gerhard Schröder begangen, als er die Hartz-IV-Reform ungenügend kommunizierte. Trotz der momentanen Lage ist Burmester sicher: „Die SPD kommt wieder höher.“

Jubilare wurden geehrt

Hans Jürgen Wolter trat mit 17 Jahren in die SPD ein, wurde jetzt für 60 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Der Rechtsanwalt hadert wegen des Asylkompromisses Anfang der 1990er Jahre und der Notstandgesetzgebung von 1968 mit seiner Partei. Der Volkswirt und Jurist war Redakteur, Mitglied der Bürgerschaft und des Landtages. Wolter ist ein vehementer Kritiker von Hartz IV: „Ein sehr schlechtes Gesetz wurde einer noch schlechteren Behörde überlassen.“ Den Konstrukteuren von Hartz IV sei es nicht um die Menschen gegangen.

Die Jubilarfeier im Rahmen des Willy-Brandt-Forums wärmte für zwei Stunden das Herz einer bös durchgeschüttelten Partei. Gastredner Rolf Fischer, ehemaliger Landtagsabgeordneter und früherer Kieler SPD-Kreisvorsitzender, verwies in seinem Vortrag auf die stolze Rolle der Lübecker SPD bei der November-Revolution vor 100 Jahren: „Kiel und Lübeck stehen am Anfang der Demokratie in Deutschland.“

Ärger über schlechte Platzierung bei der Europawahl

Der aktuelle Ärger über die miserable Platzierung des Spitzenkandidaten für die Europawahl war natürlich Gesprächsthema. „Enrico Kreft kann nicht hier sein“, sagte Kreisvorsitzender Thomas Rother, „er tourt durch Europa, war gestern in Berlin und ist heute in Wien.“ Rother verteidigte die „harsche Reaktion“ der Lübecker Genossen auf die Listenplatzierung (Platz 32) ihres Mitstreiters: „Wir sind maßlos enttäuscht und entsetzt.“

Kreisverband erwartet Aufklärung

Am Dienstagabend führt der Kreisverband ein Gespräch mit dem Landesvorsitzenden Ralf Stegner. Der Lübecker Parteivorstand hat Stegners Rücktritt gefordert, wenn es dem nicht gelingt, Enrico Kreft bei der Bundesdelegiertenkonferenz am 9. Dezember deutlich weiter vorne zu platzieren. Stegner hatte einen Rücktritt bereits abgelehnt. Kreisvorsitzender Rother: „Wir erwarten in dem Gespräch weitere Aufklärung über die Hintergründe der Entscheidung.“

Kai Dordowsky

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