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Lübeck Schau zu „unbequemen Denkmalen“
Lokales Lübeck Schau zu „unbequemen Denkmalen“
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22:17 25.09.2013
Katja Busse (18, v. l.), Luis Naber (19) sowie Philipp Maulhardt (17) diskutieren. Quelle: Foto: Hollinde

Die Spannbreite der ausgewählten Beispiele ist schon überraschend, von der Saddam Hussein-Statue in Bagdad über das ehemalige SS-Bad in Lichterfelde, einem Hakenkreuzwald in der Uckermark und die Lübecker LMG-Hallen bis zum Schwarzwald. „Bei der Themenstellung haben wir das Motto vom Tag des offenen Denkmals aufgegriffen“, erklärt Architektin Ivalu Vesely. Das lautete „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?“ Mit dieser Aufgabenstellung recherchierten die jungen Leute der Jugendbauhütte, die ein freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege absolvieren, und das Ergebnis kann sich sehen lassen. „Deshalb wollen wir die 25 bebilderten Infotafeln noch einmal der Öffentlichkeit präsentieren“, erklärt Vesely, die die Jugendbauhütte leitet.

Drei Tage lang, ab Montag, 30. September, bis Mittwoch, 2. Oktober, immer von 10 bis 16 Uhr können die lesenswerten Poster auf der Nördlichen Wallhalbinsel im Schuppen D hinter den Media Docks besichtigt werden. „Wir werden auch mit ein paar der jungen Erwachsenen stets vor Ort sein, so dass wir für Diskussionen und auch für Informationen zum Freiwilligen Jahr bereitstehen“, erklärt Zimmermann Eric Janssen. „Unsere jungen Leute sollten reflektieren, warum sie gerade diese Wahl getroffen haben, und ihre Begründungen geben für den Betrachter zahlreiche Denkanstöße.“

Katja Busse aus Neustadt hat sich für die Brodauer Mühle entschieden. „Immer wenn ich über die B 501 nach Grömitz zu den Pfadfindern fahre, komme ich an den Überresten der Mühle vorbei“, sagt die 18-Jährige. Zur Erklärung: Am 18. November 2005 zerstörte ein Feuer das Gebäude, in dem sich ein Restaurant befand. Seitdem hat sich die Natur das Gelände Stück für Stück zurückerobert. „Ich bin unbedingt für den Wiederaufbau; schließlich ist die Mühle ein echtes Wahrzeichen für die Region.“

Ihr Kollege Philipp Maulhardt hat sich ebenfalls für einen verfallenen Bau entschieden. „Ich komme aus Kücknitz, und für uns gehört das ,Memory‘ einfach zum Stadtteil“, sagt der 17-Jährige. Dass die Ruine an der Alten Travemünder Landstraße zusehends verfalle, sei ein Trauerspiel.

Durch einen gänzlich anderen Aspekt ließ sich Luis Naber leiten. „Ich komme aus einem kleinen Ort bei Karlsruhe, und uns beschäftigt die Diskussion um den geplanten Nationalpark Nordschwarzwald“, erzählt der 19-Jährige. Teilweise gehe es sehr emotional zu. „Meiner Meinung nach sollte man es auf jeden Fall ausprobieren; vor allem betrifft es ja auch nur eine kleine Teilfläche.“ mho

Die Ausstellung ist vom 30. September, bis Mittwoch, 2. Oktober, von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Anmeldungen zu Schulführungen unter Telefon 04 51/20 94 00 50 oder per E-Mail an fjd.luebeck@ijgd.de.

LN

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