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Lübeck Schindler will 1500 Sozialwohnungen schaffen
Lokales Lübeck Schindler will 1500 Sozialwohnungen schaffen
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18:17 30.01.2016
Im Amt bestätigt: Wirtschaftssenator Sven Schindler (56, SPD).

Es sah lange nicht so aus, als könnten Sie Ihren Job behalten. Nun hat Ihre Partei einen Deal eingefädelt, damit Sie Senator bleiben . . .

Sven Schindler: Ich habe das Ganze aus der zweiten Reihe verfolgt — und nur auf mich geguckt. An Gesprächen im Hintergrund habe ich mich nicht beteiligt.

Sie wollen 15000 neue Jobs bis 2030 schaffen. Wie?

Schindler: Wir wollen neue Gewerbegebiete ausweisen, damit sich Unternehmen hier ansiedeln oder erweitern können. Beispielsweise im Süden in der Nähe der A 20.

Außerdem soll Lübeck in zehn Jahren mehr als 230 000 Einwohner zählen. Wie soll das gehen?

Schindler: Wir haben vier kleinere Grundstücke, die wir demnächst ausschreiben wollen. Darüber hinaus haben wir Flächen, auf denen in den nächsten Jahren Baurecht geschaffen werden soll wie Volksfestplatz, Johannes-Kepler-Schule, Vorwerker Friedhof. Außerdem wollen Wohnungsbaugesellschaften auf ihren Grundstücken gerne weitere Häuser bauen.

Haben Sie zur wachsenden Stadt beigetragen — oder ist das eher der Flüchtlingssituation geschuldet?

Schindler: Oberzentren liegen im Trend, selbstverständlich haben auch die 3000 Flüchtlinge zum Wachstum Lübecks beigetragen. Aber Lübeck ist attraktiv und hat das Potenzial, in den nächsten zehn Jahren weiter zu wachsen, ohne dass der Zuzug von Flüchtlingen die zentrale Rolle spielt. Ich sehe mich als Vermarkter der Stadt — auch für Lübeck als Wohnstandort.

Politiker werfen Ihnen vor, mit der Unterbringung der Flüchtlinge überfordert zu sein. Stimmt das?

Schindler: Nein. Wir sind ein riesiges Team, das bestens zusammenarbeitet. Ich sehe da nicht, dass jemand ernsthaft überfordert ist, schon gar nicht ich.

In Sachen Wirtschaft sind Sie kaum in Erscheinung getreten. Ist Ihnen das Thema nicht wichtig?

Schindler: Ich führe zahlreiche Gespräche; und uns ist es mehrfach gelungen, abwanderungsbereite Unternehmen am Standort zu halten, indem wir ihnen neue Grundstücke angeboten haben. Das sind nicht immer Schlagzeilen für die Zeitungen.

Wie ist Ihre Wirtschafts-Strategie?

Schindler: Wachstum. Den Firmen Chancen geben, sich weiterzuentwickeln — und neue anzusiedeln. Wir haben jetzt auch einen Lotsen, der sich um Fördermittel kümmert.

Der Hafen schreibt rote Zahlen. Wie wollen Sie das ändern?

Schindler: Es ist sinnvoll zu überlegen, ob alle Hafen-Standorte in Lübeck noch gebraucht werden.

Trennen Sie sich vom Nordlandkai?

Schindler: Langfristig ist es richtig, die Verkehre an den Skandinavienkai sowie nach Schlutup zu verlagern. Vielen Reedern ist die Revierfahrt auf der Trave zu lang, innenstadtnahe Flächen werden dann städtebaulich umgenutzt werden.

Wie sieht Lübeck 2022 aus?

Schindler: Wir werden weiter wachsen und auch 1500 Sozialwohnungen schaffen. Beim Thema Flüchtlinge wage ich die Prognose, dass der Zulauf nicht mehr so hoch ist. Die Integration von Geflüchteten wird uns durch das Zusammenspiel zahlreicher Akteure gelingen. Wir werden einen Teilhabeplan für Menschen mit Behinderungen haben. Dabei geht es auch um eine barrierearme Altstadt. Dafür brauche ich 200 000 Euro im Jahr.

Interview: Josephine v. Zastrow

LN

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