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Lübeck Salto vom Steg in die Ostsee: 26-Jähriger für immer gelähmt?
Lokales Lübeck Salto vom Steg in die Ostsee: 26-Jähriger für immer gelähmt?
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22:21 29.08.2016
Der Mann war vom Lisa-Dräger-Steg in die Ostsee gesprungen mit dem Kopf voran.  Quelle: Wolfgang Maxwitat
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Travemünde

Ein 26-jähriger Badegast aus Hamburg ist am Sonntag in Travemünde schwer verunglückt. Der Mann probierte einen waghalsigen Sprung mit einem Salto vom Lisa-Dräger-Steg in die Ostsee. Er kam mit Kopf und Genick auf dem Boden auf. Das Unglück ereignete sich etwa um 15.35 Uhr. Nach seinem Aufprall konnte er nicht mehr schwimmen und trieb bäuchlings mit dem Gesicht im Wasser.

In der Nähe badende Strandgäste bemerkten die seltsame Körperhaltung und konnten ihn über der Wasseroberfläche halten. Eine Freundin alarmierte sofort die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Keine zwei Minuten später waren sechs Lebensretter an der Unglücksstelle und zogen den Verletzten an Land.

Der junge Mann war nach dem Unfall ansprechbar, aber offenbar gelähmt. „Er konnte seine Arme und Beine nicht mehr bewegen“, sagt DLRG-Vorsitzender Frank Hertlein. Der 26-Jährige wurde auf einem sogenannten Spineboard fixiert und bekam eine Halskrause angelegt. Das Retter-Team leistete die Erstversorgung und wurde ab etwa 15.45 Uhr von einem Rettungsdienstwagen unterstützt. Um 16.17 Uhr transportierte der Rettungshubschrauber „Christoph 12“ den Schwerverletzten in die Uniklinik. Ob die Lähmung anhält und welches die genauen Folgen des riskanten Brückensprunges sind, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht einzuschätzen.

Zum Unfallzeitpunkt war das Wasser am Ort des Aufpralls knapp einen Meter flach gewesen. Die Tiefe sei wegen des Wellengangs nicht erkennbar gewesen, erklärt Hertlein. Immer wieder warnt die DLRG vor den Gefahren bei Brückensprüngen. Trotz Warnschildern an den Stegen kommt es zu solch dramatischen Unfällen. „Mehr können wir nicht machen“, sagt Hertlein. Die Verantwortung liege bei jedem selbst.

Im Juli 2015 sprang ein Mann in Scharbeutz von der Seebrücke und verletzte sich lebensgefährlich. Vor drei Jahren war Travemünde trauriger Schauplatz für zwei missglückte Sprünge in die Ostsee. Während einer der beiden jungen Männer glimpflich davon kam, sitzt der andere seit seinem Kopfsprung vom Hauptwachensteg im Rollstuhl. Lebensverändernde Folgen muss auch ein 15-Jähriger nach einem Brückensprung im Jahr 2009 hinnehmen. Er knallte nach einem Kopfsprung in Timmendorfer Strand auf den Grund und ist seitdem querschnittsgelähmt.
Mit dem Unfall in Travemünde setzt sich eine Serie trauriger Vorfälle fort. Erst am Freitag kamen vier Menschen beim Baden in Norddeutschland ums Leben.

Von Christoph Brandt

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