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Lübeck Sanierung der Altstadtkirchen kostet 20 Millionen Euro
Lokales Lübeck Sanierung der Altstadtkirchen kostet 20 Millionen Euro
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09:44 31.07.2014
Vor dem eingerüsteten Petri-Turm präsentieren Markus Endreß (v. l.), Dr. Karen Meyer-Rebentisch, Jan Drescher sowie Schirmherr Lienhard Böhning bereits ein Blatt des neuen Kalenders. Quelle: Lutz Roeßler
Innenstadt

Wer hier am Fuße des 108 Meter hohen Petri-Turmes steht, blickt unweigerlich nach oben. Meter um Meter zieht sich das eindrucksvolle Baugerüst wie ein metallener Mantel in die Höhe. Die Vorbereitungen für den ersten Bauabschnitt der Gesamtsanierung von Lübecks Kultur- und Universitätskirche, die etwa 2,8 Millionen Euro teuer wird, sind unübersehbar voll im Gange. „Gut ein Drittel der Kosten haben wir mittlerweile durch Spenden gedeckt“, sagt Böhning. Der Kontostand liege aktuell bei 1 093 964,87 Euro. Böhning: „Das ist schon eine stolze Zahl, reicht aber bei weitem nicht aus.“

Der einstige stellvertretende Stadtpräsident und Ex-Synodale des Kirchenkreises ist seit Anfang des Monats Schirmherr der Spendenkampagne „Sieben Türme sollst du sehen“, die es zwar schon seit dem Jahr 2002 gibt, die aber angesichts des maroden Zustands des Petri-Turms im vergangenen Jahr eine neue Dynamik bekam. „Ich sehe nun meine Aufgabe darin, die Lübeckerinnen und Lübecker sowie überhaupt alle, die unsere Hansestadt lieben, für unsere sieben Türme neu zu entflammen, so dass der Spendenfluss in den nächsten Jahren nicht abreißen wird“, betont das langjährige SPD-Bürgerschaftsmitglied.

Schließlich ist es kein Geheimnis mehr, dass mit St. Marien und dem Dom bereits die nächsten massiven Sanierungsobjekte auf der Warteliste stehen. So wird von der Kirchenbauabteilung inzwischen mit einem Finanzbedarf in Höhe von 20 Millionen Euro für die Altstadtkirchen in den nächsten beiden Jahrzehnten kalkuliert. „Wir haben also eine echte Mammutaufgabe zu stemmen“, fasst Böhning die Ausgangslage zusammen. Doch sei er fest davon überzeugt, „dass uns der Bürgersinn auch zukünftig nicht im Stich lassen wird“.

Wie zum Beweis präsentiert er ein Trio engagierter Hansestädter, das ab September mit einem Altstadtkirchen-Fotokalender aufwarten möchte, um in den folgenden Monaten Tausende Euro als Erlös für St.

Petri erzielen zu können. Angestoßen wurde das Projekt durch Dr. Karen Meyer-Rebentisch. „Ich habe mir angesichts des maroden Petri-Turms die Frage gestellt, wie mein ganz persönlicher Beitrag — abseits der Maßnahme, einfach den Geldbeutel zu öffnen — aussehen könnte“, erklärt die Kulturwissenschaftlerin. „Und da zu meinen Leidenschaften die Fotografie gehört, entstand diese Fotokalender-Idee.“

Mit ins Boot holen konnte sie dann noch Gestalter Marc Viaud-Murat und Werbe-Profi Markus Endreß. „Die Altstadt-Silhouette ist einfach einmalig, und wir sehen uns in der Verantwortung, diese Ansicht auch für die nächsten Generationen zu erhalten“, resümieren die Drei.

Kirchenansichten von innen und außen für den Preis von rund 20 Euro im Din-A2-Format, zu verschiedenen Tageszeiten und Jahreszeiten, verspricht Meyer-Rebentisch. Und die Initiatoren spekulieren damit, dass pro 1000 verkaufter Kalender 15 000 Euro auf dem Sieben-Türme-Konto landen. Durch das Engagement des Lübeck-Managements hofft der Kirchenkreis nun darauf, dass der Kalender in möglichst vielen Geschäften verkauft werden kann. Zugesagt hat schon Jan Drescher, Geschäftsführer bei Hünicke: „Natürlich machen wir mit. Denn auch wir sehen uns in der Pflicht, einen Beitrag für die Rettung der Türme zu leisten.“

  In drei Jahren soll St. Petri fertig sein
Die Spendenaktion „Sieben Türme sollst Du sehen“ hat schon St. Marien und St. Jakobi gerettet. Jetzt werden zur dringend erforderlichen Instandsetzung der Kulturkirche St. Petri rund 2,8 Millionen Euro benötigt — eine Summe, die St. Petri und der Kirchenkreis nicht allein stemmen können.


Bis Ende 2015 soll der Turmschaft von außen ausgebessert werden, danach folgen die Sanierung der Nordwestecke und des Portals bis 2016; zum Schluss ist 2017 die Südwestecke an der Reihe.
Ab 2018 kommt dann Marien oder der Dom dran. Wer sich mit Aktionen und Initiativen an der Spendenkampagne beteiligen möchte, kann sich unter 04 51/79 02-185 melden.

Michael Hollinde

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