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Lübeck Schimmel-Streit: Eltern protestieren
Lokales Lübeck Schimmel-Streit: Eltern protestieren
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21:29 02.10.2017
Besorgte Eltern der Klasse 2a fordern von der Stadt: „Unsere Kinder sollen in Räumen ohne Schimmel lernen.“ Quelle: Foto: König
St. Gertrud

Tobias Spießl und Jens Kurschies haben zusammen mit ihren Ehefrauen eine Unterschriftenaktion und eine kleine Demo vor der Grund- und Gemeinschaftsschule in der Albert-Schweitzer-Straße organisiert.

„Wir schicken keine Kinder in Räume mit Schimmelpilz", sagt Dennis Bunk, Gebäudemanagement. 

„Vor den Sommerferien kamen unsere Kinder eines Tages nach Hause und erzählten: Mama, wir haben Pilze unter der Decke in der Klasse“, berichtet Angela Spießl. Mehrere Kinder würden unter Kopfschmerzen und fehlender Konzentration leiden, erklärt Tobias Spießl. Das Thema sei daraufhin bei einem Elternabend besprochen worden. Dort hätten sie erfahren, dass Schimmel schon länger ein Thema in der Grund- und Gemeinschaftsschule sei. Spießl: „Teppiche wurden entfernt, es wurden Messungen vorgenommen.“

„Nach meinen Informationen ist es kein Schimmel“, sagt Schulleiter Jan-Eric Becker, der sofort die städtischen Behörden über den Wasserschaden in Kenntnis setzte. „Am 25. September wurden wir informiert, dass in dem Klassenraum ein Schimmelbefall vorliegen soll“, berichtet Dennis Bunk, Leiter des städtischen Gebäudemanagements, „am 26. September wurden die Räume durch einen Mitarbeiter in Augenschein genommen. Es wurde kein sichtbarer Schimmelbefall festgestellt, auch wurden keine weiteren Hinweise wie typische Gerüche festgestellt.“ Dem Schulleiter wurde erklärt, dass es sich um Aufblühungen auf dem Putz handeln soll.

Bei den Wasserflecken an der Decke der Klasse 2a handele es sich um Altschäden geringen Ausmaßes, sagt das Gebäudemanagement (GMHL). Wasser war durch das Dach eingedrungen, wann genau, konnte das GMHL nicht mehr ermitteln. Bunk: „Seinerzeit wurde die undichte Stelle in der Dachhaut geschlossen.“ Diese Informationen wurden auch an den Bereich Umweltschutz weitergegeben. Bunk: „Der Bereich entscheidet fachlich über die weitere Vorgehensweise.“

Seit 2013 seien in der Albert-Schweitzer-Schule immer wieder Messungen und Untersuchungen auf Schadstoffe und Schimmelpilze vorgenommen worden, sagt Bunk. Diese Untersuchungen wurden ebenfalls durch den Bereich Umweltschutz begleitet – und die Untersuchungsergebnisse wurden in der Schule vorgestellt. Der Leiter des GMHL: „Die Analysenbefunde der verschiedenen Untersuchungen ergaben, dass die Innenraumluft als unbelastet zu bewerten ist.“ Die Stadt würde Kinder nicht in verseuchte Räume schicken, stellt Bunk klar. Schulleiter Becker: „Es gibt keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen.“ In der Vergangenheit seien schonmal Räume gesperrt gewesen. „Dort wurden Teppiche und sogar der Fußboden entfernt.“

Die protestierenden Eltern haben das Gefühl, vertröstet zu werden. „Das sind nicht bloß braune Flecken“, sagt Tobias Spießl, „die Kinder sind unkonzentriert und schlapp.“ Jens Kurschies vermutet, dass wegen der anstehenden, großen Modernisierung nicht mehr so viel gemacht werden soll. Kurschies: „Aber wann steht der Neubau? Sollen unsere Kinder und Lehrer noch jahrelang damit leben?“

Die Albert-Schweitzer-Schule wird in den kommenden Jahren umfassend saniert und in weiten Teilen neu gebaut – für rund 16 Millionen Euro. Die Grundschule soll nach aktueller Planung Mitte 2021 abgebrochen werden. Bis dahin werden die Räume als Ausweichflächen während der Bauzeit benötigt. GMHL-Chef Bunk versichert: „Untersuchungen der Raumluft und regelmäßige Begehungen werden in Absprache mit dem Bereich Umweltschutz weiterhin durchgeführt.“

 Kai Dordowsky

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