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Lübeck SPD schickt erneut Hiller-Ohm ins Rennen um Berlin
Lokales Lübeck SPD schickt erneut Hiller-Ohm ins Rennen um Berlin
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22:19 04.11.2016
Sie ist die strahlende Gewinnerin: Gabriele Hiller-Ohm darf zum fünften Mal ins Rennen um das Lübecker Bundestagsmandat gehen. Von 65 Delegierten gaben ihr 42 ihre Stimme.
Moisling

Hiller-Ohm profitierte vom Bonus einer Amtsinhaberin: „Rund 500 Erwähnungen in der Presse, 14 Reden im Bundestag und sieben Fraktionsveranstaltungen vor Ort“, zählte sie ihre Leistungsbilanz für die laufende Wahlperiode in Berlin auf. Die Abgeordnete, die seit 2002 für Lübeck und Teile des Herzogtums Lauenburg im Bundestag sitzt, schreibt die Fortschritte beim Thema Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals ebenso auf ihre Fahnen, wie die acht Millionen Euro, die der Bund seit 2013 in Lübecker Bauprojekte gesteckt hat – darunter Geld für das Sportzentrum Falkenwiese, die Synagoge und die Umgestaltung der Untertrave. Aktuell kämpft die gebürtige Lübeckerin für das Überleben der Traditionsschiffe im Stadthafen.

65 Delegierte bei Wahlkreiskonferenz statten die langjährige Bundestagsabgeordnete mit einem klaren Ergebnis aus – Mitbewerber Schaffenberg unterliegt klar.

Hiller-Ohms Stärke ist die Regionalisierung von bundespolitischen Entscheidungen. Diverse Änderungen im Rentenrecht (Mütterrente, abschlagsfreie Rente ab 63 Jahre) kommen nach ihren Angaben bundesweit zehn Millionen Menschen zugute – und 26000 in Lübeck. Von der Aufstockung der Mittel, die der Bund den Jobcentern zur Verfügung stellt, kommt auch etwas in der Hansestadt an. Sechs Millionen Euro mehr hat das Lübecker Jobcenter zur Verfügung, und aus einem anderen Fördertopf konnten 100 geförderte Arbeitsplätze geschaffen werden. Von der Einführung des Mindestlohns hätten in Lübeck 20000 Beschäftigte profitiert. Dieses Werk wolle sie fortsetzen, erklärte sie den 65 Delegierten: „Ich will meinen Tatendrang, meine Kompetenz und Erfahrung noch einmal in die Waagschale werfen.“ Sie fühle sich fit und wahlkampfbereit, sagte die 63-Jährige.

Da hatte es Ingo Schaffenberg, ihr Herausforderer, natürlich schwer. Obwohl seine Ämtersammlung angesichts der noch jungen Parteizugehörigkeit (elf Jahre) schon beachtlich ist. Seit acht Jahren sitzt er für die SPD in der Lübecker Bürgerschaft und ist der sozialpolitische Sprecher. Außerdem leitet er seit sieben Jahren den Ortsverein Marli und war von 2013 bis 2015 Vorsitzender des Nazareth-Vereins, der Pflegeheime betreibt. Schaffenberg konnte mit zwei Pfunden wuchern: Mit 46 Jahren ist er deutlich jünger als seine Gegenkandidatin. Und er ist mit seinem beruflichen Werdegang nah an der Lebenswirklichkeit vieler Menschen. Seine Mutter war Kellnerin, der Vater Lehrer.

Schaffenberg, der früher Hoffmann hieß und den Namen seiner Ehefrau annahm, hat Koch gelernt und in dem Beruf auch gearbeitet, war auch mal arbeitslos, jobbte und lernte schließlich Krankenpfleger.

In diesem Beruf arbeitet er seit 14 Jahren am UKSH. Die Delegierten hätten die Wahl zwischen „Routine oder Veränderung“, könnten einen Generationenwechsel einleiten. Sie entschieden sich für die Routine.

CDU kürt im Dezember

Im Herbst 2017 wird ein neuer Bundestag gewählt. Der Wahlkreis Lübeck (11) umfasst neben der Hansestadt auch Teile des Amtes Sandesneben- Nusse (Herzogtum Lauenburg). Während die SPD ihre Kandidatin gestern nominierte, tagt die Wahlkreiskonferenz der CDU am 1. Dezember. Bei den Christdemokraten treten bislang Claudia Schmidtke und Burkhart Eymer als Bewerber an.

 Kai Dordowsky

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