Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Scherben und rote Farbe: Attacken auf zwei Blitzer
Lokales Lübeck Scherben und rote Farbe: Attacken auf zwei Blitzer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:37 15.03.2016
Dieses Mal hat es die Blitzersäule kurz vor dem Berliner Platz erwischt. Sie wurde von oben bis unten mit roter Farbe vollgeschmiert. Mitarbeiter der Stadt werden das Gehäuse reinigen. Quelle: Wolfgang Maxwitat

Schon wieder haben Unbekannte zwei Blitzersäulen beschädigt. Dieses Mal wurde die Anlage kurz vor dem Berliner Teller in Fahrtrichtung Geniner Straße von oben bis unten mit zäher, roter Farbe vollgeschmiert — unter anderem direkt über das Fenster des Blitzlichts. Außerdem traf es erneut den Blitzer in der Wallbrechtstraße. Dort wurden mehrere der dunkelroten Plexiglasscheiben eingeschlagen.

Zur Galerie
Lübecks Tempomesser sind weiterhin Ziel von Saboteuren — Der letzte Anschlag war erst Mitte Februar — Die Stadt ist nach eigenen Angaben machtlos — Die Polizei sucht Zeugen.

Eine Polizeistreife hatte die Zerstörungen zufällig am Sonntag gegen 5 Uhr entdeckt und weitergemeldet. „Wir haben Anzeige gegen Unbekannt erstattet“, teilt die Hansestadt auf LN-Anfrage mit.

Konkrete Hinweise auf den oder die Blitzer-Hasser gibt es derzeit nicht. Der Schaden am eingeschlagenen Blitzer in der Wallbrechtstraße belaufe sich nach Stadtangaben auf etwa 500 Euro pro Plexiglasring, sie sollen demnächst ausgetauscht werden. Die Kosten für die Reinigung im St.-Jürgen-Ring ließen sich dagegen nicht genau beziffern. „Ein Mitarbeiter der Stadt wird das Gerät reinigen.“

Doch langsam steigen die Kosten für die ständigen Reparaturen und Putzaktionen. Erst Mitte Februar mussten die Blitzersäulen in der Neuen Hafenstraße und in der Wallbrechtstraße auf Vordermann gebracht werden — damals hatten Unbekannte sie mit weißer Farbe beziehungsweise grünem Lack verunstaltet. Im vergangenen Jahr erwischte es die stationären Blitzer sogar viermal — wahlweise wurden sie vollgeschmiert, kaputtgeschlagen oder mit einer Holzplatte vor dem Kameraauge versehen.

Besonders oft muss der Blitzer in der Neuen Hafenstraße dran glauben, sein Gehäuse ist bereits stark von den zahlreichen Attacken gezeichnet. Im Knick liegen immer noch die leeren Farbeimer der zurückliegenden Schmierereien.

Inzwischen hat sich deshalb sogar schon ein kleiner Fan-Club mit dem Namen „Blitzerfreunde Lübeck e. V.“ gegründet, der offenbar Mitleid mit dem Gerät hat. Die unbekannten Anhänger der Hafenstraßen-Kamera kleben regelmäßig ein kleines, weißes Herz mit „Wir lieben Blitzer“ an die Anlage — aufs Gehäuse, nicht auf die Kamera wohlgemerkt.

Der Schaden an den einzelnen Säulen beträgt stets zwischen 500 und 2000 Euro — entgangene Raserfotos noch nicht berücksichtigt. „Trotz der Attacken versuchen wir, die Arbeit aufrechtzuerhalten“, so die Stadt. Viel mehr könne sie nicht tun. 1,5 Millionen Euro nahm Lübeck zuletzt mit den stationären Tempomessern ein. Die Kameras selbst sind bis dato stets intakt geblieben, sie sind hinter starkem Panzerglas ausreichend geschützt.

Die Polizei ist seit Monaten auf der Suche nach den Verursachern. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagt Behördensprecher Stefan Muhtz. Wer hinter den Aktionen steckt, ist jedoch weiterhin völlig offen. Im Februar gingen die Beamten noch nicht von ein und demselben Täter aus, weil unterschiedliche Farbtöne und -sorten verwendet wurden. Muhtz: „Da die beiden jetzt betroffenen Straßen aber stark befahren sind, hoffen wir auf Zeugen.“ Sie werden gebeten, sich unter Telefon 0451/1310 zu melden. Denn laut Muhtz verrichten die Blitzer einen durchaus wichtigen Job. „Sie fotografieren nicht nur die Raser“, sagt er. Weil sich alle an Tempo 50 halten, „senken sie auch maßgeblich den Lärmpegel“.

Von Peer Hellerling

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen unterstützt Wohnungsbauprojekt in der Hansestadt.

14.03.2016

Fahrer soll rücksichtslos gefahren sein.

15.03.2016

Die Uni und die Fachhochschule bieten ab Oktober ein größeres Angebot an Studiengängen, darunter „Medizinische Ernährungswissenschaft“  — die Zahl der Studienanfänger kann sich somit um zirka 500 erhöhen.

15.03.2016
Anzeige