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Lübeck SPD will mehr Räume für Kultur schaffen
Lokales Lübeck SPD will mehr Räume für Kultur schaffen
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20:15 24.03.2016
Für Wissensspeicher: Peter Petereit, kulturpolitischer Sprecher.

Teile der seit Jahren geschlossenen Völkerkundesammlung sollen wieder gezeigt werden, Bibliotheken sollen zu Infozentren in den Stadtteilen weiterentwickelt werden — und am Theater darf nicht weiter gespart werden: Nahezu einstimmig hat der jüngste SPD- Kreisparteitag einen kulturpolitischen Leitantrag angenommen. Der SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Baasch:

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Partei verabschiedet neuen kulturpolitischen Leitantrag: Völkerkunde wieder zeigen, Wissensspeicher bauen.

„Die SPD ist die Kulturpartei in Lübeck.“

Die Genossen greifen die Ideen der Kulturstiftung auf, Teile der Völkerkundesammlung in einem neu konzipierten Holstentor-Museum zu zeigen. Der Rest der 26000 Objekte soll an einem geeigneten Ort aufbewahrt werden. Die SPD schlägt den Kauf des leerstehenden Bundesbank-Gebäudes (und zwar des Neubaus) vor. Die Bürgerschaft hatte bereits Ende Januar die Verwaltung aufgefordert, bei der Bundesbank ihr Kaufinteresse zu signalisieren. Fraktionschef Jan Lindenau: „Sobald die Bank ein Gutachten über den Wert des Gebäudes erstellt hat, kennen wir die Kosten.“ Dieser Teil der Sammlung könnte interessierten Bürgern virtuell zugänglich gemacht werden, schlagen die Sozialdemokraten vor. Kulturexperte Peter Petereit: „Besucher könnten dann per Smartphone durch die Sammlung geleitet werden.“

Beim Bau eines seit Jahren diskutierten Wissensspeichers drückt die Partei aufs Tempo. „Es steht außer Frage, dass wir diesen Speicher brauchen“, erklärt Petereit. Lübeck laufe sonst Gefahr, Teile seines Stadtgedächtnisses zu verlieren. Wie sehr die Zeit drängt, zeige die ungewisse Zukunft von Hunderttausenden Büchern und Medien, die im ehemaligen Priwall- Krankenhaus gelagert sind.

Fraktionschef Lindenau: „Die Ferienanlage Waterfront wächst, und wir müssen bald entscheiden, wohin mit den Archivbeständen.“ Stadtbibliothek, Museen und Stadtarchiv müssten endlich konkret benennen, welche Kapazitäten sie brauchen. Dann könnten Fragen der Finanzierung und des Standortes geklärt werden. Letzte Schätzungen sprachen von zehn Millionen Euro, die ein Wissensspeicher kosten würde.

Weitere Punkte des Kulturantrags: Das Naturkundemuseum soll zu einem Umweltbildungszentrum weiterentwickelt werden. Das Theater Lübeck soll in seiner jetzigen Form erhalten werden. Die Beschäftigten sollen weiterhin Tarifgehälter beziehen. Die Musik- und Kongresshalle (MuK) soll zügig saniert werden. Stadtteilbibliotheken sollen nicht nur Medien ausleihen, sondern zu Infozentren weiterentwickelt werden. Als Vorbild diene Kopenhagen, sagt Lindenau. Einnahmen aus der künftigen Tourismusabgabe sollen vorrangig der Finanzierung der Tourismusgesellschaft LTM und des Kurbetriebs dienen. Darüber hinaus können die Einnahmen auch für andere kulturpolitische Zwecke eingesetzt werden, beschloss der Parteitag.

Von dor

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