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Lübeck Schlachthof: BfL will ein Bürgerbegehren
Lokales Lübeck Schlachthof: BfL will ein Bürgerbegehren
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07:50 19.05.2017
Erst am Montag hatte der Bauausschuss den Startschuss für einen Bebauungsplan gegeben mit den Stimmen von CDU, BfL, FDP und Freien Wählern. Jetzt haben ihn SPD, Grüne und GAL wieder auf Eis gelegt. Quelle: LN-Archiv
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Lübeck

„Wir wollen ein Bürgerbegehren prüfen“, sagt Fraktionschef Marcel Niewöhner. Denn erst am Montag hatte der Bauausschuss den Startschuss für einen Bebauungsplan gegeben mit den Stimmen von CDU, BfL, FDP und Freien Wählern – nach einem jahrelangem Streit um den Schlachthof.

„Dieser Beschluss soll jetzt torpediert werden“, reagiert Niewöhner sauer. Es gehe nicht um einen Wettbewerb, „sondern es geht nur darum, den Kaufland zu verhindern“. Sauer ist auch Ragnar Lüttke (Linke). „Ihr steht seit acht Jahren auf dem Schlauch“, wettert er gegen SPD, Grüne und GAL. Das Ganze sei eine „Verzögerungstaktik“. Ihm geht es dabei nicht um Kaufland, sondern um Wohnungen. Denn der Investor will dort 130 Wohnungen bauen, davon 30 Sozialwohnungen. Lüttke macht Tempo: „Wir brauchen jetzt Handlung.“ Denn in der Hansestadt „fehlt bezahlbarer Wohnraum“.

Widerspruch kommt von Silke Mählenhoff (Grüne): „Das ist keine Verhinderung.“ Aber sie wolle ein „Gesamtkonzept für das Areal“. Bisher gebe es nur einzelne Puzzleteile. Mählenhoff: „Einen Wettbewerb auszuloben – da steckt Vernunft drin.“ Außerdem habe das Architekturforum einen solchen städtebaulichen Wettbewerb angeregt. SPD-Bauexperte Harald Quirder stimmt zu: „Sämtliche Fachleute sind gegen so eine Bebauung mit Kaufland.“ Auch Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) springt in die Bresche: „Die Stadt hat die Planungshoheit.“

Die solle sie sich nicht von Investoren und Projektentwicklern nehmen lassen. „Wenn man mit einem Investor nicht auf einen Nenner kommt, dann muss man sich auch mal trennen“, sagt Saxe. Das sei ihm in 17 Amtsjahren selten passiert. Außerdem: Eine Ansiedlung von 3800 Quadratmeter Verkaufsfläche würde die Kreuzung Lohmühle und Schwartauer Allee nicht verkraften. Saxe stellt klar: „Das Bebauungsplanverfahren zum Schlachthof-Areal ruht, bis der Ideenwettbewerb abgeschlossen ist.“

jvz

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